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MOSKAU (dpa-AFX) – Analog zu dem Vorgehen der USA in Venezuela kann sich Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz. „Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein“, sagte Medwedew, aktuell Vizevorsitzender des nationalen Sicherheitsrats in Moskau, in einem Gespräch mit der Staatsagentur Tass. Ein solches Szenario hätte durchaus etwas Realistisches an sich, meinte er. „Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden.“

Der frühere Kremlchef (2008-2012) hat sich in den vergangenen Jahren als Scharfmacher gegen den Westen etabliert. Immer wieder fällt er mit rhetorischen Angriffen gegen die Ukraine und den Westen auf.

Wenn behauptet werde, dass der nun entmachtete venezolanische Staatschef Nicolás Maduro ein illegitimer Präsident sei, dann halte das keiner Kritik stand, sagte Medwedew weiter. Dies gelte vor allem für die europäischen Reaktionen, die einen „doppelten Standard“ Europas aufzeigten.

Er fügte mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hinzu, dass es aus dieser Sicht „sicherlich besser ist, sich nicht zu entspannen“, da dessen Amtszeit längst abgelaufen sei. Selenskyj allerdings bleibt aufgrund der Verfassung zu Kriegszeiten im Amt./cha/DP/he

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12 Kommentare

  1. Die Tatsache, dass Medwedew diese Äußerungen gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass tätigte, deutet darauf hin, dass sie eine offizielle Position widerspiegeln und nicht nur eine persönliche Meinung sind. Das ist bedenklich.

    • Peter Schneider am

      Genau, die Wahl des Mediums ist entscheidend. Es ist unwahrscheinlich, dass er solche Aussagen ohne Rücksprache und Zustimmung treffen würde.

  2. Ich bin schockiert, dass ein ehemaliger Präsident und aktueller Sicherheitsrat-Vize solche Äußerungen tätigen kann. Das untergräbt jegliches Vertrauen in diplomatische Bemühungen.

  3. Medwedews Aussage, Merz könnte „entführt“ werden, erinnert stark an die US-amerikanischen Aktionen in Venezuela, die er als Vergleich heranzieht – ein beunruhigender Gedankengang, wenn man bedenkt, dass er Vizevorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist.

  4. Die Aussage über einen „Karneval“ im Zusammenhang mit einer möglichen Entführung ist zynisch und entwertet die Schwere der Situation. So etwas darf man nicht herunterspielen.

  5. Indem Medwedew die möglichen Konsequenzen einer ‚Entführung‘ in Bezug auf das Leid der Bevölkerung erwähnt, versucht er wahrscheinlich, die Aktion zu rechtfertigen und von der eigentlichen Verantwortung abzulenken. Eine perfide Taktik.

  6. Die Parallele, die Medwedew zwischen der US-Politik in Venezuela und möglichen Aktionen gegen europäische Politiker zieht, ist eine klare Botschaft an den Westen und eine Warnung vor Interventionen. Ist das Einschüchterung?

  7. Laura D. Weber am

    Medwedew kritisiert den „doppelten Standard“ Europas in Bezug auf die Legitimität von Staatsführern, indem er Maduro und Selenskyj vergleicht; das wirft die Frage auf, ob seine Kritik berechtigt ist oder ob es sich um eine Ablenkung handelt.

  8. Die Behauptung, Merz sei ein „Neonazi“ und seine Entführung wäre kein Verlust, ist eine absurde Verunglimpfung, die jegliche Grundlage entbehrt und offenbar reine Provokation ist. Wie kommt Medwedew zu dieser Einschätzung?

  9. Jonas Schäfer am

    Seine Bemerkung, dass Selenskyjs Amtszeit „längst abgelaufen sei“, scheint eine gezielte Desinformation zu sein, da die ukrainische Verfassung Ausnahmeregelungen für Kriegszeiten vorsieht. Ist das ein Versuch, die öffentliche Meinung zu beeinflussen?

    • Die Verfassung der Ukraine hält Selenskyjs Amtszeit wegen des Krieges tatsächlich aufrecht, was Medwedew bewusst ignoriert, um eine bestimmte Narrative zu bedienen.

  10. Karl I. Becker am

    Es ist bemerkenswert, wie sich Medwedew in den letzten Jahren zu einem immer schärferen Kritiker des Westens entwickelt hat und jetzt offen über solch aggressive Szenarien spricht. Das zeigt eine deutliche Eskalation der Rhetorik.

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