Rund 550 Mitarbeitende, vier Produktionsstandorte, mehr als 250 Kunden weltweit – und ein erstes Quartal, das besser verlief als das Vorjahr. Die electrovac AG, Hersteller hermetischer Glas-Metall-Gehäuse für sicherheitskritische Elektronik, hat von April bis Juni 2026 den Umsatz um zwölf Prozent auf 31,5 Millionen Euro gesteigert. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 28,1 Millionen Euro.

electrovac AG

WKN A420ZL · ISIN DE000A420ZL4

Chart: Frankfurt, 3 Monate

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern – das EBIT – legte um elf Prozent auf 3,2 Millionen Euro zu. Dieser Wert enthält allerdings einmalige Kosten aus dem Börsengang in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Bereinigt darum lag das EBIT bei 5,4 Millionen Euro, nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahresquartal. Als Treiber nannte das Unternehmen eine verbesserte Betriebsleistung bei weitgehend konstantem Materialaufwand und unterproportional gestiegenen Fixkosten.

Die Auftragseingänge übertrafen den Umsatz im ersten Quartal deutlich: Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz – die sogenannte Book-to-Bill-Rate – lag bei 2,3. Ein Wert über eins bedeutet, dass mehr bestellt als geliefert wurde; 2,3 heißt, dass mehr als doppelt so viele Aufträge eingingen, wie im Quartal abgerechnet werden konnten. Besonders stark waren die Bereiche Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, aber auch der allgemeine Industriebereich. Wie viel von diesem Auftragsbestand wann abgerufen wird, ließ die Mitteilung offen.

Seit dem 30. April 2026 ist electrovac im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Aus dem Börsengang flossen dem Unternehmen Bruttoerlöse von knapp 30 Millionen Euro zu. Zum 30. Juni 2026 lagen die Zahlungsmittel bei 25,8 Millionen Euro, nachdem sie zum 31. März noch bei 2,1 Millionen Euro gestanden hatten. Die Eigenkapitalquote stieg im selben Zeitraum von 55,1 auf 68,2 Prozent. Das frische Kapital soll in den Ausbau internationaler Produktionskapazitäten fließen.

Die Jahresprognose für 2026/2027 bleibt unverändert: electrovac erwartet einen Umsatz zwischen 120 und 130 Millionen Euro sowie ein EBIT zwischen 11,0 und 12,0 Millionen Euro. Bereinigt um die IPO-Aufwendungen liegt die EBIT-Erwartung zwischen 13,0 und 14,0 Millionen Euro. Ob und wann Folgeaufträge aus den hohen Auftragseingängen zu Umsatz werden, entscheidet, wie eng electrovac an der oberen Grenze dieser Spanne abschneidet.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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