Defence Therapeutics Inc. CSE: DTC | OTCQB: DTCFF | FWB: DTC

Das kanadische Biotechunternehmen Defence Therapeutics (CSE: DTC, OTCQB: DTCFF, FSE: DTC) hat eine personelle Weichenstellung für seinen Radiopharmaka-Bereich bekannt gegeben. Ryan Simms wird Chief Operating Officer und Leiter der Radiopharmaka-Programme, wie das Unternehmen am 17. August 2026 aus Montreal mitteilte. Simms soll damit sowohl die operative Führung übernehmen als auch die Entwicklung der sogenannten Radiopharmaceutical Drug Conjugates (RDC) verantworten.

Defence Therapeutics arbeitet an Krebstherapien auf Basis der firmeneigenen Accum-Technologie, einer Plattform zur gezielten Wirkstoffabgabe. Ziel ist nach Unternehmensangaben, die Wirksamkeit von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) und anderen komplexen Biologika bereits bei niedrigeren Dosen zu erhöhen und so Nebenwirkungen zu verringern. Bei Radiopharmaka wird ein radioaktives Isotop an ein zielsuchendes Molekül gekoppelt, damit die Strahlendosis möglichst gezielt im Tumorgewebe wirkt.

Erfahrung aus dem kanadischen Radiopharmaka-Umfeld

Simms verfügt laut Mitteilung über mehr als 20 Jahre Erfahrung mit gezielten Radiopharmaka – von der Wirkstofffindung bis zu erstmaligen Anwendungen am Menschen. Zuvor war er in Führungsfunktionen bei Fusion Pharmaceuticals tätig, wo er Chemie, Radiochemie, die klinische Herstellung sowie externe Partnerschaften für mehrere Programme in der klinischen Phase verantwortete. Fusion Pharmaceuticals wurde 2024 von AstraZeneca für rund zwei Milliarden US-Dollar übernommen und zählte zuvor zu den bekannteren Adressen im Segment der zielgerichteten Radiopharmaka.

Weitere Stationen waren Abdera Therapeutics sowie das Centre for Probe Development and Commercialization (CPDC). Dort sammelte Simms nach Unternehmensangaben Erfahrung in der CMC-Strategie – dem Zusammenspiel von Chemie, Herstellung und Kontrolle in der Arzneimittelentwicklung –, in der Produktion, bei der Isotopenversorgung, in der Radiochemie und in technischen Betriebsabläufen. Simms promovierte im Fach Ingenieurwissenschaften an der Queen's University und absolvierte eine Postdoc-Phase in Chemie an der University of Toronto.

Nächster Schritt: Auswahl eines Leitkandidaten

Zu seinen unmittelbaren Prioritäten äußerte sich der neue COO selbst. Zunächst soll ein Leitkandidat ausgewählt und präklinisch charakterisiert werden, parallel dazu will Simms den für die Weiterentwicklung Richtung Klinik erforderlichen CMC- und Herstellungsrahmen aufbauen.

„Wir haben vielversprechende Kandidaten in der Entwicklung und einen klaren Weg, sie voranzubringen“, sagte Ryan Simms. Weitere Details sollen nach seinen Worten in Kürze folgen.

Aus Sicht der Unternehmensführung soll die Personalie die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöhen. Amie Phinney, President und Chief Executive Officer von Defence Therapeutics, verwies auf die Kombination aus wissenschaftlicher Erfahrung und operativer Führung: Simms' Expertise werde entscheidend dafür sein, die Radiopharmaka-Programme zu beschleunigen und das Potenzial der Accum-Plattform auszuweiten. Ein konkreter Zeitplan für den Eintritt in klinische Studien wurde in der Mitteilung nicht genannt; Angaben zu Terminen oder Kosten der Programme fehlen.

Dritte Veränderung binnen weniger Wochen

Die Bestellung ist der dritte strukturelle Schritt des Unternehmens innerhalb kurzer Zeit. Anfang August 2026 hatte Defence Therapeutics Amie Phinney zur President und CEO berufen. Zuvor, im Juli, eröffnete das Unternehmen ein Büro im McMaster Innovation Park in Hamilton, Ontario. Der Standort liegt nach Darstellung des Unternehmens im Zentrum eines der führenden kanadischen Ökosysteme für Radiopharmaka – ein Umfeld, in dem auch Fusion Pharmaceuticals und das CPDC verankert sind. Defence Therapeutics ordnet die drei Schritte gemeinsam der nächsten Wachstumsphase zu.

Die Nähe zu einem etablierten Radiopharmaka-Cluster ist für Entwickler in diesem Feld von praktischer Bedeutung: Radioaktive Isotope haben teils sehr kurze Halbwertszeiten, was Herstellung, Logistik und Qualitätskontrolle an spezialisierte Infrastruktur bindet. Genau diese Themen – Isotopenversorgung, Radiochemie, klinische Herstellung – gehören zu den Arbeitsschwerpunkten, die Simms aus früheren Positionen mitbringt.

Börsennotierung und Einordnung

Defence Therapeutics ist an der Canadian Securities Exchange notiert und wird zusätzlich über den US-Handelsplatz OTCQB sowie in Frankfurt gehandelt. In Deutschland ist die Aktie unter der WKN A3CN14 und der ISIN CA24463V1013 gelistet. In Stuttgart wurde das Papier am 17. August 2026 um 9:15 Uhr mit 0,277 Euro und einem Plus von 0,73 Prozent angezeigt; das Unternehmen wird der Branche Biotechnologie zugerechnet.

Das Unternehmen selbst weist in seiner Mitteilung darauf hin, dass Aussagen über künftige Ereignisse als zukunftsbezogene Angaben zu verstehen sind und keine Garantie für die tatsächliche Entwicklung darstellen. Als Einflussfaktoren nennt Defence Therapeutics unter anderem regulatorische Entscheidungen, Marktpreise sowie die weitere Verfügbarkeit von Kapital und Finanzierungen. Ob und wann ein Radiopharmaka-Kandidat in die Klinik gelangt, ist offen – die Auswahl des Leitkandidaten steht nach Angaben des neuen COO erst an.

Quelle: FinanzNachrichten.de: News

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