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Gewinnmitnahmen führen zu massiven Kursverlusten

Man kann es auch anders ausdrücken: Es wurde reichlich Luft aus den hochbewerteten Big-Tech-Werten
gelassen. Allein im Juni wurden rund 2,3 Billionen US-Dollar Börsenwert bei den sogenannten Magnificent 7 vernichtet. Das entspricht mehr als der Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
Besonders schwach entwickelte sich leider auch Microsoft, ein Portfoliowert aus unserem Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen und dem Frankfurter UCITS-ETF – Modern Value. Denn Microsoft steht mit einem Minus von rund 20 Prozent zu Buche, wobei sich der Kurs zuletzt wieder erholt hat. Nvidia geriet deutlich unter Druck und
verlor rund 13 Prozent. Apple und Amazon gaben jeweils um etwa acht Prozent nach. Der Grund: Anleger zweifeln immer mehr an den exorbitanten Investitionen in die KI-Infrastruktur. Immerhin reden
wir hier von mehreren hundert Milliarden US-Dollar. Die müssen sich erst mal in nachhaltige Rendite verwandeln.

S&P 500: Gewinnwachstum von 23 Prozent erwartet – Big-Tech hinkt
hinterher

Damit richtet sich der Blick auf die anstehenden Quartalszahlen. Und hier sollten einige der Big-7
für positive Überraschungen gut sein. Doch die Latte liegt hoch. So erwartet die Deutsche Bank für den S&P 500 rund 23 Prozent Gewinnwachstum im
laufenden Jahr. Und da müssten die hochbewerteten Tech-Giganten natürlich noch einiges draufsatteln, um ihre Bewertungen zu rechtfertigen. Zuwachsraten von 30 bis 40 Prozent werden hier in der
Spitze schon erwartet. Das sind hohe Ziele. Dabei müssen die großen Tech-Konzerne die Rentabilität ihrer Investitionen überzeugend belegen. Und das Quartal für Quartal.

2027-Prognose: Der breite Markt wird die Big 7 outperformen

Schaut man hier mal etwas genauer in die Zukunft, dann sieht das für Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, Nvidia und Tesla nicht sehr rosig aus. Wie mein Kollege Heiko Böhmer in seinem Investmentblog (www.shareholdervalue.de/frankfurter-investmentblog) ausgeführt hat, könnte 2027 der
breite Markt den Big-7 den Rang ablaufen. Denn für die 493 Unternehmen im S&P 500 — all jene, die nicht zu den Magnificent 7 gehören — wird ein Gewinnwachstum von 23 Prozent erwartet, während
die Mag 7 selbst nur bei einem Zuwachs von 20 Prozent gesehen werden. Die Underdogs überholen das Spitzenfeld. Und wie es aussieht, verspielen Alphabet & Co. ihren Vorsprung. Nun, das sind
Analystenschätzungen. Und wie die Vergangenheit gezeigt hat, liegen die auch nicht immer richtig.

Einkaufsmanagerindex signalisiert Stimmungsaufhellung

Wie dem auch sei: Es gibt auch positive Zeichen, die Anlass zur Hoffnung geben. So ist – trotz des
wackeligen Abkommens zwischen den USA und dem Iran – der Ölpreis merklich zurückgekommen. Das entlastet viele Unternehmen, nicht nur in Europa, sondern auch
in den USA und in Asien. Dann zeigen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die USA, den Euroraum und weitere große Volkswirtschaften zuletzt eine breite Stimmungsaufhellung. Der Gesamtindex
der Industrieländer stieg von 50,3 auf 51,1 Punkte, was eine an Dynamik gewinnende Expansion der Privatwirtschaft signalisiert. Die Industrie bleibt robust, insbesondere in den USA. Deutlich
heterogener ist die Lage bei Dienstleistern: schwächer in Großbritannien, stabil im Euroraum und deutlich erholt in den USA und Japan. Zugleich verbessern sich die Erwartungen der Unternehmen, was
für stabilere Nachfrageperspektiven spricht. Der Preisschub im Zuge des Nahostkonflikts scheint damit seinen Höhepunkt überschritten zu haben.

Deshalb bleiben wir auch optimistisch. Wir setzen weiterhin auch auf europäische Titel wie die
deutsche Merck, den Billigflieger Ryanair oder auch die Allianz. Damit schaffen wir in unseren Portfolios ein Gegengewicht zu den USA, falls dort die Erwartungen von Big-Tech nicht erfüllt
werden.

 

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