Die NORMA Group SE hat im zweiten Quartal 2026 ihre Profitabilität deutlich verbessert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg nach Unternehmensangaben auf 7,6 Millionen Euro, nach 2,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Die entsprechende Marge kletterte von 1,1 auf 3,6 Prozent und lag damit auch über dem Wert des ersten Quartals 2026. Der Hersteller von Verbindungstechnik mit Sitz in Maintal bei Frankfurt begründet die Entwicklung mit einer verbesserten Bruttomarge durch niedrigere Materialkosten sowie mit Einsparungen im Rahmen des Transformationsprogramms NewNORMA.

Der ausgewiesene Konzernumsatz sank im Quartal um 0,6 Prozent auf 211,8 Millionen Euro. Währungsbereinigt ergab sich ein Plus von 0,1 Prozent; den Rückgang in der Berichtswährung führt das Unternehmen ausschließlich auf negative Wechselkurseffekte zurück. Die bereinigte Materialkostenquote fiel von 48 auf 44 Prozent, die Personalkostenquote blieb bei 33 Prozent.

Industriegeschäft wächst, Mobility bleibt schwach

Die beiden Geschäftsbereiche entwickelten sich gegenläufig. Das Segment Industry Applications wuchs währungsbereinigt um 8,4 Prozent, berichtet um 7,0 Prozent auf 70,6 Millionen Euro (Vorjahr: 65,9 Millionen Euro). Treiber waren nach Unternehmensangaben eine anziehende Nachfrage in industriellen Anwendungsfeldern sowie die Regionen Amerika und Asien-Pazifik.

Im Bereich Mobility & New Energy gingen die Erlöse währungsbereinigt um 3,7 Prozent zurück, berichtet um 4,0 Prozent auf 141,3 Millionen Euro (Vorjahr: 147,2 Millionen Euro). Als Grund nennt NORMA das anhaltend schwierige Marktumfeld in der globalen Automobilindustrie, insbesondere in EMEA und Asien-Pazifik.

Regionen entwickeln sich unterschiedlich

In der Region EMEA sank der Umsatz währungsbereinigt um 3,4 Prozent auf berichtete 112,9 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich dort jedoch von minus 1,5 Prozent auf plus 2,2 Prozent – laut Unternehmen sowohl wegen eines niedrigeren Vergleichswerts durch temporäre Einmaleffekte im Vorjahr als auch wegen der Maßnahmen zur Kostensenkung.

In Amerika legte der Umsatz währungsbereinigt um 10,0 Prozent zu, berichtet um 8,0 Prozent auf 70,4 Millionen Euro; die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 5,8 Prozent (Vorjahr: 2,4 Prozent). In Asien-Pazifik lag der Umsatz währungsbereinigt 7,8 Prozent unter Vorjahr, berichtet bei 28,5 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge der Region blieb mit 8,3 Prozent auf hohem Niveau (Vorjahr: 7,9 Prozent).

Cashflow unter Vorjahr – Wassergeschäft verkauft

Der Netto-Operating-Cashflow belief sich im zweiten Quartal auf 6,6 Millionen Euro, nach 31,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Den Rückgang erklärt NORMA mit dem inzwischen verkauften Wassergeschäft, dessen Beiträge im Vorjahreswert noch enthalten waren. Der Verkauf des Bereichs Water Management schlägt sich auch in der Bilanz nieder: Zum 30. Juni 2026 wies der Konzern eine Eigenkapitalquote von 66,7 Prozent aus, verglichen mit 45,1 Prozent zum Jahresende 2025. Die Nettoverschuldung von 316,1 Millionen Euro ist in eine Nettoliquidität von 303,9 Millionen Euro umgeschlagen.

Im ersten Halbjahr erzielte die NORMA Group einen Konzernumsatz von 420,5 Millionen Euro (Vorjahr: 434,3 Millionen Euro), währungsbereinigt ein Minus von 0,6 Prozent. Das bereinigte EBIT stieg auf 14,0 Millionen Euro (Vorjahr: 2,1 Millionen Euro), die bereinigte Marge auf 3,3 Prozent. Der Periodenüberschuss lag durch den Verkaufserlös bei 311,0 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie bei 10,23 Euro.

Größter Einzelauftrag der Firmengeschichte

Beim Neugeschäft verweist das Unternehmen auf Aufträge im Bereich Rechenzentrumsinfrastruktur, darunter Folgeaufträge in Malaysia, weitere Projektphasen in Thailand und Neugeschäft in Australien. Zudem seien Aufträge für Batteriespeichersysteme und Energieinfrastruktur gewonnen worden. Im Segment Mobility & New Energy sicherte sich NORMA den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte mit rund 157 Millionen Euro Lifetime-Umsatz – Thermomanagementsysteme für künftige Fahrzeugplattformen eines global tätigen Automobilherstellers. Ein weiterer Großauftrag betrifft eine Schwerlast-Motorenplattform eines nordamerikanischen Nutzfahrzeugherstellers.

CEO Birgit Seeger erklärte: „Im zweiten Quartal haben wir gezeigt, dass NewNORMA Ergebnisse liefert.“ Der Fokus liege auf besserer Umsatzqualität, operativer Exzellenz, stärkerer Cashflow-Orientierung und disziplinierter Kapitalallokation.

Prognose bestätigt

NORMA bestätigt die Prognose für das Geschäftsjahr 2026: erwartet werden ein Umsatzwachstum von etwa 0 bis 2 Prozent, eine bereinigte EBIT-Marge von rund 2 bis 4 Prozent und ein Netto-Operating-Cashflow zwischen etwa 10 und 20 Millionen Euro.

Der Personalabbau in Deutschland ist nach Unternehmensangaben abgeschlossen, Maßnahmen im Ausland liegen leicht vor Plan. Die Gesamtbelegschaft sank zum 30. Juni 2026 um 4,5 Prozent auf 6.077 Beschäftigte. Am 1. Juli 2026 stimmten die Aktionäre den auf der Hauptversammlung vorgeschlagenen Kapitalmaßnahmen zu, die die Grundlage für die weitere Rückführung eines Teils der Verkaufserlöse bilden. Ein Strategie-Update ist für den 19. Oktober 2026 angekündigt, die Zahlen zum dritten Quartal folgen am 3. November 2026.

Quelle: Nachrichten Ticker – Kategorie: Aktien & Indizes – www.wallstreet-online.de

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