Cantourage wächst schneller außerhalb Deutschlands als in seinem Heimatmarkt. Im ersten Halbjahr 2026 entfiel erstmals mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes auf das Ausland – im Vorjahr lag der Deutschlandanteil noch bei rund 84 Prozent.
WKN A3DSV0 · ISIN DE000A3DSV01
Chart: Frankfurt, 3 Monate
Auf dieser Grundlage erwartet der Vorstand für das gesamte Geschäftsjahr 2026 einen Konzernumsatz zwischen 85 und 95 Millionen Euro. Dazu soll das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – das bereinigte EBITDA – zwischen 10 und 12 Millionen Euro liegen. Diese Kennzahl, die das Unternehmen erstmals verwendet, klammert Sondereffekte wie Restrukturierungskosten und Aufwendungen aus Übernahmetransaktionen aus.
Wie schnell dieser Umsatzmix die Ergebnisqualität verbessert, hängt vor allem daran, ob sich das dynamische Wachstum im Vereinigten Königreich und in Polen fortsetzt. Cantourage sieht dort weiteres Potenzial und will den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen.
Parallel dazu reduziert das Unternehmen im deutschen Markt gezielt Handelsaktivitäten mit niedrigeren Margen. Stattdessen setzt Cantourage auf margenstarke Premiumprodukte, Eigenmarken und neue Produktformate. Dieser Umbau soll die Ertragsbasis langfristig stabilisieren.
Absehbare regulatorische Änderungen in Deutschland hat der Vorstand nach eigenen Angaben in die Prognose eingerechnet. Er erwartet daraus nur begrenzte Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis 2026.
Die Prognose stützt sich auf den Konzernabschluss nach dem Handelsgesetzbuch. Offen bleibt, ab welchem Zeitpunkt die Verschiebungen im Umsatzmix spürbar auf das bereinigte EBITDA durchschlagen – dazu äußert sich der Vorstand bislang nicht.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


