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Reich werden mit Glücksspiel ist statistisch gesehen schwer. Mit smarten Investments ist die Wahrscheinlichkeit größer, wenn die finanziellen Risiken gering sind.

Ein Sprichwort sagt, dass Reiche Lotterien ausrichten und die Armen mitspielen. Obwohl statistisch betrachtet einiges an Wahrheit dahinterstecken mag, wäre es verfrüht, das Ganze als gegeben anzunehmen und nicht genauer darüber nachzudenken. Denn: Beide Gruppen haben durchaus nachvollziehbare Gründe für ihr Verhalten.

Der Ausrichter einer Lotterie weiß, dass nur rund 50 Prozent der Einnahmen wieder als Gewinne ausgeschüttet werden. Der Rest bleibt als Einnahme beim Veranstalter – ein lukratives Geschäft. 

Der Spieler wiederum weiß zwar, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit verlieren wird. Gleichzeitig hat er die Chance, mit einem sehr kleinen Einsatz – vielleicht zwei Euro – mehrere Millionen Euro zu gewinnen. Die mögliche Auszahlung steht also in einem extrem günstigen Verhältnis zum Einsatz.

Warum häufiges Spielen zum Problem wird – und was das mit der Börse zu tun hat

Der entscheidende Punkt für den Spieler ist jedoch die Anzahl seiner Versuche. Statistisch gesehen wird er im Durchschnitt verlieren. 

Je häufiger er spielt, desto höher ist die Summe, die er mit hoher Wahrscheinlichkeit verliert.

Ein ähnliches Prinzip lässt sich auch an der Börse beobachten: Anleger suchen gezielt nach Situationen, in denen ein kleines Risiko einer sehr großen Gewinnchance gegenübersteht. Solche Konstellationen gibt es beispielsweise bei Optionsscheinen. 

Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Dort kann ein kleiner Einsatz zu hohen Gewinnen führen, wenn sich ein Kurs stark in die erwartete Richtung bewegt.

Welche Investments bieten asymmetrisches Verhältnis von Chancen zu Risiken?

Allerdings haben Optionsscheine einen entscheidenden Nachteil: Sie haben eine begrenzte Laufzeit. Tritt die erwartete Kursbewegung zu spät ein, kann der Optionsschein wertlos verfallen.

Für langfristige Anleger stellt sich daher eine andere Frage: Welche Investments bieten ebenfalls ein asymmetrisches Verhältnis von Chancen zu Risiken – ohne dass eine feste Frist den Erfolg begrenzt?

Die Schwierigkeit besteht zunächst darin, ein solches Ungleichgewicht überhaupt zu erkennen. Ein Anleger muss zumindest vermuten, dass ein Vermögenswert deutlich unter seinem tatsächlichen Wert gehandelt wird.

Bei börsennotierten Aktien ist das zunehmend schwierig. Große Unternehmen werden von zahlreichen Analysten und Investoren beobachtet und bewertet. Je mehr Marktteilnehmer eine Aktie analysieren, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie dauerhaft stark unter- oder überbewertet ist.

Statistisch scheitern in sehr frühen Phasen neun von zehn Unternehmen

Eine andere Situation findet man häufig bei Beteiligungen an jungen Unternehmen, die sich noch in frühen Phasen ihrer Entwicklung befinden.

In der Frühphase eines Unternehmens gibt es oft nur eine Idee oder einen ersten Prototyp. Die Unsicherheit ist entsprechend hoch – und damit auch das Risiko, dass das eingesetzte Kapital vollständig verloren geht. Anleger in diesem Bereich sollten deshalb stark auf Diversifikation achten, damit einzelne Fehlschläge nicht das gesamte Kapital gefährden.

Statistisch scheitern in sehr frühen Phasen neun von zehn Unternehmen. Investitionen in dieser Phase können zwar enorme Gewinne bringen, sind aber auch besonders riskant.

Mit zunehmender Reife eines Unternehmens steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit deutlich. Gleichzeitig steigen jedoch auch die Bewertungen. Dadurch sinkt das mögliche Gewinnpotenzial. 

Eine Verzehn- oder Verhundertfachung des Einsatzes ist dann unwahrscheinlicher, doch eine Verdopplung oder Verfünffachung innerhalb weniger Jahre bleibt durchaus möglich.

Die wichtigste Frage: Kann ich einen möglichen Verlust verkraften?

Bevor ein Anleger in solche Investments einsteigt, sollte er sich eine grundlegende Frage stellen: Kann ich einen möglichen Verlust verkraften?

Selbst wenn ein Unternehmen nicht insolvent geht, können Beteiligungen an jungen Firmen oft schwer verkäuflich sein, weil es nur wenige potenzielle Käufer gibt.

Ein Anleger kann sich beispielsweise auf Unternehmen konzentrieren, von deren Entwicklung er besonders überzeugt ist, und auf eine schnelle Wertsteigerung setzen. Gelingt es, innerhalb von drei Jahren eine Verdreifachung des Einsatzes zu erzielen, wäre das bereits ein großer Erfolg.

Viele junge Unternehmen planen tatsächlich Wachstumsschritte, die eine solche Wertsteigerung ermöglichen könnten. In diesem Fall müsste ein Anleger nur bei etwa jeder dritten Investition richtig liegen, um insgesamt kein Geld zu verlieren.

Treffen zwei von drei Investitionen zu, ergibt sich bereits eine Rendite von rund 26 Prozent. Bei drei erfolgreichen Investitionen steigt sie auf etwa 44 Prozent. Fallen Verluste geringer aus oder entwickeln sich einzelne Unternehmen noch besser als erwartet, kann die Rendite weiter steigen.

Das eingesetzte Kapital sollte Vermögen sein, das langfristig nicht benötigt wird

Nicht jeder Anleger hat direkten Zugang zu jungen Unternehmen. In diesem Fall bleibt häufig nur die Möglichkeit, über spezialisierte Fonds oder Beteiligungspools zu investieren.

Solche Strukturen verlangen oft leistungsabhängige Gebühren, teilweise bis zu 25 Prozent. Diese können gerechtfertigt sein, wenn der Manager eine gute Auswahl trifft und attraktive Renditen erzielt.

Erreicht ein Fonds selbst nach Kosten langfristig etwa 25 Prozent Rendite pro Jahr, gehört er zu den erfolgreichsten Anlageformen überhaupt.

Neben Geduld gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft dazu

Allerdings sollte das eingesetzte Kapital Vermögen sein, das langfristig nicht benötigt wird. Über solche Mittel verfügen häufig Gutverdiener im mittleren Alter, aber auch Rentner oder Pensionäre mit angespartem Vermögen.

Aktien können langfristig zumindest einen Ausgleich für Inflation bieten. Deutlich höhere Renditen entfalten jedoch eine enorme Wirkung durch den Zinseszinseffekt.

Eine um 20 Prozent höhere jährliche Rendite führt über fünf Jahre bereits zum zweieinhalbfachen Vermögen. Nach zehn Jahren entspricht dies etwa dem sechsfachen Betrag. Über einen Zeitraum von 15 Jahren kann daraus sogar mehr als das 15-fache Vermögen entstehen.

Aus 100.000 Euro würden so über 1,5 Millionen Euro werden. Aus einer Million sogar rund 15 Millionen Euro.

Solche Ergebnisse lassen sich natürlich nicht garantieren. Neben Geduld gehört auch eine gewisse Risikobereitschaft dazu – und manchmal ein wenig Glück. Oder anders gesagt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Daniel Walther

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