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Bulgariens Euro-Start verlief reibungslos – doch wie begehrt sind die neuen Münzen wirklich? Ein Blick auf Auflagen, Marktpreise und die Lehren aus früheren Euro-Beitritten.
Die Entscheidung für Bulgariens Euro-Beitritt fiel vergleichsweise kurzfristig im Jahr 2025. Für die Vorbereitung der Münzprägung blieb dem Land nur rund ein halbes Jahr. Dennoch verlief der Start reibungslos.
Seit dem 1. Dezember sind offizielle Starterkits erhältlich, seit Jahresbeginn ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in Bulgarien.
Parallel dazu erreichen erste Kursmünzen – vor allem aus Starterkits – auch den deutschen Markt.
Unversehrte Starterkits könnten langfristig seltener werden
Die bulgarischen Euro-Starterkits enthalten 42 Münzen mit einem Nennwert von 10,23 Euro. Dieser Betrag entspricht exakt dem der deutschen Starterkits zur Euro-Einführung, wenn auch mit einer leicht anderen Stückelung.
Die Gesamtauflage liegt bei einer Million Exemplaren. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl Bulgariens von rund 6,6 Millionen ist das keine besonders hohe Zahl. Rein rechnerisch könnte etwa jeder sechste Bulgare ein Starterkit erwerben.
Starterkits aus Bulgarien für 40 bis 50 Euro bei ebay
Erfahrungsgemäß werden viele dieser Sets jedoch geöffnet, um die Münzen in Augenschein zu nehmen oder in Umlauf zu bringen. Unversehrt erhaltene Starterkits könnten daher langfristig deutlich seltener werden.
Sebastian Wieschowski
Aktuell werden die bulgarischen Starterkits auf Plattformen wie eBay häufig für 40 bis 50 Euro gehandelt – teils auch darüber. Das entspricht etwa dem Fünffachen des Nennwerts.
Blick auf frühere Euro-Starterkits
Ein Vergleich mit früheren Euro-Erweiterungen relativiert die hohen Erwartungen. Starterkits gelten heute nicht mehr als das spektakuläre Sammelgebiet wie zur Euro-Einführung 2002. Auch bei späteren Beitritten gab es nur wenige Fälle mit nachhaltiger Wertsteigerung.
Sebastian Wieschowski
Ein Beispiel ist Kroatien: Dort wurden 1,2 Millionen Starterkits bei rund 3,8 Millionen Einwohnern ausgegeben. Der Marktwert liegt inzwischen bei etwa 30 Euro – von einer echten Rarität kann keine Rede sein.
Ähnlich sieht es bei anderen Ländern aus, die in den vergangenen Jahren dem Euro beigetreten sind: Litauen notiert bei rund 20 Euro, Lettland bei etwa 30 Euro, Estland ebenfalls um 20 Euro. Ein (seltenes) positives Gegenbeispiel ist die Slowakei. Dort stieg der Marktwert der Starterkits – ebenfalls mit einer Auflage von 1,2 Millionen bei rund 5,4 Millionen Einwohnern – auf aktuell etwa 85 Euro.
Vor diesem Hintergrund erscheint der derzeitige Preis von rund 50 Euro für ein bulgarisches Starterkit ambitioniert. Mit zunehmendem Angebot – etwa durch den Weiterverkauf privater Käufer o – dürfte der Preis eher unter Druck geraten.
Wie selten werden bulgarische Euromünzen?
Auch bei den regulären Kursmünzen lässt sich eine erste Einschätzung wagen. Die Prägevolumina für Euromünzen werden jährlich von der Europäische Zentralbank genehmigt. Für Bulgarien wurde ein Nennwert von 164 Millionen Euro für das kommende Prägejahr festgelegt.
Davon entfallen rund 10 Millionen Euro auf die Starterkits. Der überwiegende Teil wird also als reguläre Umlaufmünzen geprägt. Im Vergleich mit anderen Ländern zeigt sich: Kroatien durfte im ersten Euro-Jahr Münzen im Wert von rund 274 Millionen Euro ausgeben – deutlich mehr als Bulgarien. In diesem direkten Vergleich werden bulgarische Euromünzen also seltener sein.
Gleichzeitig relativiert sich dieser Vorteil im europäischen Kontext. Litauen prägte in seinem ersten Jahr etwa 120 Millionen Euro, Lettland 98 Millionen Euro, Estland sogar nur 58 Millionen Euro. Dennoch gelten selbst die ersten estnischen Euromünzen heute nicht als große Raritäten auf dem Sammlermarkt.
Fazit: Interessant, aber keine Sensation
Für Sammler ergibt sich ein nüchternes Bild. Die bulgarischen Euro-Starterkits dürften sich langfristig eher im Bereich von etwa 30 Euro einpendeln.
Die ersten Kursmünzensätze, die aktuell teilweise für bis zu 15 Euro gehandelt werden, könnten perspektivisch eher bei 7 bis 8 Euro liegen.
Eine große Wert-Explosion ist damit nicht zu erwarten. Gleichwohl werden bulgarische Euromünzen nicht alltäglich im Wechselgeld auftauchen. Für eine vollständige Eurosammlung gehören sie daher in jedes Album – als Ergänzungsstück, nicht als spekulative Sensation.
Sebastian Wieschowski ist leidenschaftlicher Münzsammler und Fachmann für Numismatik und Edelmetalle. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Den vollständigen Artikel hier lesen


23 Kommentare
Ich frage mich, ob die bulgarische Regierung versucht, die Seltenheit der Münzen durch begrenzte Prägevolumina künstlich zu erhöhen, um den Sammlermarkt anzukurbeln.
Die 42 Münzen in den bulgarischen Starterkits mit einem Wert von 10,23 Euro sind eine interessante Kombination. Ist das eine bewusste Anlehnung an die deutsche Einführung?
Ich bin kein Sammler, aber ich finde es faszinierend, wie sich der Wert von Münzen und Sammlersetts entwickeln kann. Der Artikel gibt einen guten Überblick.
Die Vergleiche mit Kroatien, Litauen, Lettland und Estland sind sehr aufschlussreich. Es scheint, als ob die Größe des Landes und die Auflage der Sets eine Rolle spielen.
Die Slowakei scheint mit 85 Euro für ein Starterkit eine Ausnahme zu sein. Was hat Bulgarien anders gemacht als die anderen Länder, dass diese Wertsteigerung dort nicht zu erwarten ist?
Die Aussage, dass Starterkits heute nicht mehr das ’spektakuläre Sammelgebiet‘ sind wie 2002, ist realistisch. Der Hype scheint sich gelegt zu haben.
Die Preisentwicklung auf eBay ist ein guter Indikator für die aktuelle Nachfrage. Es wird sich zeigen, ob die Preise tatsächlich unter Druck geraten, wie im Artikel prognostiziert.
Die Stückelung der bulgarischen Starterkits unterscheidet sich leicht von den deutschen. Könnte diese kleine Abweichung für Sammler von Bedeutung sein?
Die Tatsache, dass etwa jeder sechste Bulgare ein Starterkit erwerben könnte, deutet darauf hin, dass die Sets nicht extrem limitiert sind. Das spricht gegen eine massive Wertsteigerung.
Die Tatsache, dass Bulgarien nur ein halbes Jahr für die Münzprägung hatte, ist erstaunlich kurz. Beeinflusst das die Qualität oder das Design der Münzen im Vergleich zu anderen Euro-Ländern?
Die Tatsache, dass die Starterkits aus Bulgarien bereits jetzt für das Fünffache ihres Nominalwerts gehandelt werden, ist ein Zeichen für den aktuellen Hype.
Ich frage mich, ob die Erfahrung mit den Starterkits aus Kroatien, Litauen, Lettland und Estland – die alle unter 30 Euro liegen – nicht ein Warnsignal für überhöhte Erwartungen bei den bulgarischen Sets sein sollte.
Wenn die regulären Kursmünzen aus Bulgarien auch nur geringe Auflagen haben, könnten diese langfristig interessanter für Sammler sein als die Starterkits.
Die Tatsache, dass viele Starterkits geöffnet werden, um die Münzen zu nutzen, könnte die langfristige Seltenheit der unversehrten Sets tatsächlich erhöhen. Das ist ein interessanter Aspekt für Sammler.
Ich habe auf eBay geschaut und tatsächlich Starterkits für über 50 Euro gesehen. Das zeigt, dass es eine Nachfrage gibt, aber ob sich dieser Preis hält, ist fraglich, wenn das Angebot steigt.
50 Euro für ein Starterkit, das nur 10,23 Euro Nominalwert hat, erscheint mir hoch, besonders wenn man bedenkt, dass die Gesamtauflage mit einer Million Stück relativ gering ist im Verhältnis zu den 6,6 Millionen Einwohnern Bulgariens.
Die Tatsache, dass die EZB die Prägevolumina genehmigt, bedeutet, dass es eine zentrale Kontrolle über die Menge der Euromünzen gibt. Das ist wichtig für die Stabilität der Währung.
Es ist interessant zu sehen, wie sich die Euro-Erweiterung auf den Sammlermarkt auswirkt. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass nicht jeder Beitritt ein Erfolg wird.
Ich bin gespannt, wie sich der Preis für die bulgarischen Starterkits entwickelt, wenn mehr Leute ihre Kits verkaufen. Derzeit scheint es ein Spekulationsobjekt zu sein.
Die kurze Vorbereitungszeit von einem halben Jahr für die Münzprägung in Bulgarien wirft die Frage auf, ob es Kompromisse bei der Gestaltung oder Qualität gab.
Ich finde es gut, dass der Artikel die Erfahrungen aus früheren Euro-Erweiterungen heranzieht, um die Erwartungen an Bulgarien zu relativieren. Das ist eine wichtige Perspektive.
Ich habe gelesen, dass die Nachfrage nach den Münzen in Bulgarien selbst sehr hoch ist. Könnte das dazu führen, dass weniger Kits auf den deutschen Markt gelangen?
Es ist bemerkenswert, dass die Europäische Zentralbank die Prägevolumina jährlich genehmigt. Gibt es da eine Möglichkeit für Bulgarien, die Prägung zu beeinflussen, um möglicherweise seltene Münzen zu erzeugen?