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Ein Einbruch um 36 Prozent innerhalb von wenigen Stunden – das hatten Anleger bei Silber seit 1982 nicht erlebt und die meisten auch nicht erwartet.

Die letzten Tage wurden für Silber-Anleger zu einem Wechselbad der Gefühle: Ende Januar stieg der Silber-Spotpreis in mehreren Wellen steil an, bevor es nun, Anfang Februar, zu einem heftigen Absturz kam. 

Konkret berichtete Reuters, dass Silber am 29. Januar 2026 auf ein Allzeithoch von 121,6 Dollar pro Unze kletterte, um am Folgetag durch technische Verkäufe und Stop-Loss-Orders über 25 Prozent seines Werts einzubüßen – der größte Tagesverlust seit 1982.

Am 2. Februar 2026 befand sich der Preis laut Marktberichten erneut um etwa 75 bis 78 Dollar je Unze, nachdem die Volatilität schon am Vortag extrem hoch gewesen war:

  1. 23.01.2026: Erste Rallye über 100 USD (Silber bei ca. 101 USD).
  2. 29.01.2026: Rekordhoch 121,6 Dollar/oz.
  3. 30.01.2026: Massiver Einbruch um 36 Prozent an einem Tag (größter Tagesverlust seit 1982).
  4. 02.02.2026 (Wochenbeginn): Eröffnungskurs rund 75 Dollar/oz; im Tagesverlauf um 7 Prozent gefallen.

Diese extreme Entwicklung lässt viele Anleger sprachlos – und manche auch fassungslos – zurück. Doch was steckt hinter der Achterbahnfahrt bei Silber?

Treiber der Rallye und Spekulation

Marktbeobachter führten die starken Bewegungen vor allem auf eine spekulative Hausse zurück. Händler und Analysten berichteten von einer „massiven, massiven Retail-Frenzy“, wie Ole Hansen (Saxo Bank) es ausdrückte. 

Die Rallye wurde von hektischen Kleinanlegerkäufen (FOMO) und Zuflüssen in physisch gedeckte Silber-ETFs getragen. So stieg die Nachfrage nach Silbermünzen und -barren sprunghaft an: Der US-Münzhändler APMEX meldete Rekord-Transaktionen und setzte Anfang 2026 Mindestkauf- und -verkaufsgrößen durch. 

Rallye durch fundamentale Maßstäbe extrem verzerrt

Auch Zuflüsse in Silber-ETFs waren hoch – laut Reuters-Portfolioberatern erhöhten physischen ETF-Zuflüsse die Kaufdynamik seit Oktober 2025 deutlich.

Begleitet wurde dies von extremen Short-Squeeze-Effekten: Bloomberg bezeichnete das Geschehen als „historic short squeeze“, da große Teile des Marktes gezwungen waren, kurzfristig abzusichern. Durch die Rallye wurden fundamentale Maßstäbe (z.B. Silver-to-Gold-Ratio) extrem verzerrt. 

Mehrere Analysten warnten früh, die Rallye überziehe deutlich die Fundamentals. So schätzte ein BofA-Stratege, man spreche bereits von einer „Memefizierung“ des Marktes, in der Social-Media-Memes (oft in Anlehnung an Kryptowährungen) die Euphorie weiter befeuerten. 

Öffentliche Feiern auf Social Media (Foren mit Fotos von Silber-Stapeln) dokumentierten den Hype beim Überspringen der Schwellen 100 Dollar und 120 Dollar.

Auslöser des Einbruchs und Reaktionen

Der plötzliche Crash Anfang Februar wurde u.a. mit Margin Calls und einer stärkeren US-Währung erklärt. 

Die CME Group erhöhte über das Wochenende die Margin-Anforderungen für Edelmetall-Futures, was den Verkaufsdruck weiter verstärkte. Analysten beobachteten infolge des Absturzes massive Ausverkäufe: Viele hoch gehebelte Spekulanten wurden ausgehebelt, ETFs flossen Gelder ab, und „Brave Hedgefonds“ sprangen nach ersten Verkäufen gezielt wieder ein. 

Tatsächlich weisen CFTC-Daten darauf hin, dass Hedgefonds noch vor dem Einbruch ihre Long-Positionen drastisch reduzierten: In der Woche bis 27. Januar senkten sie ihre Netto-Long-Position um 36 Prozent auf nur 7294 Kontrakte – den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren.

Spekulationen über Manipulation und Medienberichte

Begleitend zur Rallye kursierten zahlreiche Spekulationen über mögliche Marktmanipulation oder koordinierte Aktionen. 

In sozialen Medien wurden Verschwörungstheorien verbreitet, wonach Großbanken angeblich mit ungedeckten Papierzertifikaten intervenieren würden, um den Preis zu drücken oder zu steigern. 

Preissprünge als klassisches „Spoofing“?

Auch Gerüchte über chinesische Exportbeschränkungen (z.B. falsche Meldungen, China wolle Silberexporte verbieten) verbreiteten sich viral. 

Ein Finanzblog (Inside Paradeplatz) deutete die nächtlichen Preissprünge zudem als klassisches „Spoofing“: Dort schilderte ein Autor, wie in asiatischen Handelszeiten riesige Kaufaufträge ohne Ausführungsabsicht platziert wurden, um den Kurs künstlich anzutreiben. 

Keine belegten Hinweise auf illegale Absprachen von Handelsgiganten

Dieses Muster – starkes Aufwärtsmomentum nachts, Absturz bei US-Markteröffnung – wecke den Verdacht auf koordinierte Eingriffe.

Marktkommentatoren bleiben jedoch vorsichtig: Bisher gibt es keine belegten Hinweise auf illegale Absprachen von Handelsgiganten. Vielmehr wird betont, dass die Bewegungen durch technische und fundamentale Faktoren erklärbar seien. 

So verwies Sprott-Analyst Raoul Pal darauf, dass physische Knappheit und Nachfragedruck (vor allem aus China, das Silber als strategischen Rohstoff fördert) wichtiger seien als reine Futures-Spekulation. 

Britische und US-Analysten machten zudem geltend, der Kursrückgang sei kein Zeichen eines grundlegenden Ausverkaufs, sondern die Folge eines schlagartigen Auflösens stark überdehnter Long-Positionen. Langfristig seien die Aussichten für Silber weiter intakt.

Sebastian Wieschowski ist leidenschaftlicher Münzsammler und Fachmann für Numismatik und Edelmetalle. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Sebastian Wieschowski

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6 Kommentare

  1. Interesting update on Experte klärt auf, was wir aus dem brutalen Silber-Absturz gelernt haben. Looking forward to seeing how this develops.

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