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© D Yang auf Unsplash.

Der US-Flüssiggas-Spezialist Cheniere Energy hat angesichts der weltweiten Energiekrise im zurückliegenden Quartal einen Milliardengewinn erzielt.

Für dich zusammengefasst:

Versorgungskrise sortiert Lieferwege neu

Der Iran-Krieg und in dessen Folge die Sperrung der Straße von Hormus hat nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) zur größten Versorgungskrise aller Zeiten geführt. Dementsprechend starken stiegen die Preise für börsengehandeltes Öl und Gas an. Auch Destillate wie Diesel und Kerosin verteuerten sich in diesem Jahr erheblich.

Doch die deutlichen Preisanstiege waren nur einer von vielen Effekten. Nicht nur wurden Angebot und Nachfrage erheblich durcheinander gewirbelt, sondern auch die Lieferwege. Von profitierten vor allem US-Exporteure, wie die vom Flüssiggas-Spezialisten Cheniere Energy am Donnerstagmittag vorgelegten Quartalszahlen gezeigt haben.

Cheniere Energy pulverisiert die Erwartungen

Gegenüber dem Vorjahresquartal legten die Erlöse des Unternehmens, welches das wichtige Sabine-Pass-Terminal am Golf von Mexiko betreibt, um 25,3 Prozent auf 5,73 Milliarden US-Dollar zu. Damit pulverisierte der Konzern die Analystenerwartungen, welche auf ein um 880 Millionen US-Dollar niedrigeres Ergebnis getippt hatten.

Neben Preissteigerungen sorgten auch die um 19 Prozent auf 184 Ladungen erhöhten Auslieferungen sowie das um 22 Prozent gestiegene Transportvolumen für das dynamische Wachstum. Das ist doppelt ermutigend, weil es beweist, dass Cheniere Energy für höhere Erlöse nicht allein auf höhere Preise angewiesen ist.

Operative Outperformance, gewaltige Einmaleffekte

Auch auf der Ertragsseite präsentierte sich das Unternehmen in einer starken Verfassung. Der bereinigte operative Ertrag (EBITDA) legte um 27 Prozent auf 1,8 Milliarden US-Dollar zu. Beim Nettogewinn kam es aufgrund von Einmal- und Sondereffekten im Zusammenhang mit langfristigen Liefervereinbarungen zu einem Anstieg um 89 Prozent.

Nach 1,626 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr erwirtschaftete Cheniere Energy in den zurückliegenden drei Monaten 3,068 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet pro Aktie einen Gewinn von 14,65 US-Dollar, was meilenweit über den Analystenerwartungen von 2,96 US-Dollar lag. Doch auch bei den Barmittelzuflüssen präsentierte sich das Unternehmen stark. Die lagen bei 1,17 Milliarden US-Dollar.

Prognose deutlich angehoben

Angesichts der enormen Dynamik und der anhaltenden Lieferkettenunterbrechungen rechnet Cheniere Energy mit einem weiterhin erfolgreichen Verlauf des Geschäftsjahres.

Das Management erhöhte sowohl die EBITDA- als auch die Cashflow-Prognose. Der operative Ertrag wird nun bei 7,9 bis 8,4 Milliarden US-Dollar erwartet nach bislang 7,25 bis 7,75 Milliarden US-Dollar. Die ausschüttungsfähigen Barmittelzuflüsse sollen sich auf 5,3 bis 5,8 Milliarden US-Dollar belaufen. Das liegt um 550 Millionen US-Dollar höher als bislang geschätzt. Mit dieser Prognose hatte Cheniere Energy keine Mühe, die Markterwartungen zu übertreffen.

Aktie legt kräftig zu, könnte Abwärtstrend hinter sich lassen

Bei Anlegerinnen und Anlegern kommt der Geschäftsbericht hervorragend an. Die Aktie durfte sich bereits in der US-Vorbörse über Zugewinne freuen und stürmte nach der Handelseröffnung auf ein Plus von knapp 5 Prozent.

Damit lässt Cheniere Energy eine mehrtägige Korrektur hinter sich und bereitet sich auf einen Ausbruch über die Abwärtstrendlinie der vergangenen Wochen vor.

Die technischen Indikatoren befanden sich zwar zuletzt mit der Aktie im Rückwärtsgang, doch der Trendstärkeindikator MACD behauptete eine Notierung oberhalb der Nulllinie, was einen intakten Aufwärtstrend anzeigt. Da das Papier zur Unterseite hervorragend abgesichert ist, könnte dieser jetzt wieder an Fahrt aufnehmen.

Fazit: Nicht mehr günstig, aber weiteres Potenzial ist vorhanden

Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht ein KGVe 2027 von 15,6 zu Buche. Das liegt etwas über der historischen Norm der Aktie von 14,2. Das gilt auch für das EV/EBITDA-Verhältnis, das auf Grundlage der angehobenen Unternehmensprognose knapp unter 10 liegt. Die Cashflow-Rendite liegt bei etwa 11 Prozent.

Damit ist Cheniere Energy insgesamt etwas höher bewertet als der Rest der Branche, allerdings ist das Sabine-Pass-Terminal für LNG-Exporte aus den USA in dieser Größenordnung einzigartig, sodass Bewertungsaufschläge gerechtfertigt sind.

Hält die hohe Nachfrage nach Flüssiggas sowohl im In- als auch im Ausland an, darf sich das Unternehmen weiterhin auf hohe Gewinne einstellen, was auch Anlegerinnen und Anlegern zugutekommen dürfte.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross

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