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Die Entwicklung seiner E-Sportwagen einzustellen, würde Porsche sehr viel Geld kosten. Aber es wäre wohl der richtige Schritt

Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dürfte das jahrelange „Kommt er, kommt er nicht?“-Spielchen in Zusammenhang mit Porsches elektrischen 718ern bald ein Ende haben. Aus der Branche ist zu hören, dass das Projekt auf der Kippe steht.

Wenn das stimmt, hätten die Zuffenhausener einen Haufen Geld verbrannt. Der (vorläufige) Abschied vom elektrischen Boxster und Cayman könnte aber auch eine gewisse Erleichterung bringen. Für die Verantwortlichen und für die eingefleischten Fans der Marke.

Auch Porsche wird den Fokus neu ausrichten

Einen elektrischen Sportwagen zu entwickeln, der Porsches berüchtigt hohen Ansprüchen gerecht wird, ist offenbar deutlich schwieriger als ursprünglich erwartet. Hinzu kommt, dass der Markt, gerade für sportliche und/oder luxuriöse Stromer zuletzt mehr als schwierig war. 

Und für die nähere Zukunft sehen die Prognosen nicht wirklich besser aus. Also reiht sich auch Porsche in eine wachsende Zahl von Herstellern ein, die ihren Fokus neu ausrichten.

Elektroautos lassen sich natürlich verkaufen, doch der Markt für einen echten elektrischen Sportwagen ist klein. Das Segment ist absolute Nische. Und Porsche braucht derzeit das genaue Gegenteil, nämlich Rückenwind bei den Stückzahlen. 

Trotz eines Rekordjahres in den USA sank der weltweite Absatz gegenüber 2024 um 10 Prozent. Ein teurer Elektro-Sportwagen dürfte da kaum die richtige Antwort sein.

Der Taycan stürzte bei den Verkaufszahlen dramatisch ab

Das bedeutet freilich nicht, dass Porsche den rein Elektrischen grundsätzlich den Rücken kehrt. In Europa war 2025 bereits jeder dritte verkaufte Porsche elektrisch. Plug-in-Hybride und reine Elektro-Modelle machten nahezu 58 Prozent der Verkäufe in Europa aus. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der Taycan schwächelt, stürzte trotz Facelift das zweite Jahr in Folge dramatisch in den Verkaufszahlen ab.

Der Porsche 718 ist als Sportwagen längst eine Legende für sich. Zwar steht die Baureihe nach wie vor im riesigen Schatten des 911, doch die 718er bieten das puristischere Sportwagen-Erlebnis. Wer einmal einen 718 GTS 4.0 oder einen Spyder RS bewegt hat, weiß, wie nah diese Autos an der Perfektion sind.

Die Porsche-Gemeinde würde das E-Auto gnadenlos zerlegen

Was einen Wagen wie den 718 so besonders macht, ist die Art, wie er mit dem Fahrer kommuniziert. Gewichtsverteilung, Rückmeldung der Lenkung, Fahrwerksabstimmung und Bremsperformance greifen so ineinander, dass ein schwer zu toppendes analoges Fahrerlebnis entsteht.

Und genau darum geht es: analog. Moderne Technik kann viel simulieren und kaschieren, doch echte Enthusiasten erkennen digitale Abkürzungen oder künstliche Effekte sofort. Würde Porsche einen elektrischen 718 bringen und ihn mit simulierten Auspuffgeräuschen, künstlichen Schaltvorgängen oder anderen EV-Gimmicks vermarkten, dürfte die Fangemeinde das Auto vermutlich gnadenlos zerlegen.

Gute Elektro-Sportwagen sind schwer zu bauen

Einen guten Elektro-Sportwagen zu bauen, ist nicht unmöglich. Der tiefe Schwerpunkt und das ansatzlos anliegende Drehmoment können durchaus für ein begeisterndes Fahrerlebnis sorgen. Wenn Batterien leichter werden und die Performance steigt, werden elektrische Sportwagen grundsätzlich realistischer. Steer-by-wire-Technik könnte Ingenieuren sogar helfen, das Gefühl klassischer Sportwagen nachzubilden.

Doch am Ende muss dieses „Feeling“ häufig programmiert werden. Für alle, die echte analoge Reize suchen, ist das ein Problem. Ein elektrischer Porsche Cayman – so fortschrittlich er auch wäre – hätte es schwer, dieselbe Magie zu liefern.

Porsche weiß das. Das Unternehmen ist überzeugt, einen großartigen Elektro-Sportwagen entwickeln zu können – aber ihn wirklich richtig und „echt“ hinzukriegen, ist außergewöhnlich schwierig und zunehmend teuer.

Die naheliegendere und kosteneffizientere Lösung wäre dagegen, Cayman und Boxster in ihrer aktuellen Form weiter zu verfeinern: Fahrwerk und Interieur nachschärfen, das Design auffrischen und beim klassischen Verbrenner bleiben – oder vielleicht mit einem Hybridantrieb als Brückentechnologie arbeiten, etwa nach Art des 911 GTS-Setups.

Elektrische SUVs bauen? Das ist vergleichsweise unkompliziert. Einen Elektro-Sportwagen zu entwickeln, der dem Porsche-Wappen wirklich gerecht wird? Das ist eine ganz andere Geschichte.

Von Stefan Wagner

Das Original zu diesem Beitrag „Warum Porsches E-Sportwagen vermutlich ein Flop wären“ stammt von Motor1.com.

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