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  • Daldrup & Söhne AG – WKN: 783057 – ISIN: DE0007830572 – Kurs: 18,050 € (XETRA)

Die Rahmenbedingungen für die „Wärmewende“ haben sich fundamental verbessert. Der Start in das Geschäftsjahr 2026 ist für die Daldrup & Söhne AG fast schon wie eine Zeitenwende. In der Vergangenheit kämpfte das Unternehmen oft mit langwierigen Genehmigungsverfahren. Nun zeichnet sich eine signifikante Beschleunigung des operativen Geschäfts ab.

Andreas Tönies, CEO des Unternehmens, quantifiziert die Auswirkungen der jüngsten politischen Weichenstellungen mit einer doch recht offensiven Prognose: Er erwartet, dass sich die Nachfrage nach Geothermieprojekten mittelfristig um 100 % bis 200 % erhöhen könnte. Diese Einschätzung fußt auf einer konkreten Veränderung der Risiko-Rendite-Struktur für Kommunen und Investoren, die nun deutlich kalkulierbarer in Großprojekte investieren können. Für die Aktionäre des im Scale-Segment notierten Konzerns bedeutet dies eine potenzielle Skalierung des Auftragsvolumens, die weit über das organische Marktwachstum der vergangenen Jahre hinausgeht.

Dieses Gesetz ist der Katalysator

Grundlage für den optimistischen Ausblick ist das im Dezember 2025 vom Bundestag verabschiedete Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG). Marktbeobachter werten dieses Gesetz als längst überfälligen Schritt, um die Wärmewende in Deutschland aus dem bürokratischen Klein-Klein zu befreien. Das Gesetz stuft die Geothermie nun als „überragendes öffentliches Interesse“ ein – eine juristische Formulierung, die nicht nur schön für die Branchenunternehmen klingt, sondern sich erheblich auswirkt. In Abwägungsprozessen bedeutet dies den Vorrang vor anderen Belangen.

In der Praxis heißt das vor allem: Planungssicherheit durch verbindliche Fristen. Genehmigungsbehörden sind nun verpflichtet, innerhalb von zwölf Monaten über Anträge zu entscheiden. Für kleinere Projekte mit einer Leistung von bis zu 50 Megawatt verkürzt sich diese Frist sogar auf lediglich drei Monate.

„Projekte können nicht nur schneller umgesetzt werden, sie werden mit Blick auf die geringeren finanziellen Risiken für Auftraggeber auch kalkulierbarer und damit attraktiver“, kommentiert CEO Andreas Tönies die neue Rechtslage. Die bisher oft unvorhersehbaren Verzögerungen, die Kapital banden und Investitionsentscheidungen hemmten, dürften damit der Vergangenheit angehören.

Finanzierungssicherheit durch Fündigkeitsversicherung

Parallel zur gesetzlichen Entbürokratisierung wurde auch die finanzielle Flanke gestärkt. Seit Ende Dezember 2025 greift ein neues Finanzierungsinstrument der KfW, das in Kooperation mit der Munich Re und dem Bundeswirtschaftsministerium konzipiert wurde. Es adressiert das größte Hemmnis der Tiefengeothermie: das Fündigkeitsrisiko.

Wenn eine Bohrung in 400 Metern Tiefe oder mehr nicht die erwartete Temperatur oder Schüttung liefert, drohte den Investoren bislang der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Das neue Instrument kombiniert zinsgünstige Kredite mit einer integrierten Absicherung, die bis zu 100 % der förderfähigen Kosten abdeckt, sollte eine Bohrung nicht erfolgreich sein. Insbesondere für Kommunen und Stadtwerke, die oft über begrenzte Risikobudgets verfügen, senkt dies die Eintrittsbarriere massiv. Tönies sieht in der Kombination aus GeoBG und der KfW-Förderung sowie der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ein „starkes Paket“, das die strategische Ausrichtung seines Hauses bestätigt.

Das ist Daldrup & Söhne

Die Daldrup & Söhne AG blickt auf eine über 75-jährige Historie zurück und hat sich als einer der führenden deutschen Anbieter für Bohr- und Umweltdienstleistungen etabliert. Das Geschäftsmodell ruht auf vier Säulen: Geothermie, Rohstoffe & Exploration, Wassergewinnung sowie Environment, Development & Services (EDS).

Besonders im Fokus steht der Bereich Geothermie, in dem das Unternehmen Bohrdienstleistungen bis zu einer Tiefe von 6.000 Metern erbringt, um Erdwärme für die Strom- und Wärmegewinnung nutzbar zu machen. Neben der Energieerzeugung ist Daldrup auch in der Exploration mineralischer Rohstoffe wie Kupfer und Gold tätig und führt sicherheitsrelevante Bohrungen zur Endlagerfindung durch. Abgerundet wird das Portfolio durch den klassischen Brunnenbau sowie spezialisierte umwelttechnische Dienstleistungen, etwa die Sanierung kontaminierter Standorte oder die Errichtung von Gas-Absaugbrunnen auf Deponien.

Fazit

Daldrup hat sich für dieses Statement ganz schön viel Zeit gelassen, wenn man bedenkt, was das neue Gesetz für das Business bedeutet. Schneller war der Kollege Bastian Galuschka, der Daldrup eben wegen der beschriebenen besseren Aussichten in seine Top-Picks-Liste in stock3 Select genommen hat.

Auch ich habe die Daldrup-Aktie empfohlen, man hat hier das Gefühl, eine kleine Friedrich Vorwerk vor sich zu haben. Allerdings günstiger bewertet. Auf Basis der Schätzungen für 2026 (EPS 1,26) liegt das KGV bei knapp 15. Wenn man die Wachstumsaussichten bedenkt, ist das eher wenig.

Bisher covern nur wenige Analysten den Wert. Kein Wunder, mit etwas unter 100 Mio. EUR Börsenwert ist das Kategorie Micro Cap. Vielleicht wird sich das noch ändern. Gelegenheit zur Präsentation der weiteren Entwicklung wird das Management auf diversen Investorenkonferenzen haben, unter anderem in Hamburg und München.

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Daldrup & Söhne AG (long)

Offenlegung der Chefredaktion der stock3 AG wegen möglicher Interessenkonflikte

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18 Kommentare

  1. Die Tatsache, dass das Bundeswirtschaftsministerium an der Fündigkeitsversicherung beteiligt ist, zeigt, wie ernst die Regierung die Förderung der Geothermie nimmt.

  2. Die WKN 783057 ist mir jetzt noch besser in Erinnerung geblieben. Wenn die Prognosen stimmen, könnte sich das lohnen, die Aktie genauer zu beobachten.

  3. Daldrup & Söhne AG (WKN: 783057) profitiert direkt von der Einstufung der Geothermie als ‚überragendes öffentliches Interesse‘. Wie wird das Unternehmen diese neue Positionierung nutzen, um sich gegen Wettbewerber durchzusetzen?

  4. Es wäre interessant zu wissen, wie die Kommunen auf die neue Risiko-Rendite-Struktur reagieren. Werden sie tatsächlich mehr in Geothermieprojekte investieren?

  5. Jonas V. Müller am

    Die Reduzierung des finanziellen Risikos durch die Fündigkeitsversicherung ist ein wichtiger Schritt, um die Geothermie für mehr Investoren attraktiv zu machen. Das war dringend nötig.

  6. Ich bin gespannt, wie sich die neue Fündigkeitsversicherung der KfW in der Praxis bewährt. Ein Totalverlust bei Bohrungen war bisher ein großes Risiko, das viele Investoren abgeschreckt hat.

  7. Die Unterscheidung zwischen Projekten bis 50 Megawatt mit einer Genehmigungsfrist von nur drei Monaten und größeren Projekten ist schlau. Das könnte gerade kleineren Unternehmen den Einstieg erleichtern.

  8. Ich bin Aktionär von Daldrup & Söhne und hoffe, dass sich der optimistische Ausblick tatsächlich bewahrheitet. Das GeoBG könnte der Schlüssel zum Erfolg sein.

  9. Die Tatsache, dass Projekte unter 50 Megawatt nur drei Monate Genehmigungszeit benötigen, könnte einen Boom bei kleineren Geothermieanlagen auslösen.

  10. Ich bin etwas skeptisch, ob die Genehmigungsbehörden tatsächlich in der Lage sein werden, die Anträge innerhalb der vorgegebenen Fristen zu bearbeiten. Die Bürokratie ist oft zäh.

  11. Ein Anstieg der Nachfrage um 100-200% wäre natürlich fantastisch für Daldrup & Söhne. Aber ist das Unternehmen überhaupt in der Lage, diese Kapazität zu bewältigen?

  12. Ich frage mich, ob die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren auch zu einer Reduzierung der Qualität der Prüfungen führt. Eine sorgfältige Prüfung ist doch auch wichtig.

  13. Die Betonung auf kalkulierbare Projekte durch CEO Tönies ist entscheidend. Investoren brauchen klare Zahlen, um ihr Geld zu investieren.

  14. Das Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoBG), verabschiedet im Dezember 2025, scheint wirklich ein Wendepunkt zu sein, besonders die Festlegung von verbindlichen Fristen für Genehmigungen von maximal zwölf Monaten.

  15. Karl N. Hoffmann am

    Die Kooperation zwischen KfW und Munich Re bei der Fündigkeitsversicherung ist ein gutes Beispiel dafür, wie öffentliche und private Gelder zusammengeführt werden können, um wichtige Projekte zu fördern.

  16. Die Kombination aus zinsgünstigen Krediten und der Fündigkeitsversicherung durch Munich Re klingt nach einer soliden Basis für mehr Investitionen in die Tiefengeothermie.

  17. Die Erwartung von CEO Tönies, dass die Nachfrage nach Geothermieprojekten sich um 100% bis 200% erhöhen könnte, erscheint sehr optimistisch – welche konkreten Projekte sind bereits in der Pipeline, um diese Zahl zu rechtfertigen?

  18. Es ist gut zu hören, dass das GeoBG die Planungssicherheit erhöht. In der Vergangenheit waren die langwierigen Genehmigungsverfahren ein echtes Problem für Daldrup & Söhne.

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