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Märkte wetten weiterhin auf Frieden

Der gestrige Handelstag lieferte ein paradoxes Bild: Während US-Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag erstmals seit der Waffenruhe vom 8. April wieder iranische Raketenstellungen und Minenboote nahe der Straße von Hormus angriffen, schloss der S&P 500 auf einem neuen Allzeithoch bei 7.519 Punkten. Der Nasdaq 100 legte 1,8 % zu – getragen vom Chip-Superzyklus. Micron Technology sprang um 19 % und überschritt damit erstmals eine Marktkapitalisierung von 1 Billion USD. In der Nacht gelang dies auch der koreanischen SK Hynix nach einem Plus von bis zu 13 % in Seoul. Der KOSPI legte intraday rund 5 % zu und ist nun mit einem Plus von rund 100 % seit Jahresbeginn der stärkste große Aktienmarkt weltweit. Der MSCI All Country World Index stieg zum sechsten Mal in Folge auf ein Rekordhoch.

Rentenmarkt zwischen Hoffnung und Zinserhöhungsspekulationen

Die Friedenshoffnungen haben die Inflationsprämie an den Rentenmärkten vorübergehend gedrückt: Die 10-jährige Treasury-Rendite fiel um 7 Basispunkte auf 4,47 %, die Bund-Rendite rutschte zurück unter die Marke von 3 %. Doch die geldpolitische Kulisse bleibt herausfordernd. Fed-Gouverneur Waller sprach sich gestern dafür aus, die Lockerungsneigung der Fed aufzugeben – Zinserhöhungen seien ebenso wahrscheinlich wie Senkungen. Minneapolis-Präsident Kashkari warnte gar vor einer Serie von Erhöhungen, sollte die Inflation hartnäckig über dem 2%-Ziel bleiben. Zinssenkungen in 2026 sind an den Geldmärkten inzwischen vollständig ausgepreist.

Camp David im Fokus

Der makroökonomische Datenkalender liefert heute keine neuen Impulse. Mehr denn je steht damit die Geopolitik im Fokus. Trump hat seine Kabinettssitzung auf die Präsidentenresidenz Camp David verlegt, um die Verhandlungen mit dem Iran zu beschleunigen. Außenminister Rubio hält weiterhin eine Einigung binnen Tagen für möglich – doch laut Medienberichten standen die Gespräche nach den Angriffen zum wiederholten Male kurz vor dem Abbruch. Formal ist die Waffenruhe intakt, faktisch beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig des Vertragsbruchs. Die Situation bleibt fragil.


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Herausgeber

Landesbank Baden-Württemberg
Am Hauptbahnhof 2
70173 Stuttgart

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