Der US-Industriegüterkonzern überzeugt Investoren mit der Margenentwicklung. Wie geht’s weiter mit dem Papier?

In den vergangenen Wochen sind in den USA die Aktien von Unternehmen aus zyklischen, also konjunkturabhängigen Sektoren deutlich besser gelaufen als jene aus defensiven Sektoren. Offenbar setzen Investoren darauf, dass der Zinssenkungskurs der Fed die US-Konjunktur 2026 ankurbeln wird, während sie gleichzeitig von den billionenschweren Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump Rückenwind bekommt.

Einer der Zykliker auf der Überholspur war die Aktie von Dover. Der Konzern ist ein Hersteller und Anbieter von Industrieprodukten, der Geräte, Komponenten, Verbrauchsmaterialien, Software und digitale Lösungen für verschiedene Branchen bereitstellt, zum Beispiel Lebensmitteltechnik, Energie, Bildgebung, Pumpen und Prozesslösungen. Zu den Produkten gehören unter anderem Kraftstofflösungen und Lösungen für Kühl- und Lebensmitteltechnik.

Im dritten Quartal ist der Umsatz um 4,8 Prozent auf 2,08 Milliarden Dollar gestiegen, das lag allerdings leicht unter den Schätzungen der Analysten von 2,11 Milliarden Dollar.

Dabei lag das organische Wachstum bei lediglich 0,5 Prozent, Hauptgrund war die schwache Nachfrage nach Kühlschranktüren. Hinzu kamen 3,0 Prozentpunkte durch Zukäufe sowie 1,3 Prozentpunkte durch Währungseffekte.

Dank deutlicher Kostensenkungen ist allerdings der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Basis der Geschäftsbereiche – wobei die Kosten auf Konzernebene ausgeklammert werden – um 12 Prozent auf 542,7 Millionen Dollar geklettert, damit hat sich die Marge von 24,4 Prozent auf den Rekord von 26,1 Prozent verbessert. Sie kann sich damit mehr als sehen lassen.

Zudem hat der bereinigte Gewinn je Aktie um 15 Prozent auf 2,62 Dollar zugelegt.

Außerdem stieg der Free Cashflow um 17,5 Prozent auf 370 Millionen Dollar.

Schlussendlich legte der Auftragseingang um 8 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar zu.

Prognose leicht angehoben

Bei der Zahlenvorlage am 23. Oktober zeigte sich Vorstandschef Richard J. Tobin mit den Ergebnissen zufrieden und betonte, dass 20 Prozent des auf das Jahr hochgerechneten Umsatzes auf Märkte mit strukturellem Wachstum entfielen, etwa US-Gastechnik und Investitionen in Energieinfrastruktur, Flüssigkühlung für Rechenzentren, die Herstellung von Einwegprodukten für Pharma- und Biotech-Lösungen (Spritzen, Pipettenspitzen etc.) oder CO2-Kühlysteme.

Er hat die Umsatzprognose für das Gesamtjahr bestätigt, demnach soll der Erlös um 4 bis 6 Prozent steigen.

Zudem hat der Firmenlenker den Ausblick für den bereinigten Gewinn je Aktie leicht nach oben geschraubt, auf 9,50 bis 9,60 Dollar statt der zuvor geplanten 9,35 bis 9,55 Dollar. Damit wurde die Mitte der Spanne um 0,10 Dollar nach oben angepasst, was zudem ein Wachstum von 15 Prozent gegenüber 2024 bedeutet.

Tobin will weiter kräftig auf die Kostenbremse treten. Unter anderem wurde die Produktion von Glastüren für Kühlschränke von einem Werk in Sylmar im US-Bundesstaat Kalifornien nach Richmond in Virginia verlagert, was in den nächsten 18 Monaten für deutliche Einsparungen sorgen soll. Im Gesamtjahr 2025 will der Konzern 85 Millionen Dollar in die Verbesserung der Produktivität investieren.

Offensichtlich haben die Ergebnisse und die Prognose Investoren überzeugt, hat doch die Aktie nach der Zahlenvorlage deutlich zugelegt und läuft seitdem in Richtung der Rekordhochs.

So sehen die Schätzungen aus

Analysten prognostizieren für 2025 einen Umsatzanstieg um 4,3 Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar. 2026 soll sich das Wachstum etwas beschleunigen, auf 5,6 Prozent, womit 8,5 Milliarden Dollar zu Buche stehen sollen.

Dabei soll der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2025 um 11,4 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zulegen, gefolgt von einem Plus von 8,9 Prozent auf 1,85 Milliarden Dollar für 2026. Damit würde sich die Marge zuerst deutlich verbessern, vom Rekord von 19,7 auf 21,0 Prozent, um 2026 sogar auf 21,7 Prozent zuzulegen.

Wie geht’s weiter mit der Aktie?

Nach dem Höhenflug liegt der Börsenwert bei 26,9 Milliarden Dollar. Inklusive der Nettoschulden von 1,5 Milliarden Dollar liegt der Enterprise Value (EV) bei 28,4 Milliarden Dollar.

Das entspricht dem 15,4-Fachen des von Analysten für 2026 prognostizierten Ebit. Die Bewertung zeigt, welch deutliches Wachstum in die Aktie eingepreist ist. Allerdings soll die Marge auf immer neue Rekordwerte verbessert werden, die damit immer weiter über dem Niveau früherer Jahre liegen würde. So waren es beispielsweise im Vor-Corona-Jahr 2019 „nur“ 15,0 Prozent.

Und das 2026er-KGV liegt bei 18,5.

Trotz der hohen Bewertung sollte meiner Meinung nach die Rekordfahrt der Dover-Aktie weitergehen, denn viele Investoren dürften weiter darauf setzen, dass der Industriegüterkonzern in den nächsten Jahren von etlichen strukturellen Wachstumstreibern profitieren könnte.

BNP Paribas bietet auf die Aktie von Dover (853707) Mini Futures, Unlimited TurbosFaktor-Optionsscheine und weitere Produkte an.

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