An den europäischen Aktienmärkten kam die Aufwärtsbewegung der ersten Wochentage zunächst zum Stehen. Der EuroStoxx 50 notierte am Mittwochmittag mit 6.487,41 Punkten praktisch auf dem Schlussniveau des Vortages, nachdem der Leitindex der Eurozone im frühen Handel noch eine weitere Bestmarke erreicht hatte. Zum Wochenbeginn hatten mehrere europäische Indizes Rekordhochs markiert.
Als treibende Kraft der Rally nannten Marktbeobachter vor allem geopolitische Hoffnungen. Rückenwind lieferte die Aussicht auf eine Beilegung des Krieges zwischen den USA und dem Iran. Frank Sohlleder, Analyst beim Broker ActivTrades, verwies auf eine dünner werdende Luft an den Märkten und eine wachsende Bereitschaft der Anleger, Gewinne mitzunehmen.
Schweiz und London leicht im Plus
Außerhalb der Eurozone fiel die Tendenz etwas freundlicher aus. Der schweizerische SMI gewann 0,17 Prozent auf 14.487,99 Punkte, der britische FTSE 100 rückte um 0,15 Prozent auf 10.895,35 Punkte vor. Größere Impulse gingen von den Konjunkturdaten nicht aus; im Vordergrund standen Unternehmenszahlen aus der laufenden Berichtssaison.
Rohstoffwerte führen die Sektoren an
Stärkster Sektor waren die Rohstoffwerte, angeführt von Glencore mit einem Kursanstieg von knapp drei Prozent. Der Schweizer Rohstoffkonzern hatte von den kräftig gestiegenen Energie- und Rohstoffpreisen im Zuge des Iran-Krieges profitiert und ein deutliches Umsatz- und Gewinnplus ausgewiesen.
Auch Nahrungs- und Getränkewerte waren gesucht. Heineken legte 2,6 Prozent zu, nachdem die Analysten von Jefferies die Gewinnentwicklung des Brauereikonzerns positiv hervorgehoben hatten. Zurückhaltender reagierte der Markt auf die Zahlen des niederländischen Handelskonzerns Ahold Delhaize: Nach Einschätzung von JPMorgan erfüllte das Unternehmen lediglich niedrige Erwartungen, das laufende Geschäftsjahr bleibe herausfordernd. Die Ahold-Delhaize-Aktie kam nur 0,2 Prozent voran.
Gesundheitssektor mit gegenläufigen Signalen
Im Pharma- und Medizintechniksektor gingen die Kursbewegungen deutlich auseinander. Novo Nordisk verlor 4,2 Prozent, obwohl der dänische Konzern etwas weniger pessimistisch auf das laufende Jahr blickt als zuvor. Am Markt hatte man mehr erwartet. Kritik richtete sich vor allem auf die Entwicklung der Abnehmpille Wegovy.
Auf der Gewinnerseite standen dagegen zwei andere Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich. Fresenius stieg nach Quartalszahlen und Ausblick um mehr als fünf Prozent, Sandoz kletterte nach neuen Zahlen um über neun Prozent. Beim Krankenhausbetreiber und Pharmahersteller Fresenius spielte die angehobene Ergebnisprognose eine Rolle, beim Schweizer Generikakonzern Sandoz die vorgelegten Geschäftszahlen.
Berichtssaison bestimmt das Bild
Das Marktgeschehen war damit weniger von der Indexentwicklung als von den Einzelwerten geprägt. Während die Rohstoffbranche von den gestiegenen Preisen profitierte, sorgten Quartalszahlen im Gesundheitssektor für Kursausschläge in beide Richtungen. Die Indizes selbst bewegten sich nach den Rekordständen der Vortage kaum – ein Bild, das nach kräftigen Kursgewinnen und angesichts hoher Bewertungen häufig auftritt, wenn Anleger Gewinne sichern und neue Impulse abwarten.
Quelle: FinanzNachrichten.de: Marktberichte
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

