Die in Dublin ansässige Great Western Mining Corporation PLC (AIM: GWMO, OTCQB: GWMOF) hat nach eigenen Angaben mit den Bohrungen auf ihrem Wolframprojekt Defender im US-Bundesstaat Nevada begonnen. Das Bohrprogramm startete am 17. August 2026 im Mineral County und soll die geologische Datenbasis für eine erste Mineralressourcenschätzung schaffen.
Mindestens 2.135 Meter in bis zu 22 Bohrlöchern
Vorgesehen ist ein Programm von mindestens 7.000 Fuß beziehungsweise 2.135 Metern in bis zu 22 Bohrlöchern. Getestet wird zunächst ein Korridorabschnitt von 600 bis 1.000 Metern Länge, der die historischen Minen Pine Crow, Dough God und Defender umfasst. Ziel ist es, Kontinuität und Gehalte der Wolframmineralisierung in diesem Abschnitt zu prüfen.
Das Gesamtprojekt Defender setzt sich aus den früheren Wolframminen Widowmaker, Pine Crow, Dough God und Defender zusammen, die nach Unternehmensangaben entlang eines mineralisierten Korridors von mehr als zwei Kilometern Länge liegen. Vorbereitend hatte Great Western dort Geophysik, geologische Kartierung, Schürfgräben, Kanal- und Oberflächenproben durchgeführt und dabei Wolframmineralisierung über das Projektgebiet hinweg identifiziert. Auf dieser Grundlage wurde das nun laufende Ressourcenbohrprogramm konzipiert; auch die Bohrplätze mussten zuvor angelegt werden.
Erste JORC-Ressource bis Jahresende geplant
Nach Darstellung des Unternehmens ist das Explorationsprogramm 2026 vollständig finanziert. Eine erste Mineralressourcenschätzung nach JORC-Standard soll bis Ende 2026 vorliegen und die Ergebnisse des Bohrprogramms einbeziehen. JORC ist ein international verbreiteter Berichtsstandard für Rohstoffvorkommen; eine erstmalige Ressourcenschätzung – im Branchenjargon "maiden MRE" – markiert den Übergang von reiner Exploration zu einer quantifizierten Mengen- und Gehaltsangabe.
Als unabhängige sachverständige Person ("Competent Person") für diese Schätzung hat Great Western nach einer Mitteilung vom 4. August 2026 das Beratungsunternehmen Addison Mining Services beauftragt. Lewis Harvey, Director Exploration Services und Principal Geologist von Addison, ist laut Unternehmen vor Ort und überwacht die Kernaufnahme, die Probenahmeprotokolle, die Datenerfassung sowie die Qualitätssicherung über das gesamte Bohrprogramm hinweg. Auch Vorstandschef Ed Loye war zum Bohrstart auf der Liegenschaft.
Analysen ab September erwartet
Die Laborergebnisse der Bohrungen erwartet das Unternehmen im Verlauf von September und Oktober 2026. Parallel steht die Auswertung eines metallurgischen Großprobenprogramms an: Wie am 1. Juni 2026 mitgeteilt, wurde eine repräsentative Bulk-Probe von 750 Kilogramm an den Anlagenbauer Eriez in Pennsylvania geschickt, wo Flotationsversuche durchgeführt werden. Solche Tests dienen dazu, die Aufbereitbarkeit des Erzes zu prüfen, also die Frage, wie gut sich das Wertmineral vom Nebengestein trennen lässt. Die Ergebnisse der Flotationsversuche werden im August 2026 erwartet.
CEO Ed Loye verwies in der Mitteilung auf die vorangegangenen Arbeiten und die anstehende Nachrichtenlage. "Es ist erfreulich zu sehen, dass die Bohrungen bei Defender nach umfangreichen Vorarbeiten nun laufen", erklärte er. Die Aufsicht durch Addison von Beginn an solle einen effizienten Übergang von den Bohrungen zur Ressourcenschätzung sicherstellen.
Wolfram als kritischer Rohstoff
Great Western Mining bezeichnet sich als Explorations- und Entwicklungsunternehmen für strategische Rohstoffe und hält mehrere zu 100 Prozent eigene Claim-Gruppen im Mineral County in Nevada. Das Unternehmen legt nach eigenen Angaben einen zunehmenden strategischen Schwerpunkt auf Wolfram als kritischen Rohstoff. Wolfram wird unter anderem für Hartmetalle und Werkzeugstähle eingesetzt und in mehreren Industriestaaten auf Listen versorgungskritischer Rohstoffe geführt.
Neben Defender treibt Great Western das Kupferprojekt Huntoon voran. Dort besteht laut Unternehmen eine JORC-konforme Ressource von 4,3 Millionen Tonnen mit 0,45 Prozent Kupfer, verbunden mit weiterem Potenzial auf ein Porphyrsystem. Zusätzlich verweist die Gesellschaft auf Gold- und Silberexposure über Exploration und die mögliche Wiederaufbereitung von Aufbereitungsrückständen sowie auf die Prüfung von Farm-out- und Joint-Venture-Modellen für weitere Portfolioteile.
Einordnung
Die Mitteilung beschreibt einen Verfahrensschritt, nicht ein Ergebnis: Gehalte, Mächtigkeiten oder Tonnagen aus dem laufenden Programm liegen noch nicht vor. Konkrete Bohrergebnisse nannte das Unternehmen nicht. Ob der Zeitplan für die erste Ressourcenschätzung gehalten werden kann, hängt unter anderem vom Bohrfortschritt und den Laborzeiten ab. Das Unternehmen selbst weist in seinen zukunftsbezogenen Aussagen auf geologische Risiken, Genehmigungsfragen, Finanzierung, operative Herausforderungen sowie Rohstoffpreis- und Marktentwicklungen hin.
Die Aktie ist an der Londoner AIM sowie in den USA am OTCQB notiert und wird zudem in Frankfurt gehandelt, wo der Kurs zuletzt mit 0,035 Euro unverändert angegeben wurde (Stand 17. August 2026, 8:06 Uhr).
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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