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„Fire“ nennt sich der Trend, so sparsam zu leben, dass Sie mit 50 Jahren schon in Rente gehen können. Falls Ihnen das zu anstrengend ist, gibt es aber eine leichtere Variante. So geht „Barista Fire“.

Die Fire-Bewegung hat einen leichteren Ableger der Frührente entwickelt, der gerade in Deutschland viele Vorteile bietet. Er nennt sich Barista Fire. Die Idee ist, dass Sie nicht so lange ansparen, bis Sie komplett von den Kapitalerträgen leben können. Stattdessen sollen die Ersparnisse nur einen Teil der Ausgaben decken. Wie hoch dieser Teil ist, ist individuell. Es könnten zum Beispiel zwei Drittel sein. Bei 2000 Euro Monatsausgaben müssten Sie dann nur noch 400.000 statt 600.000 Euro ansparen.

Für das restliche Drittel kommt der Barista-Teil ins Spiel. Barista steht hierbei stellvertretend für einen einfachen Teilzeitjob. Das kann auch Ihr jetziger Job sein, aber zum Beispiel reduziert auf zwei bis drei Tage pro Woche. Im Beispiel würden Sie sich aus Ihrem Depot nur noch 1333 Euro pro Monat auszahlen. So müssten Sie weitere 667 Euro verdienen, um Ihren Lebensstandard zu halten. Das geht mit wenig Arbeit, eben einer Lifestyle-Teilzeit.

Alternative 1: Sparen für die frühe Rente

Fire steht für „Financial Independence, Retire Early”. Frei übersetzt wäre das “Finanzielle Unabhängigkeit, früher Ruhestand“. Die Idee dieser sozialen Bewegung ist, im Arbeitsleben so viel Gas zu geben und dabei so sparsam zu leben, dass sehr hohe Sparraten möglich sind. Das überschüssige Geld wird am Finanzmarkt investiert und sobald eine bestimmte Schwelle erreicht ist, geht es ab in den Ruhestand. Zielmarke ist für Fire-Anhänger meist das 25-fache ihrer jährlichen Ausgaben. Das ist ein Wert, den Finanzexperten allgemein für den Ruhestand empfehlen. Wer monatlich 2000 Euro ausgibt und Ersparnisse von 600.000 Euro besitzt, kann von diesen theoretisch sehr lange leben. Die passiven Einkünfte der Ersparnisse und Entnahmen sollten dann die Lebenshaltungskosten decken. Wer vorsichtig sein will, spart das 33-fache seiner Jahresausgaben an. Das wären im Beispiel 792.000 Euro.

Um diese Summen zu erreichen, verzichten Fire-Anhänger im Arbeitsleben auf vieles. Sie leben in kleinen Wohnungen, fahren kein oder nur ein kleines Auto, verzichten auf Luxus und viele Freizeiterlebnisse wie Urlaube. Jeder überschüssige Euro wird angespart. Gleichzeitig versuchen sie, im Job voranzukommen und immer mehr Geld zu verdienen. So lässt sich das Ziel schneller erreichen. 

Alternative 2: Barista Fire

In Deutschland hingegen gibt es mit „Fire“ aber ein großes Problem: die Versicherungspflicht in der Sozialversicherung. Auch wer nicht mehr arbeitet, muss etwa in eine Krankenversicherung einzahlen. Die Beiträge sind dabei extrem hoch, weil kein Arbeitgeber da ist, um die Beitragslast zu teilen. 

Zudem gibt es Lebenssituationen, in denen maximales Sparen schwerfällt. Mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen ist der frühe Ruhestand ebenso schwierig wie für Menschen, die aus welchen Gründen auch immer nie ein hohes Gehalt in ihrem Job erreichen werden.

Der Vorteil von Barista Fire: Einen simplen Job können Sie auch im eigentlichen Ruhestandsalter meist noch ausüben. Zudem kann der erfüllend sein, weil Sie etwa weiter soziale Kontakte haben. Wenn es zum Beispiel körperlich irgendwann gar nicht mehr geht, würde in Deutschland die gesetzliche Rente bestenfalls die Job-Lücke füllen und Ihre Kapitalerträge optimal ergänzen. Außerdem ist Barista Fire meist psychologisch entspannter.

Die Nachteile des Konzeptes: Mit einer Teilzeitarbeit erwerben Sie in Deutschland auch geringere Rentenansprüche. Das müssen Sie in Ihrer Kalkulation also berücksichtigen. Zudem sollten Sie darauf achten, möglichst lange in der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung zu bleiben. Ansonsten müssen Sie sich im Ruhestand freiwillig gesetzlich versichern. Das ist deutlich teurer, weil dabei auch ihre Kapitaleinkünfte zur Beitragsberechnung verwendet werden.

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Christoph Sackmann



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