Der in North Vancouver ansässige Goldproduzent Lion One Metals hat neue Analyseergebnisse aus untertägigen Bohrungen auf seinem zu 100 Prozent gehaltenen Projekt Tuvatu auf Fidschi vorgelegt. Der auffälligste Abschnitt stammt aus dem Bohrloch TGC-0650 und ergab 715,15 g/t Gold über 4,2 Meter ab 121,1 Meter Tiefe. Innerhalb dieses Intervalls lieferte eine 0,45 Meter lange Teilprobe 6.571,20 g/t Gold – nach Unternehmensangaben der höchste jemals in Tuvatu gemessene Einzelwert.
Grundlage der Meldung sind 3.337,30 Bohrmeter an Infill- und Grade-Control-Bohrungen, also Verdichtungs- und Abbaukontrollbohrungen, die der Ressourcenpräzisierung und der kurzfristigen Abbauplanung dienen. Sämtliche Bohrungen wurden von einer einzigen untertägigen Bohrstation auf dem Niveau 1103 aus niedergebracht.
14 von 18 Bohrlöchern mit hochgradiger Mineralisierung
Nach Darstellung des Unternehmens trafen 14 von 18 abgeteuften Bohrlöchern hochgradige Mineralisierung, drei weitere Bohrungen wurden abgebrochen. Neben dem Spitzenabschnitt nennt Lion One unter anderem 35,24 g/t Gold über 5,1 Meter (TGC-0633), 40,93 g/t über 3,6 Meter (TGC-0625), 237,58 g/t über 0,4 Meter (TUE-0004) sowie 95,28 g/t über 0,5 Meter (TGC-0617). Insgesamt lagen fünf Einzelanalysen über 100 g/t Gold.
Die angegebenen Werte sind Bohrkernlängen bei einem Cut-off von 3,0 g/t Gold; die wahre Mächtigkeit der Strukturen ist nicht bekannt. Die Mindestabbaubreite in Tuvatu beziffert das Unternehmen auf rund 1,5 Meter. Bohrlöcher werden nach eigenen Angaben so weit wie möglich senkrecht zur Vererzung angesetzt, die Orientierung der Strukturen variiert jedoch lokal.
Ziel: Erweiterung unterhalb der bestehenden Auffahrungen
Primäres Ziel des Programms sind die südlichen und einfallenden Fortsetzungen der Erzgänge Ura und Murau in der sogenannten Zone 2, und zwar unterhalb der Sohle 1061, der tiefsten Auffahrung in Zone 2. Dieser Bereich war bislang nur spärlich gebohrt. Die Murau-Gänge fallen flach ein und liegen zwischen den steil einfallenden Ura- und AV-Strukturen; lokal werden solche flachen Gänge als "flatmakes" bezeichnet. Angepeilt wurde ein Bohrraster von 12,5 mal 12,5 Metern in den Murau-Gängen und 25 mal 25 Metern in den Ura-Gängen.
Die meisten Treffer liegen zwischen 15 und 75 Metern von bestehenden Auffahrungen entfernt und innerhalb von 50 Höhenmetern. Die Abschnitte liegen außerhalb der aktuellen Ressource, sollen aber laut Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate in den Minenplan aufgenommen werden. Das entspräche rechnerisch etwa zwei zusätzlichen Abbausohlen in Zone 2. Beide Gangsysteme sind nach Angaben von Lion One zur Tiefe und entlang des Streichens offen; das Bohrprogramm läuft weiter.
Roscoelit als Leitmineral
Der Spitzenabschnitt befindet sich rund 55 Meter von der westlichen Rampe entfernt und durchörterte einen flach einfallenden, roscoelitführenden Gang des Murau-Systems. Roscoelit ist ein vanadiumhaltiger Glimmer, der in alkalischen Goldsystemen typischerweise mit hohen Goldgehalten einhergeht. Lion One verweist auf vergleichbare Lagerstätten, darunter die rund 40 Kilometer entfernte Mine Vatukoula auf Fidschi und die Mine Porgera in Papua-Neuguinea, aus der nach Unternehmensangaben mehr als 25 Millionen Unzen Gold gefördert wurden. In der dortigen Zone VII seien 5,1 Millionen Unzen mit 27 g/t gewonnen worden.
Auch aus Tuvatu selbst sind sehr hohe Einzelwerte bekannt; frühere Ergebnisse umfassen etwa 2.749,86 g/t über 0,3 Meter und 1.986,23 g/t über 0,6 Meter. Ein Abbaublock auf Sohle 1116, rund 100 Meter über den nun gemeldeten Treffern, lieferte 5.704 Tonnen mit einem Gehalt von 10,6 g/t Gold. Die Ura- und Murau-Gänge wurden erstmals 2025 abgebaut.
Firmenchef Ian Berzins ordnete die Ergebnisse in der Mitteilung so ein: "Der Abschnitt von 715,15 g/t Gold über 4,2 m ist der höchste Gehalt über diese Mächtigkeit in der Geschichte von Tuvatu." Das Ura-Murau-System sei ein sich entwickelndes Ziel.
Analytik und Marktreaktion
Lion One betreibt am Standort ein eigenes geochemisches Labor, das nach IANZ ISO/IEC 17025:2017 akkreditiert ist. Die Goldbestimmung erfolgt per Feuerprobe mit AAS-Abschluss; Proben über 10,00 g/t werden gravimetrisch nachgemessen. Fünf Prozent der Proben mit mehr als 0,5 g/t gehen als Duplikate zur Kontrollanalyse an ALS Global in Australien. Als qualifizierte Person nach NI 43-101 zeichnet Chefgeologe Melvyn Levrel verantwortlich.
Das Unternehmen, das seit Ende 2023 in Tuvatu produziert, hatte im Juli den Kauf eines zusätzlichen Untertagebohrgeräts sowie eine Stillhaltevereinbarung mit seinem vorrangigen Kreditgeber samt verlängertem Rückzahlungstermin gemeldet. Auf Tradegate notierte die Aktie am 20. August bei 0,091 Euro und damit 6,71 Prozent im Plus.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

