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Garantien bei Renten- und Lebensversicherungen hören sich attraktiv an. Honorarberater Jonas Völker erklärt, warum Sie damit Geld verlieren.

Viele Bank- und Versicherungskunden fühlen sich von einem Wort magisch angezogen: Garantie. Es klingt nach Sicherheit, Planbarkeit und einem guten Gefühl. Doch genau hier liegt ein grundlegendes Missverständnis: Eine Garantie bei der Geldanlage schützt zwar vor Schwankungen – aber sie schützt eben auch zuverlässig vor Rendite. Im Ergebnis garantieren solche Produkte oft vor allem eines: reale Verluste.

Jonas Völker ist Finanzexperte für Geldanlage, ETFs und Altersvorsorge. Er ist Teil unseres Expertennetzwerks EXPERTS Circle.

Die einfache Wahrheit: Rendite ist der Preis für Risiko

Kapitalmärkte funktionieren nach einem klaren Prinzip: Wer Rendite will, muss Risiko tragen.

Das ist keine Meinung, sondern ein ökonomisches Grundgesetz (auf Englisch auch gerne beschrieben als „there is no free lunch“). Rendite ist die Belohnung dafür, Unsicherheit auszuhalten – Kursschwankungen, Krisen, schlechte Jahre. Wer diese Unsicherheit vollständig ausschließt, schließt damit auch Rendite aus.

Was „Garantie“ in der Praxis bedeutet

Banken oder Versicherungen bieten oft eine Garantie an, zum Beispiel „100 Prozent Kapitalgarantie zum Laufzeitende“, „Beitragsgarantie“ oder „Partizipieren Sie an den Chancen der Aktienmärkte, bei gleichzeitiger Garantie Ihrer Einzahlungen“.

Aber diese fällt nicht vom Himmel, sondern muss von Ihrem Geld finanziert werden. Es passiert im Hintergrund Folgendes:

  1. Ein Großteil des Geldes wird extrem sicher angelegt (z. B. in festverzinsliche Anlagen), und bringt fast keine Rendite.
  2. Nur ein kleiner Teil kann überhaupt in renditestärkere Anlagen wie Aktien fließen.
  3. Kosten (für Absicherungsmechanismen und Verwaltung) werden zusätzlich abgezogen – 1,5 Prozent bis – 3 Prozent pro Jahr sind keine Seltenheit.

Oft führt die Garantie-Mechanik sogar dazu, dass in fallenden Märkten Aktien mit Verlust verkauft werden, um Risiken zu begrenzen, und bei einer Erholung zu spät wieder gekauft werden. Schlechtes Timing, und genau das Gegenteil einer guten Anlagestrategie.

Das Ergebnis: Die Renditechancen werden massiv begrenzt – oft so stark, dass nach Inflation kaum noch etwas übrigbleibt.

Wie ein Auto mit „Super-Sicherheitsmodus“

Stellen Sie sich vor, man würde Ihnen ein Auto anbieten mit einem „Super-Sicherheitsmodus“, der garantiert, dass kein Unfall passiert. Klingt gut, und funktioniert auch – aber der Preis dafür ist, dass das Auto nur noch Schrittgeschwindigkeit fährt. Keine Geschwindigkeit = kein Risiko = kein Vorankommen.

Genauso ist es bei Geldanlagen: Absolute Sicherheit bedeutet Stillstand.

Der unsichtbare Feind: Inflation

Und der größte Denkfehler bei Garantien – der sehr oft übersehen wird – ist, dass sie nur den Nominalwert sichern.

Wenn Sie nach 20 Jahren garantiert Ihr eingesetztes Kapital zurückbekommen, klingt das gut – aber durch Inflation hat dieses Geld deutlich an Kaufkraft verloren.

Beispiel:

  1. 100.000 Euro heute
  2. 100.000 Euro in 20 Jahren garantiert
  3. Kaufkraft nach 2,5 Prozent Inflation pro Jahr nur noch: 60.000 Euro

Die Garantie schützt also nicht vor dem eigentlichen Risiko, das mit Sicherheit eintreten wird: Kaufkraftverlust.

Ein weiterer Denkfehler ist, dass man Garantien bei langer Anlagedauer eigentlich überhaupt nicht braucht. In der gesamten Börsengeschichte gibt es keinen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr, in dem man mit einer weltweit breitgestreuten Aktienanlage einen Verlust erlitten hätte.

Der durch Wirtschaftswachstum angetriebene Anstieg des Marktes garantiert den Werterhalt, man braucht dafür keinen extra Schutz.

Warum Banken und Versicherungen Garantien lieben

Garantien sind aus Anbietersicht attraktiv, weil sie:

  1. sich gut verkaufen lassen („Sicherheit“ zieht immer und spricht Ängste an)
  2. hohe Kosten rechtfertigen
  3. das Risiko auf den Kunden verlagern (über entgangene Rendite)
  4. Produkte komplexer und intransparenter (und damit schwerer vergleichbar) machen

Für den Kunden wirken sie wie ein Schutzschild – tatsächlich sind sie oft ein Rendite-Killer und schützen nur vor Wachstum.

Was stattdessen sinnvoll ist

Investieren Sie generell nicht in Garantie-Produkte.

Das Ziel sollte nicht sein, Risiko zu vermeiden, sondern es intelligent zu steuern:

  1. breite Streuung (z. B. über viele Unternehmen und Länder)
  2. langfristiger Anlagehorizont
  3. diszipliniertes Durchhalten von Schwankungen

Kurz gesagt: Nicht Sicherheit um jeden Preis – sondern kontrolliertes Risiko mit positiver Erwartung.

Und wenn Sie kein Risiko eingehen können, etwa für einen sehr kurzen Anlagehorizont, legen Sie einfach direkt risikoarm an, in Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-Fonds.

Fazit

Garantien fühlen sich gut an, weil sie Unsicherheit eliminieren.

Aber genau diese Unsicherheit ist die Quelle von Rendite.

Wer Garantien kauft, kauft in vielen Fällen vor allem eines: die Gewissheit, langfristig an Kaufkraft zu verlieren.

Oder anders gesagt: Garantien garantieren keine Gewinne – sie garantieren reale Verluste.

Jonas Völker

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6 Kommentare

  1. Interesting update on Garantien bei der Geldanlage garantieren nur Verluste. Looking forward to seeing how this develops.

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