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Die Edelmetallmärkte stehen am Freitagnachmittag unter Strom. Eine explosive Mischung aus der Eskalation im Iran und neuen Impulsen vom US-Arbeitsmarkt treibt Anleger massenhaft in die „sicheren Häfen“. Erfahren Sie hier, warum die Rekordjagd bei Gold und Silber jetzt in die heiße Phase geht.
Die Preise für Gold und Silber sind am Freitagnachmittag nach dem US-Arbeitsmarktbericht und wegen der sich zuspitzenden Lage im Iran kräftig gestiegen und steuern beide auf ihre jeweiligen Rekordkurse zu. Der Preis für eine Feinunze Gold legte am späten Nachmittag des letzten Handelstags der Woche um knapp ein Prozent auf 4.517 Dollar zu. Damit näherte sich der Goldpreis wieder dem am 26. Dezember erreichten Rekordhoch von knapp 4.550 Dollar.
Gegen Ende des vergangenen Jahres hatten Gewinnmitnahmen den Kurs noch bis auf 4.275 Dollar gedrückt; seitdem geht es wieder kräftig nach oben. Gold war im vergangenen Jahr eine der gefragtesten Anlageklassen. Der Preis war um 65 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit 1979 nicht mehr.
Bei Silber war das Jahresplus mit fast 150 Prozent noch deutlich höher. Am Freitag zog der Silberpreis zeitweise um vier Prozent auf 80,12 Dollar an. In den vergangenen Wochen schwankte der Preis für Silber zuletzt stark. Nach dem Rekordhoch von etwas mehr als 84 Dollar am 29. Dezember war der Preis zwischenzeitlich wieder bis auf 70 Dollar zurückgefallen.
Edelmetalle – allen voran Gold – gelten bei vielen Investoren als sogenannte sichere Häfen, in die die Anleger Geld bei politischen Unsicherheiten schieben. Silber ist zudem ein wichtiges Industriemetall, das für zahlreiche Anwendungen rund um KI, Robotik und Energie benötigt wird.
Iran-Konflikt treibt die Kurse
Die Kursgewinne am Freitag führten einige Händler auf die sich weiter zuspitzende Situation im Iran zurück. Der Staat aus dem Mittleren Osten hatte am Donnerstagabend die größten Demonstrationen seit Beginn der aktuellen Protestwelle erlebt. Der iranische Sicherheitsapparat schaltete das Internet für die Bevölkerung vollständig ab.
Nachdem Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstrierende eröffnet haben sollen, mehrten sich unbestätigte Berichte über zahlreiche Tote. Der Geheimdienst rief die Bevölkerung angesichts der Proteste am Freitag zur Zusammenarbeit auf. Die Allgemeinheit werde gebeten, Zerstörer und von den USA und dem zionistischen Regime (Israel) angeheuerte Terroristen zu melden, hieß es in einer Erklärung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.
Arbeitsmarktdaten verleihen Rückenwind
Neben den weltweit vielen Konfliktherden begründeten Experten die Kursgewinne bei den Edelmetallen am Freitagnachmittag auch mit dem US-Arbeitsmarktbericht. In den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt Ende des vergangenen Jahres durchwachsen gezeigt. Während der Anstieg der Beschäftigung schwächer als erwartet ausfiel, ging die Arbeitslosenquote etwas zurück.
Die Daten dürften aber dennoch Wasser auf die Mühlen derer sein, die von der US-Notenbank Fed mehr Tempo bei Zinssenkungen fordern. Damit würde bei Investoren die Attraktivität von US-Staatsanleihen sinken, die ebenfalls als sicherer Hafen gelten. Edelmetalle werden im Gegenzug für Investoren attraktiver.
Betrachtet man das Gold-Silber-Ratio, hat Gold nach der zuletzt überproportional starken Entwicklung von Silber sogar wieder Nachholbedarf. Hohe Chancen warten zudem bei den Minenaktien. Goldfolio, der Börsendienst für Gold-, Silber- und Rohstoffaktien, verrät Anlegern Woche für Woche die besten Chancen. Testen Sie jetzt Goldfolio, Ihren Börsendienst für Minenaktien. Alle wichtigen Infos finden Sie hier.
Enthält Material von dpa-AFX
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15 Kommentare
Die vollständige Abschaltung des Internets im Iran angesichts der Demonstrationen ist ein besorgniserregendes Zeichen. Aber wie stark ist dieser Effekt wirklich auf den Goldpreis im Vergleich zu anderen globalen Konflikten?
Die Berichte über Tote bei den Demonstrationen im Iran sind schockierend. Es ist traurig zu sehen, wie politische Instabilität die Finanzmärkte beeinflusst und Menschen in die Flucht treibt.
Ich finde es interessant, dass sowohl Gold als auch Silber gleichzeitig Rekordjagd betreiben. Deutet das auf eine generelle Flucht in sichere Anlagen hin, oder gibt es spezifische Faktoren, die beide Metalle beeinflussen?
Die Aussage des iranischen Geheimdienstes, Bevölkerung solle ‚Terroristen‘ melden, klingt sehr besorgniserregend. Wie realistisch ist eine weitere Eskalation der Lage und welche Auswirkungen hätte das auf die Edelmetallpreise?
Es ist klar, dass Gold als ’sicherer Hafen‘ gilt, aber die starke Korrelation mit den Ereignissen im Iran ist doch auffällig. Gibt es historische Vergleiche für solch eine Reaktion?
Die Tatsache, dass der Goldpreis so nahe an seinem Rekordhoch von 4.550 Dollar liegt, ist doch bemerkenswert, besonders wenn man bedenkt, dass er 2023 bereits um 65 Prozent gestiegen ist. Das zeigt, wie stark die Furcht vor Unsicherheit die Anleger antreibt.
Der Anstieg von Silber um fast 150 Prozent im letzten Jahr ist ja enorm! Ist das hauptsächlich auf die steigende Nachfrage im KI- und Energiesektor zurückzuführen, oder spielen auch Spekulationen eine große Rolle?
Der Sprung von Silber von 84 Dollar auf 70 Dollar und dann wieder auf über 80 Dollar zeigt eine hohe Volatilität. Ist das ein Zeichen für eine unsichere Zukunft oder eine normale Marktbewegung bei solchen Rekordversuchen?
Ich bin etwas skeptisch, ob die Rallye bei Gold wirklich nachhaltig ist. Der Artikel erwähnt Gewinnmitnahmen Ende letzten Jahres, die den Kurs kurzzeitig bremsten – könnte das sich wiederholen, wenn die geopolitische Lage sich beruhigt?
Wenn der Goldpreis tatsächlich um 65 Prozent im letzten Jahr gestiegen ist, ist das dann nicht eine Art Blase? Was sind die Risiken, wenn man jetzt in Gold investiert?
Eine Blase ist immer schwer vorherzusagen, aber die Kombination aus geopolitischen Risiken und der Hoffnung auf Zinssenkungen könnte den Aufwärtstrend noch verstärken.
Der Rückgang der Arbeitslosenquote in den USA, obwohl das Beschäftigungswachstum schwächer war als erwartet, ist widersprüchlich. Wie interpretieren Analysten diese Daten im Zusammenhang mit den Zinserwartungen?
Mich wundert, dass die Daten vom US-Arbeitsmarkt, die als ‚durchwachsen‘ beschrieben werden, die Edelmetallpreise zusätzlich beflügeln. Bedeutet das, die Hoffnung auf schnellere Zinssenkungen der Fed ist der Haupttreiber?
Silber wird hier als Industriemetall mit Relevanz für KI und Robotik hervorgehoben. Könnte die wachsende Bedeutung dieser Technologien langfristig zu einer noch stärkeren Nachfrage und damit zu Preissteigerungen führen?
Das ist ein guter Punkt. Die Abhängigkeit von Silber in vielen neuen Technologien könnte seinen Wert stabilisieren, selbst wenn sich die geopolitische Lage entspannt.