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Die Junge Union macht einen neuen Vorstoß für eine Reform des Rentensystems. In einem Antrag für den CDU-Parteitag stellt sie umfangreiche Forderungen.
Die Uhr für den 38. Parteitag der CDU tickt: Er findet am 20. und 21. Februar in Stuttgart statt. Für Diskussionen dürfte dabei vor allem ein Antrag der Jungen Union (JU) sorgen. Die Nachwuchspolitiker fordern in dem Papier eine umfassende Rentenreform. Konkret sprechen sie dabei unter anderem folgende Punkte an:
- Koppelung an die Lebenserwartung: Das Renteneintrittsalter soll ab 2031 nach einer „3:1-Regel“ an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Damit würde sich das Renteneintrittsalter voraussichtlich alle zehn Jahre um ein halbes Jahr erhöhen.
- Abschaffung der „Rente mit 63“: Diese soll bis auf „klar definierte Härtefälle“ gestrichen werden. Nähere Angaben zu diesen Härtefällen macht der Antrag nicht.
- Anreize für Frühverrentung verringern: Die bisherigen Abschläge für langjährig Versicherte (35 Beitragsjahre) bei vorzeitigem Rentenbeginn sollen von 0,3 Prozent pro Monat auf 0,6 Prozent pro Monat steigen.
- Inflationsanpassung: Renten sollen künftig an die Preisentwicklung statt an die Lohnentwicklung angepasst werden. Tendenziell dürfte dies in Zukunft zu geringeren Steigerungen führen, da Lohnerhöhungen oft über der Inflationsrate liegen.
Mehr zahlen für die Rente
Besonders brisant dürfte jedoch die Forderung sein, Eltern und Kinderlose unterschiedlich zu behandeln. Es sollen nicht mehr alle den gleichen Beitrag in die Rentenversicherung einzahlen; stattdessen soll es einen Zuschlag geben. Wer keine Kinder oder nur ein Kind hat, müsste demnach mehr zahlen.
Wörtlich heißt es in dem Antrag:
„Wer Kinder erzieht, sichert maßgeblich den Fortbestand des Generationenvertrages. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Beitragssätze in der gesetzlichen Rentenversicherung künftig nach der Anzahl der Kinder zu differenzieren. Der Beitragssatz für kinderlose Erwerbstätige soll dabei um einen Prozentpunkt und für Erwerbstätige mit einem Kind um 0,5 Prozentpunkte höher liegen als der Beitragssatz für Erwerbstätige mit zwei oder mehr Kindern.“
Die Junge Union greift damit einen Aspekt auf, der in der aktuellen Debatte bisher kaum eine Rolle spielt. Dabei hatte schon der geistige Vater des deutschen Rentensystems, der Kölner Ökonom Wilfrid Schreiber, darauf hingewiesen, dass das umlagefinanzierte System ohne ausreichend Nachwuchs nicht funktioniert. Der oft beschworene Generationenvertrag hat eben zwei Seiten: Die Beitragszahler von heute müssen nicht nur die Beitragszahler von gestern versorgen, also die Rentner. Sie müssen zusätzlich ebenfalls für die Beitragszahler von morgen sorgen.
Auch Schreiber wollte Eltern bei der Rente besserstellen. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer soll die Einwände jedoch mit dem berühmten Spruch „Kinder kriegen die Leute immer“ beiseite gewischt haben.
Bei der Pflege zahlen Kinderlose bereits mehr
Beispiellos im Sozialsystem ist der Vorstoß der Jungen Union allerdings nicht. Auch bei der Pflegeversicherung zahlen Kinderlose mehr ein. Für sie gilt ein Zuschlag von 0,6 Prozent auf den allgemeinem Beitragssatz. Ab zwei Kinder sinkt der Beitrag dagegen um 0,25 Prozent mit jedem Kind.
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6 Kommentare
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