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714.000 Bitcoin in einer Hand: Michael Saylor’s aggressive Käufe werfen Fragen über Dezentralisierung und Risiken auf.

Im August 2020 trifft Michael Saylor eine Entscheidung, die die Kryptowelt verändern sollte. Der Mitgründer des Softwareunternehmens MicroStrategy – heute umbenannt in Strategy – investiert 250 Millionen Dollar Firmenkapital in Bitcoin. Nicht zum Ausprobieren. Sondern als strategische Wette auf die Zukunft.

Seitdem hat er nicht aufgehört. Woche für Woche kauft er nach, finanziert über neue Aktien und Anleihen. Was als mutiger Schritt begann, ist zur größten Unternehmenswette der Kryptogeschichte geworden.

714.644 Bitcoin – und kein Ende in Sicht

Stand Februar 2026 hält Strategy 714.644 Bitcoin. Eingekauft für rund 54,35 Milliarden US-Dollar, zu einem Durchschnittspreis von etwa 76.000 Dollar pro Coin. Kein anderes börsennotiertes Unternehmen weltweit besitzt auch nur annähernd so viel.

Die Dimension wird klarer, wenn man das Gesamtbild betrachtet: Es wird niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin geben – das ist unveränderlich im Code festgeschrieben. Aktuell existieren rund 19,9 Millionen. Strategy kontrolliert damit etwa 3,4 Prozent des gesamten Angebots.

Noch drastischer wird es, wenn man die geschätzt drei bis vier Millionen Bitcoin herausrechnet, die durch vergessene Passwörter oder zerstörte Festplatten für immer verloren sind. Dann liegt Strategy’s Anteil am tatsächlich handelbaren Bitcoin bei rund 4,5 Prozent.

Aktien raus, Bitcoin rein – so funktioniert Saylor’s „Maschine“

Strategy verdient das Geld für seine Bitcoin-Käufe nicht mit Software. Das Unternehmen gibt laufend neue Aktien und Anleihen aus. Investoren kaufen Strategy-Papiere – und das Kapital fließt direkt in Bitcoin. Die Aktie (MSTR) funktioniert dadurch wie ein gehebelter Bitcoin-Fonds: Steigt der Kurs, profitieren Anleger überproportional. Fällt er, trifft es sie umso härter.

Das Horrorszenario: Was passiert, wenn Saylor verkaufen muss?

Genau hier liegt das Risiko, über das die Krypto-Community zunehmend diskutiert. Sollte Strategy in eine finanzielle Schieflage geraten – etwa durch fallende Kurse, steigende Zinsen oder Druck von Gläubigern – könnten über 700.000 Bitcoin den Markt fluten. Ein solcher Ausverkauf könnte den Preis massiv unter Druck setzen und eine Kettenreaktion auslösen.

Satoshi’s Vision – und ein unbequemer Widerspruch

Bitcoin wurde 2009 von Satoshi Nakamoto mit einer klaren Idee geschaffen: ein dezentrales Geldsystem, in dem keine einzelne Partei zu viel Macht besitzt. Wenn nun ein einzelnes Unternehmen über drei Prozent aller jemals existierenden Coins kontrolliert, steht das in einem Spannungsverhältnis zu diesem Grundgedanken.

Zwar kann Strategy das Bitcoin-Netzwerk selbst nicht manipulieren – dafür bräuchte es Kontrolle über die Mehrheit Mining-Infrastruktur. Aber die Konzentration so vieler Coins in einer Hand macht den Marktpreis verwundbar. Und der Preis ist für die meisten Anleger das, was zählt.

Ein Vergleich, der einordnet

Selbst Satoshi Nakamoto, dem rund 1,1 Millionen Bitcoin zugeschrieben werden, hat seine Coins seit über 15 Jahren nicht bewegt. BlackRocks Bitcoin-ETF hält mit etwa 750.000 BTC zwar sogar mehr – doch dieses Kapital verteilt sich auf Tausende Einzelanleger. Es gehört keiner einzelnen Firma.

Die andere Seite: Saylor als Türöffner

Trotz aller Kritik hat Saylor Bitcoin in die Welt der institutionellen Investoren getragen. Sein Vertrauen hat andere inspiriert: Mittlerweile halten über 190 börsennotierte Unternehmen Bitcoin in ihren Bilanzen. Saylor selbst betont, dass er niemals verkaufen will – Bitcoin sei digitales Gold, ein langfristiger Wertspeicher. Ob dies so bleibt, wird die Zeit zeigen.

Das Fazit für Einsteiger

Das Bitcoin-Netzwerk selbst kann niemand kontrollieren – das verhindert seine Architektur. Aber der Preis ist anfällig, wenn ein einzelner Akteur ins Wanken gerät. Ob Michael Saylor als Visionär oder als größtes Risiko für Bitcoin in die Geschichte eingeht, hängt von einer einzigen Frage ab: Geht seine Wette auf – oder wird Strategy eines Tages zum Verkauf gezwungen?

Eric Heinemann ist Krypto-Experte und Gründer von Crypto Nerds. Er vermittelt Wissen zu digitalen Assets praxisnah über Podcasts, Kurse und Events und berät Unternehmen zu Vertrieb und Strategie. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Eric Heinemann

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