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Rekordernten im Schwarzmeerraum und der US-Iran-Deal drücken Weizen & Mais auf Jahrestiefs. Das große Ganze hinter dem plötzlichen Crash an den Agrarmärkten.
Für dich zusammengefasst:
Die internationalen Agrarmärkte erleben zurzeit eine heftige Verkaufswelle. An der Euronext in Paris fiel der Weizenkontrakt für September unter die psychologisch wichtige Marke von 200 Euro je Tonne – den niedrigsten Stand seit Monaten. Auch bei Mais, Raps und Soja zeigt sich an den Terminbörsen in Paris und Chicago das gleiche Bild eines kräftigen Abwärtsstrudels. Der Crash an den Agrarmärkten ist erstaunlicherweise von den Wetterverhältnissen völlig unabhängig und vielmehr das Ergebnis eines fatalen Zusammenspiels von globaler Geopolitik, Makroökonomie und verschobenen Angebotsströmen.
Die diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran hat eine sofortige Entspannung an den Energiemärkten ausgelöst und die Rohölpreise massiv einbrechen lassen. Da der Agrarsektor über zwei fundamentale Kanäle direkt an den Ölpreis gekoppelt ist, reagierten die Getreidekurse unmittelbar:
Gleichzeitig verschärfen die fundamentalen Angebotsdaten den Abwärtsdruck. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in seinem jüngsten Bericht die weltweiten Prognosen massiv angepasst. Zwar leidet der amerikanische Winterweizen („Hard Red Winter Wheat“) in den Great Plains unter einer historischen Dürre – der Zustand der Bestände ist auf dem schlechtesten jemals verzeichneten Niveau für diese Jahreszeit –, doch das wird auf globaler Ebene eiskalt ignoriert.
Der Blick der Händler richtet sich stattdessen auf die Schwarzmeerregion. Für Russland hat das USDA die Ernteprognose auf 88 Millionen Tonnen angehoben, während lokale Analysten vor Ort bereits mit mehr als 90 Millionen Tonnen kalkulieren. Auch für die Ukraine zeichnen aktuelle Ernteanalysen von Argus Media ein überraschend vielversprechendes Mengenpotenzial auf. Zusammen mit angehobenen Mais- und Soja-Prognosen für Südamerika (Argentinien wird auf 61 Mio. Tonnen Mais und 50 Mio. Tonnen Soja taxiert; Brasilien auf 138 Mio. Tonnen Mais) wird der globale Markt mit billiger Ware geflutet. Da zeitgleich die chinesische Nachfrage nach Agrargütern spürbar schwächelt, sahen sich Finanzinvestoren gezwungen, ihre spekulativen Long-Positionen im großen Stil aufzugeben.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Der aktuelle Preisrutsch an den Getreidebörsen zeigt eindrucksvoll, wie Geopolitik und Logistik die Agrarmärkte steuern. Die Bereinigung von spekulativen Wetten an den Terminmärkten hat zu einer deutlichen Übertreibung nach unten geführt.
Kurzfristig diktieren das russische Riesenangebot und der fallende Ölpreis den Trend. Mittel- und langfristig jedoch kann sich der Wind durchaus drehen. Länder wie der Iran (einer der weltweit größten Käufer von Sojaschrot und brasilianischem Mais), die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien müssen und werden ihre leergefegten strategischen Lagerbestände nach der Öffnung der Straße von Hormus jetzt zügig auffüllen. Hinzu kommt die Jahrhundertdürre in den USA. Beide Beispiele zeigen, dass es am globalen Getreidemarkt auch noch ganz andere wichtige Faktoren gibt, die bei den aktuellen Panik-Verkäufen völlig ignoriert werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Ingo Kolf
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, DE000NB5W3P6
, DE000NB5W2J1
, DE000NB6WJN6
, DE000NB6W9H9
, DE000NB6X531
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Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Good point. Watching closely.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Great insights on Rohstoffe-News. Thanks for sharing!
Interesting update on Das große Ganze: Hormus-Öffnung und Rekordernten lassen die globalen Getreidepreise kollabieren. Looking forward to seeing how this develops.
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