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Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognose für den Goldpreis gesenkt. Grund sind gesunkene Erwartungen an weitere Zinssenkungen durch die Fed.
Für dich zusammengefasst:
Bei Gold (Goldkurs) warten Anlegerinnen und Anleger aktuell vergeblich
Seit dem Blow-Off-Top Ende Januar warten Anlegerinnen und Anleger von Edelmetallen vergeblich auf neuen Rückenwind. Angesichts der in den vergangenen Wochen anhaltenden Kursverluste sind die Abgaben bei Gold gegenüber dem bei rund 5.600 US-Dollar markierten Allzeithoch inzwischen beträchtlich, wenngleich die Bilanz gegenüber dem Jahresauftakt mit einem Minus von rund 4 Prozent noch glimpflich ausfällt.
Doch das könnte sich schon bald ändern, denn eine Bodenbildung ist noch nicht in Sicht, während der Kurs Ziel auf die psychologisch wichtige Marke von 4.000 US-Dollar pro Feinunze nimmt. Wird diese unterschritten, könnte sich die Talfahrt rasch beschleunigen, denn angesichts der im vergangenen Jahr steilen Rallye fehlt es Gold zwischen 3.300 und 4.000 US-Dollar an belastbaren Unterstützungen.
Goldman Sachs streicht das Kursziel zusammen
In dieser für das Edelmetall angespannten Lage hat sich jetzt die US-Investmentbank Goldman Sachs mit einem neuen Preisziel für Gold zu Wort gemeldet.
Analystin Lina Thomas und ihr Kollege Daan Struyven haben ihre Erwartungen deutlich nach unten angepasst und sehen Gold zum Jahresende nun bei 4.900 US-Dollar anstatt wie bisher bei 5.400 US-Dollar. Damit, und das die für Anlegerinnen und Anleger gute Nachricht, implizieren sie jedoch immer noch ein Aufwärtspotenzial von fast 20 Prozent.
Ihre jetzt weniger optimistische Einschätzung begründen sie vor allem mit dem Leitzinsentscheid der Fed am vergangenen Donnerstag sowie insbesondere mit dem Auftreten des neuen Notenbank-Chefs Kevin Warsh.
Neue Notenbankpolitik erfordert Prognoseanpassung
Der kündigte an, das Mandat für Preisstabilität künftig wieder in den Mittelpunkt zu stellen und hierfür auch bisherigen Berechnungsmethoden der Fed für ihre Inflationserwartungen überprüfen zu wollen, was auf ein Straffung der Notenbankpolitik hindeutet.
Als „überraschend hawkish“, also falkenhaft, ordnen Thomas und Struyven den ersten großen Auftritt von Warsh ein. Sollte die Fed in der zweiten Jahreshälfte mit einer Zinserhöhung ernst machen, könnte die Nachfrage nach Gold dauerhaft zurückgehen und der Preis in diesem Fall auf bis zu 4.400 US-Dollar pro Feinunze sinken.
Das Basisszenario der Investmentbank stellen jedoch 4.900 US-Dollar dar mit „kurzfristigen Abwärtsrisiken, aber mittelfristigen Aufwärtsrisiken“, so Goldman Sachs in der am Freitag veröffentlichten Studie.
Anhaltend schwacher Trend, jetzt geht’s um 4.000 US-Dollar
Für kurzfristige Abwärtsrisiken liefert das Chartbild deutliche Hinweise. Die technischen Indikatoren RSI und MACD begleiten bislang den Abwärtstrends von Gold und bestätigen ihn damit. Bullishe Divergenzen, welche für eine zeitnahe Gegenbewegung oder gar Trendwende sprechen könnten, liegen hingegen keine vor.
Im Bereich von 4.000 bis 4.050 US-Dollar liegt zwar eine wichtige Unterstützung, die könnte angesichts der technischen Schwäche aber zumindest zeitweise unterschritten werden. Dass der RSI zwar fortgeschritten, aber noch nicht wieder überverkauft ist zeigt, dass das Edelmetall durchaus noch Platz nach unten. Für neue prozyklische Kaufsignale würde hingegen erst ein Anstieg über das Widerstandscluster zwischen 4.450 und 4.500 US-Dollar sorgen, wofür es derzeit jedoch keine Hinweise gibt.
Fazit: Erstmal abwarten, ob die Unterstützung überhaupt hält
Das hawkishe Auftreten des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh am Donnerstag sorgt bei Analystinnen und Analysten für eine Anpassung ihrer Preisprognosen. Bei der US-Investmentbank Goldman Sachs hat das jetzt zu einer weniger optimistischen Einschätzung von Gold geführt, für welches das Kursziel auf 4.900 US-Dollar gesenkt wurde.
Die von Lina Thomas und Daan Struyven mittelfristig in Aussicht gestellte Trendwende ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abzusehen. Wer bei Gold einsteigen möchte, sollte daher abwarten, ob im Bereich von 4.000 US-Dollar eine Bodenbildung gelingt oder nicht. Alternativ dazu kann ein prozyklischer Ausbruch über 4.500 US-Dollar gekauft werden.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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6 Kommentare
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