Listen to the article

0:00
0:00

Kernaussagen

🌐 Translate Article

Translating...

📖 Read Along

💬 AI Assistant

🤖
Hi! I'm here to help you understand this article. Ask me anything about the content!


Die wichtigsten Erkenntnisse


  • Verbundene Produkte
    WisdomTree Japan Equity UCITS ETF – USD Hedged, WisdomTree Japan Equity UCITS ETF – USD Acc, WisdomTree Europe Value UCITS ETF – EUR Acc, WisdomTree Europe Equity Income UCITS ETF, WisdomTree US Equity Income UCITS ETF, WisdomTree Emerging Markets ex-State-Owned Enterprises UCITS ETF – Acc, WisdomTree Emerging Markets Equity Income UCITS ETF
    Mehr erfahren

 

Die Weltwirtschaft startete mit einem für Aktien vergleichsweise günstigen Umfeld ins Jahr 2026: Die Wachstumsprognosen stabilisierten sich, die Inflationsängste ließen nach und die Unternehmenserträge blieben robust. Das globale Umfeld wandelt sich hin zu einer Form des modernen Merkantilismus – einem eher konfrontativen multipolaren System, in dem Handel, Technologie und Sicherheit immer häufiger als Teil umfassenderer strategischer Verhandlungen thematisiert werden.

Das erste Quartal 2026 hat diese Botschaft bekräftigt. Die Märkte sind mittlerweile selektiver und unterliegen stärkeren Rotationen. Künstliche Intelligenz (KI) bleibt ein strukturelles Thema, aber die Wertentwicklung von Aktien wird immer mehr durch die Streuung über Regionen, Sektoren und Anlagestile hinweg und weniger durch den Handel mit einem einzelnen Index bestimmt. Das sich wandelnde Muster der globalen Aktienmarktperformance des Jahres 2025 ist ein nützlicher Vorbote, der uns daran erinnert, dass die Renditeunterschiede zwischen den Regionen wahrscheinlich auch 2026 ein prägendes Merkmal bleiben werden.

 

Abbildung 1: Ausblick für das Wachstum der Aktienerträge hält Herausforderungen bislang stand

 

Quelle: MSCI, FactSet, WisdomTree, Stand: 31. Dezember 2025. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

USA: Führungsrolle verbreitert sich, doch Messlatte liegt höher

 

Die USA geben weiterhin den Ton für die globale Risikobereitschaft an, aber die interne Marktstruktur ist inzwischen wichtiger als der Leitindex. Die entscheidende Veränderung besteht darin, dass der Markt „KI-Engagements“ nicht mehr pauschal belohnt. Der Markt unterscheidet zwischen „KI-Enablern“ mit Prognosesicherheit für die Erträge und Mega-Cap-Wachstumstiteln, bei denen die Erwartungen bereits überzogen waren. Das ist von Bedeutung, da Konzentration nach wie vor ein Risiko erster Ordnung darstellt. Ende 2025 machten die zehn größten Unternehmen etwa 40 % der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus, was die Sensitivität des Index gegenüber einer kleinen Gruppe von Aktien verstärkte und die Wahrscheinlichkeit von Schwankungen erhöhte, selbst wenn sich die meisten Unternehmen normal verhalten. Das ist ein Grund, warum das erste Quartal 2026 den Eindruck einer „zweigeteilten Entwicklung“ vermittelt: Der Index kann sich zwar halten, doch unter der Oberfläche kann sich die Führungsrolle stark verändern.

US-Aktien können sich weiterhin gut entwickeln, aber der Markt ist weniger nachsichtig. Eine hohe Bewertung und Konzentration erschweren eine weitere direkte Steigerung der Multiplikatoren in diesem Jahr. Ein robusterer Ansatz besteht in Breite: Bilanzstärke, Cashflow-Stabilität und selektiv zyklische Erträge, bei denen Preissetzungsmacht und Prognosesicherheit zur Auftragslage auch schwächere Phasen überbrücken können.

 

HALO: Warum das erste Quartal 2026 anders wirkt

 

Einer der nützlichsten Rahmen für das, was wir 2026 bisher gesehen haben, ist der HALO-Effekt: „Heavy Assets, Low Obsolescence“ (stabile Vermögenswerte, geringe Veralterung). Der Trade spiegelt die wachsende Präferenz des Marktes für kapitalintensive Unternehmen wider, die mit Kapazitäten, Netzwerken, Infrastruktur und technischer Komplexität verbunden sind – Bereiche, in denen Vermögenswerte nur langsam „altern“, die Preisgestaltung häufig durch eine langfristige Nachfrage gestützt wird und Wettbewerbsvorteile eher physischer als digitaler Natur sind.

Das ist wichtig, weil der KI-Zyklus zunehmend zu einem Ausbau der Realwirtschaft führt: Rechenzentren, Stromversorgung, Kühlung und Investitionen in das Stromnetz. Da Anleger in Bezug auf US-Tech zunehmend sensibel auf Bewertungen reagieren, sind sie eher bereit, für die „Picks-and-Shovels“-Ebene (die zugrunde liegende Technologie und Infrastruktur und nicht das Endprodukt) der KI und Elektrifizierung zu zahlen. Mit anderen Worten: HALO ist ein Mechanismus, der erklärt, warum sich die Führungsrolle auch dann ausweiten kann, wenn das KI-Narrativ intakt bleibt.

 

Europa: Finanzpolitischer Impuls und ausgewogenerer Zyklus

 

Europa startete mit zwei gegensätzlichen Tendenzen ins Jahr 2026: Einerseits gab es Druck von außen (Zölle, starke Währung, Wettbewerb), andererseits konstruktivere Kräfte im Inneren, eine gelockerte Geldpolitik, eine klarere finanzpolitische Wende und allmähliche Fortschritte bei den Strukturreformen. Das Basisszenario im ursprünglichen Ausblick lautete, dass inländische Kräfte zunehmend Einfluss auf die Ertragssicherheit haben würden, und das erste Quartal hat diese Annahme weitgehend bestätigt. Die Chancen in Europa erscheinen ausgewogener als in den meisten Jahren des letzten Jahrzehnts. Europa profitiert auch von einem geringeren Konzentrationsrisiko als die USA, was bei steigender Streuung an Bedeutung gewinnt.

Was Reformen angeht, ist der Fortschritt real, aber noch unvollständig. Die Beobachtungen des European Policy Innovation Council (EPIC) zeigen, dass nur etwa 11 % der Empfehlungen Draghis vollständig umgesetzt wurden und weitere 20 % teilweise, was sowohl Aufwärtspotenzial (falls sich die Umsetzung schneller vollzieht) als auch Einschränkungen (durch politische Engpässe) aufzeigt.

 

Fiskalpolitik: Die Schlagzeile ist der Wandel Deutschlands, doch die eigentliche Geschichte ist das Ausbreitungspotenzial

 

Das Streben Europas nach strategischer Autonomie zeigt sich zunehmend in der Fiskalpolitik. Verteidigungsausgaben sind ein wichtiger Bestandteil, aber die investitionsrelevanten Auswirkungen gehen darüber hinaus: Industriekapazitäten, Infrastruktur, Digitalisierung und Innovation. Deutschland nimmt hier eine zentrale Stellung ein.  Wir gehen davon aus, dass die zusätzlichen fiskalischen Ausgaben nach der Lockerung der deutschen Schuldenbremse das Wachstum in Deutschland sowohl 2026 als auch 2027 um rund 0,4 % steigern könnten, selbst wenn es kurzfristig zu Engpässen wie Genehmigungen und Arbeitskräftemangel kommen sollte. Das Ausbreitungspotenzial ist erheblich. Deutschland ist für einen Großteil der Region ein wichtiger Handelspartner, und eine Wende von Stagnation zu moderatem Wachstum kann das Vertrauen und die Ausgaben über die Landesgrenzen hinaus stärken.

 

Abbildung 2: Geschätzte Umsatzsteigerungen nach Sektoren durch zusätzliche Investitionsausgaben der Bundesregierung im Jahr 2026

 

Quelle: Destatis, WisdomTree, Stand: 31. Januar 2026. Prognosen sind kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und alle Anlagen sind mit Risiken und Ungewissheiten verbunden.

 

Das Vereinigte Königreich bietet einen guten Nährboden für Renditen

 

Die Argumente für Aktieninvestitionen im Vereinigten Königreich sind nach wie vor differenziert. Es geht weniger um Wachstumsführerschaft als vielmehr um Erträge, Bewertungsunterstützung und Zinssensitivität. Der Ausblick geht davon aus, dass eine lockerere Geldpolitik Bereiche wie Lebensversicherungen, Immobilien und Bauwesen stützen kann, wo die Ausgangsbewertungen niedrig sind und Dividendenrenditen die Unsicherheit kompensieren können.

Während das Argument für das Vereinigte Königreich auf Dividenden und Bewertungsunterstützung basiert, bietet Japan eine andere Art von Attraktivität: eine Reformgeschichte, die sich zunehmend verfestigt und durch Governance-Druck und eine klarere innenpolitische Ausrichtung untermauert wird.

 

Japan: Politische Klarheit trifft auf Governance-Dynamik

 

Japan bleibt eine der beständigeren strukturellen Storys in den Industrieländern. Es spiegelt eine seltene Kombination aus politischer Klarheit und Governance-Dynamik wider. Der Erfolg von Premierministerin Sanae Takaichi bei den vorgezogenen Wahlen und die neue Wachstumsstrategie bleiben wichtige Impulse. Und Governance zählt. Die Bemühungen der Tokioter Börse hinsichtlich Kapitalkosten und Bewertung haben Unternehmensmaßnahmen forciert: eine umfassendere Offenlegung, weniger Aktien unter Buchwert und zunehmende Aktienrückkäufe – Faktoren, die alle die Breite des Marktes stützen.

 

Abbildung 3: Ausschüttungsquoten in Japan holen gegenüber den USA und Europa auf

 

Quelle: FactSet, WisdomTree, Stand: 31. Januar 2026. Die historische Wertentwicklung ist kein Hinweis auf die künftige Wertentwicklung, und Anlagen können im Wert sinken.

 

Schwellenländer: Dynamik ist zurück, Streuung gibt weiterhin den Ton an 

 

Die Botschaft für die Schwellenländer ist konstruktiv, aber nuanciert: Die makroökonomischen Bedingungen können hilfreich sein, aber die Ergebnisse hängen von der Länderauswahl und der Nachhaltigkeit der Erträge während der KI- und Rohstoffzyklen ab. Die Rahmenbedingungen bleiben günstig: Die Wachstumsprämie der Schwellenländer, die nachlassende Inflation, die nach oben korrigierten Ertragsprognosen und die stärkere Außenwirtschaftsposition tragen dazu bei, die makroökonomischen Risikoprämien zu senken.

 

Fazit für das erste Halbjahr 2026

 

Der Rückenwind hält an und wird durch robuste Erträge und ein konstruktives globales Umfeld gestützt. Doch der Seitenwind ist real, einschließlich politischer Ungewissheit, geopolitischer Risiken und einer US-Marktstruktur, die konzentriert bleibt und stark auf Bewertungen reagiert. In diesem Umfeld ist Diversifikation mehr als nur Risikokontrolle. Sie ist eine Renditequelle. Die Positionierung für eine breitere Führungsrolle, einschließlich der im ersten Quartal sichtbaren HALO-Rotation hin zu kapitalintensiven Sektoren mit stabilen Cashflows, könnte sich als die robusteste Strategie erweisen.

Den vollständigen Artikel hier lesen

Teilen.

Über stock3 stock3 ist die zentrale „Homebase“ für anspruchsvolle Trader und Anleger im deutschsprachigen Raum. Die Plattform vereint die Analysestärke des ehemaligen GodmodeTrader mit der Technologie des Trading-Terminals Guidants. Nutzer finden hier professionelle Chartanalysen, Echtzeitkurse und die Möglichkeit, direkt aus der Plattform heraus bei zahlreichen Brokern zu handeln.

5 Kommentare

  1. Interesting update on Equity Outlook: catching the tailwinds, respecting the headwinds DE. Looking forward to seeing how this develops.

Einen Kommentar hinterlassen

Exit mobile version