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„Ohne tiefgreifende Reformen riskieren wir, dass das Potenzialwachstum in Deutschland bis Ende des Jahrzehnts auf null sinkt“, sagte Sewing am Montagabend bei einem Empfang der Deutschen Bank in Berlin. „Das wäre der Beginn einer strukturellen Stagnation – einer Ära ohne Wachstum. Und jeder kleine Rückschlag würde eine Rezession bedeuten.“
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Zugleich warnte Sewing vor politischen Folgen. „Eine starke Wirtschaft ist kein Allheilmittel. Aber sie ist das Fundament für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität“, sagte Sewing mit Blick auf fünf Landtagswahlen 2026. „Ein weiteres Erstarken populistischer Kräfte wäre eine schwere Belastung – für unsere demokratischen Institutionen ebenso wie für unsere Wirtschaft, die auf Offenheit und ein geeintes Europa ausgerichtet ist.“
„Work-Life-Balance darf nicht zur Ausrede werden“
Für eine stärkere Wirtschaft müssten die Menschen in Deutschland wieder mehr zupacken, sagte Sewing. In Deutschland werde weniger gearbeitet als in vielen anderen Ländern. Es brauche eine stärkere Leistungsmentalität. „Ja, Work-Life-Balance ist wichtig. Aber sie darf nicht zur Ausrede für weniger Ehrgeiz werden.“
Die Bundesregierung habe bereits Reformen angestoßen und der Wille zu weiteren Reformen sei erkennbar. Aber für einen umfassenden, dauerhaften Aufschwung brauche es mehr – „mehr Tempo und vor allem mehr private Initiative“.
Als wichtigen Hebel bezeichnete Sewing ein stärkeres Europas durch die Vollendung des Binnenmarkts. Zudem würden mehr Freihandelsabkommen gebraucht und eine „radikale Reformagenda für Deutschland“, dazu gehörten mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, eine Reform der Sozialsysteme, besonders der Rente und schnelle Steuerentlastungen für Unternehmen./als/DP/men
Quelle: dpa-AFX
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18 Kommentare
Ich finde es gut, dass Sewing die Bedeutung einer starken Wirtschaft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt betont, besonders im Hinblick auf die Landtagswahlen 2026. Das wird oft vergessen.
Die Forderung nach mehr privater Initiative ist verständlich, aber wie kann man diese Initiative konkret fördern, wenn Unternehmen bereits mit Bürokratie und Unsicherheit zu kämpfen haben?
Die Notwendigkeit von Freihandelsabkommen ist klar, aber welche Länder oder Regionen hat Sewing im Blick, und welche Auswirkungen hätte das auf deutsche Arbeitsplätze?
Ich frage mich, ob Sewing’s Warnung nicht auch eine Selbstverteidigung der Deutschen Bank ist, um die Notwendigkeit von Veränderungen im Finanzsektor zu betonen.
Ich bin gespannt, wie die Bundesregierung auf Sewings Forderungen reagieren wird, insbesondere im Hinblick auf das Tempo der Reformen.
Eine ‚radikale Reformagenda‘ klingt drastisch. Welche Bereiche der Sozialsysteme, insbesondere der Rente, sollen seiner Meinung nach am dringendsten reformiert werden?
Die Aussage, dass jeder kleine Rückschlag eine Rezession bedeuten würde, klingt sehr pessimistisch. Ist das wirklich eine unumgängliche Folge, oder versucht Sewing hier Druck auf die Politik auszuüben?
Die Angst vor einem Erstarken populistischer Kräfte ist nachvollziehbar. Aber ist die wirtschaftliche Situation wirklich der Hauptgrund dafür, oder spielen auch andere Faktoren eine Rolle?
Die Verbindung zwischen Wirtschaftskraft und demokratischer Stabilität ist ein wichtiger Punkt. Wie stark ist dieser Zusammenhang tatsächlich messbar?
Ein stärkeres Europa durch die Vollendung des Binnenmarkts klingt nach einem wichtigen Schritt, aber welche konkreten Hürden müssen dafür noch überwunden werden?
Sewing kritisiert, dass in Deutschland weniger gearbeitet wird als in anderen Ländern. Gibt es dazu belastbare Daten, und berücksichtigt man dabei auch Unterschiede in der Produktivität?
Seine Kritik an der Work-Life-Balance als ‚Ausrede‘ ist heikel. Könnte das nicht auch die Gefahr bergen, Arbeitnehmer zu überfordern und die Lebensqualität zu senken?
Die Betonung der Bedeutung eines geeinten Europas ist wichtig, aber wie kann man die europäische Zusammenarbeit angesichts unterschiedlicher nationaler Interessen stärken?
Sewing’s Warnung vor einer sinkenden Potenzialwachstumsrate auf null bis Ende des Jahrzehnts ist alarmierend; welche konkreten Maßnahmen schlägt er vor, um dem entgegenzuwirken, abgesehen von allgemeineren ‚Reformen‘?
Wenn das Potenzialwachstum auf null sinkt, wie sieht dann die Zukunft für junge Menschen aus, die in Deutschland eine Karriere starten wollen? Das ist eine berechtigte Sorge.
Das ist ein sehr guter Punkt. Die langfristigen Auswirkungen auf die Generationen nach uns müssen unbedingt berücksichtigt werden.
Die Aussage, dass Deutschland eine stärkere Leistungsmentalität braucht, finde ich etwas pauschal. Es gibt viele Menschen, die bereits sehr hart arbeiten.
Schnelle Steuerentlastungen für Unternehmen sind ein oft gehörter Wunsch. Welche Art von Entlastungen hält Sewing für am wirksamsten, und wie sollen diese finanziert werden?