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WisdomTree True Emerging Markets UCITS ETF – USD Acc
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Anleger interessieren sich seit Langem aus einem einfachen Grund für Schwellenländer: Sie bieten die Chance, an der wirtschaftlichen Entwicklung durch steigende Einkommen, eine wachsende Mittelschicht, sich vertiefende Kapitalmärkte und den Strukturwandel teilzuhaben, der mit dem Übergang eines Landes vom unteren zum mittleren Einkommensstatus einhergeht. Das ist einer der wichtigsten langfristigen Renditetreiber bei globalen Aktien.
Doch genau hier liegt das Problem. In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Universum der Schwellenländer in einer Weise weiterentwickelt, die dieses ursprüngliche Versprechen verwässern könnte. Traditionelle Benchmarks für Schwellenländer sind heute von einer kleinen Zahl großer, reifer Märkte dominiert: Volkswirtschaften mit stark gestiegenem Pro-Kopf-Einkommen, verbesserten Kreditstandards, Kapitalmärkten, die sich auf das Niveau der Industrieländer vertieft haben, und einem Aktienmarktverhalten, das weniger empfindlich auf die klassischen Faktoren der Schwellenländer reagiert, die Anleger ursprünglich angelockt hatten.
In der Folge verhält sich ein breites Engagement in Schwellenländern nicht mehr wie eine diversifizierte Anlage in entwicklungsgetriebenem Wachstum, sondern kann zu einer konzentrierten Wette auf wenige große Märkte und Mega-Cap-Unternehmen werden. Anleger, die in Schwellenländer investieren, um von Konvergenz und strukturellen Veränderungen zu profitieren, sollten diese Diskrepanz im Auge haben.
Eine neue Definition für Schwellenländer
Ein echtes Schwellenland ist eine Volkswirtschaft, die wirtschaftlich und institutionell noch nicht mit den Industrieländern vergleichbar ist, über erhebliches Potenzial für entwicklungsorientiertes Wachstum und eine Vertiefung der Kapitalmärkte verfügt und nach wie vor mit ausreichender Praktikabilität als Anlageziel infrage kommt. Es handelt sich um einen Rahmen, der sich an der Entwicklung und der Marktreife ausrichtet, nicht an einer herkömmlichen Klassifizierung.
Nehmen wir zum Beispiel Indien. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt bei etwa 3.000 US-Dollar1 – einem Bruchteil des Niveaus in den Industrieländern. Dennoch baut das Land eine digitale öffentliche Infrastruktur in einem Ausmaß und mit einer Geschwindigkeit auf, die bisher beispiellos sind. Über die Unified Payments Interface (UPI) wurden im letzten Jahr Transaktionen im Wert von 300 Billionen Rupien abgewickelt – eine 300-fache Steigerung innerhalb von acht Jahren.2 Das ist keine reife Volkswirtschaft, die marginale Optimierungen vollzieht. Es handelt sich vielmehr um eine Volkswirtschaft, die sich inmitten eines strukturellen Wandels befindet und den Zielmarkt für ihre börsennotierten Unternehmen in Echtzeit formalisiert, digitalisiert und erweitert.
Brasilien zeichnet sich daneben durch seine naturgegebenen Vorteile aus. Das Land gehört weltweit zu den fünf größten Produzenten von Sojabohnen, Kaffee, Zucker, Orangensaft und Rindfleisch.3 Es ist zudem einer der am schnellsten wachsenden Ölproduzenten außerhalb der OPEC. Vor dem Hintergrund der aktuell hohen Ölpreise stammen 88 % der brasilianischen Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen.4 Diese Kombination aus Einnahmen aus dem Ölexport und der Absicherung der heimischen Energiekosten durch erneuerbare Energien stellt einen seltenen doppelten Vorteil dar.
Saudi-Arabien ist eine Volkswirtschaft, die ihren Rohstoffreichtum in umfassende Transformationsprozesse lenkt. Die Zahl der Touristen hat bereits 122 Millionen erreicht: Die FIFA-Weltmeisterschaft 2034, die Formel 1, die „Riyadh Season“ und die Giga-Projekte sorgen für eine anhaltende Nachfrage.5 Zudem wächst die Kapazität von Rechenzentren bis 2030 jährlich um 29 %.6
Südafrika eröffnet eine weitere Dimension. Der Bankensektor ist gut mit Kapital ausgestattet und expandiert auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. 84 % der Erwachsenen verfügen mittlerweile über ein Bankkonto – ein Anstieg gegenüber 52 % im Jahr 2003. Dennoch beträgt die Kreditaufnahme der privaten Haushalte nur 34 % des BIP, und die Unternehmensverschuldung liegt mit 31 % im Vergleich zu anderen Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) auf einem niedrigen Niveau.6 Angesichts sinkender Zinsen besteht Spielraum für Kreditwachstum. Die hohen Gold- und Platinpreise des Jahres 2025 kommen Südafrika in hohem Maße zugute, da sie das exportgetriebene Wachstum ankurbeln, die Devisenreserven aufstocken und die Steuereinnahmen stärken.
Mexiko befindet sich an der Schnittstelle zwischen Nearshoring und finanzieller Inklusion. Rund 53 % des BIP hängen vom Handel mit den USA ab, wobei etwa 80 % der Exporte den USMCA-Bestimmungen (Abkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada) entsprechen – ein struktureller Vorteil in einer Zeit, in der die Zollpolitik weltweit die Schlagzeilen dominiert.7
Jede dieser Volkswirtschaften befindet sich in einer anderen Phase der Entwicklungskurve, doch eines haben sie gemeinsam. Die Kräfte, die seit jeher die Attraktivität von Anlagen in Schwellenländern geprägt haben – unter anderem Konvergenz, Strukturwandel, Vertiefung des Finanzsektors und ressourcenbasiertes Wachstum – sind noch immer fest verankert. Es handelt sich nicht um veraltete Einstufungen, sondern um aktive und sich weiterentwickelnde Prozesse.
Dagegen weichen einige Länder, die in traditionellen Indizes nach wie vor als Schwellenländer eingestuft werden, wie beispielsweise China, Südkorea und Taiwan, zunehmend vom allgemeinen Universum der Schwellenländer ab. Ihr Pro-Kopf-BIP, die Tiefe ihrer Kapitalmärkte und ihre Wachstumsdynamik sehen heute ganz anders aus.
Wir stellen vor: Der WisdomTree True Emerging Markets UCITS ETF
Der WisdomTree True Emerging Markets UCITS ETF (WEM) bildet den WisdomTree True Emerging Markets UCITS Index ab. Im Gegensatz zu herkömmlichen Benchmarks für Schwellenländer, die auf traditionellen Ländereinstufungen basieren und häufig stark auf wenige große, reifere Volkswirtschaften ausgerichtet sind, nutzt WisdomTree ein eigens entwickeltes, auf mehreren Kennzahlen basierendes Rahmenwerk zur Ermittlung von Ländern, die als „True Emerging Markets“ – echte Schwellenländer – gelten.
Abbildung 1: WisdomTree-Rahmenwerk zur Einstufung der Schwellenländer
Quelle: WisdomTree, Stand: 27. Februar 2026. HDI – Human Development Index, Index der menschlichen Entwicklung.
Nach diesem Rahmenwerk werden die makroökonomischen Daten jedes Landes untersucht, darunter die Ländereinstufung im Weltwirtschaftsausblick des IWF, das Pro-Kopf-BIP, der Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen, die Bonität des Staates und die Dynamik des BIP-Wachstums sowie die Zugänglichkeit und Handelbarkeit der lokalen Aktienmärkte. Die Ländereinstufung wird jedes Jahr anhand des oben genannten Rahmens überprüft. Der WisdomTree True Emerging Markets UCITS ETF bietet ein gezieltes Engagement in weniger beachteten Schwellenländern mit hohem strukturellem Wachstumspotenzial wie Indien, Brasilien, Saudi-Arabien, Mexiko, Südafrika, Indonesien und Vietnam. Dies sind Volkswirtschaften, in denen demografischer Rückenwind, der digitale Fortschritt und die geringe Kapitalmarktdurchdringung weiterhin ein bedeutendes langfristiges Wachstumspotenzial bieten.
Das daraus resultierende Engagement unterscheidet sich signifikant von traditionellen Schwellenländer-Benchmarks: Der Active Share beträgt 66 % im Vergleich zum MSCI Emerging Markets Index, der größere Allokationen in China, Taiwan und Südkorea aufweist – Märkte, die im Vergleich zu anderen Schwellenländern unterschiedliche wirtschaftliche Merkmale aufweisen. Durch den Ausschluss dieser Märkte verringert sich zudem die Konzentration: Das Gesamtgewicht der zehn größten Positionen von 33,5 % im MSCI EM Index beläuft sich im WisdomTree Emerging Markets UCITS Index auf nur 16 %.
Abbildung 2 – Die größten Länderengagements und Unterschiede gegenüber dem MSCI EM Index
Quelle: WisdomTree, MSCI. Stand: 27. Februar 2026.
Anlagen in Schwellenländern unterliegen Risiken, darunter Marktvolatilität, politische und wirtschaftliche Unsicherheiten, Währungsschwankungen und Änderungen der Rechtslage, die sich im Laufe der Zeit in der Wertentwicklung niederschlagen können.
1 Weltwirtschaftsausblick des IWF, Update vom April 2026. Schätzung des Pro-Kopf-BIP Indiens für 2026.
2 National Payments Corporation of India (NPCI) und Press Information Bureau of India (PIB) 2025.
3 Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), Stand: 31. Dezember 2025.
4 Empresa de Pesquisa Energetica (EPE), Nationale Energiebilanz 2025, Basisjahr 2024.
5 S&P Global Intelligence, Stand: 31. Dezember 2025.
6 OECD-Wirtschaftsberichte: Südafrika 2025.
7 Weltbank, Banxico, Stand: 31. Dezember 2025.
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6 Kommentare
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