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Heizen mit Gas könnte für viele Haushalte drastisch teurer werden, wie aktuelle Studien zeigen. Was dahintersteckt und was Eigentümer jetzt tun sollten.

Gasheizungen könnten für viele Haushalte zur Kostenfalle werden. Denn nicht nur CO₂-Preis und Energiepreise treiben die Kosten – auch die Netzentgelte steigen massiv. Studien zeigen: Für die letzten Gaskunden könnten sich die Gebühren bis 2045 vervielfachen.

Schon heute zahlen Verbraucher deutlich mehr als früher. „Die aktuellen Gasnetzgebühren für Haushalte sind rund 64 Prozent höher als noch vor zehn Jahren“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox. Für ein Einfamilienhaus bedeutet das im Schnitt rund 240 Euro mehr pro Jahr.

Und der Trend dürfte sich weiter verschärfen.

So explodieren die Kosten für die letzten Gaskunden

Eine Analyse des Fraunhofer-Instituts zeigt, wie sich die Netzkosten bis 2045 entwickeln könnten – anhand eines Modell-Gasnetzes mit 30.000 Haushalten.

Der entscheidende Punkt: Immer mehr Menschen steigen aus dem Gas aus. Dadurch verteilen sich die Kosten auf immer weniger Kunden. Die Folge: Die Gebühren steigen deutlich – vor allem für die, die bleiben.

  • 2023–2027: rund 500 Euro pro Jahr bei etwa 29.000 Haushalten
  • 2028–2032: etwa 600 bis 700 Euro bei 16.000 Haushalten
  • 2033–2037: bis zu 900 Euro bei rund 10.000 Haushalten
  • 2038–2042: etwa 1200 Euro bei nur noch 5000 Haushalten
  • 2043–2045: über 3000 Euro bei gut 1000 Haushalten

Die Studienautoren sprechen von einer möglichen Verzehnfachung der Netzkosten innerhalb von 20 Jahren.

Wichtig: Diese Kosten sind nur ein Teil des Gaspreises. Hinzu kommen Beschaffungskosten sowie Steuern und Abgaben.

Für einen Dreipersonenhaushalt kann das laut Modellrechnung Mehrkosten von mehreren tausend Euro pro Jahr bedeuten.

Warum Gas für Verbraucher immer teurer wird

Zwei Faktoren treiben die Entwicklung besonders stark.

Erstens: die CO₂-Abgabe. Seit Anfang 2026 liegt sie bei 65 Euro pro Tonne. Für ein unsaniertes Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von etwa 260 bis 310 Euro jährlich.

Zweitens: die bereits genannte schrumpfende Zahl der Gaskunden. Wenn Haushalte auf Wärmepumpen oder andere Heizsysteme umsteigen, bleiben weniger Nutzer im Netz – und müssen die Fixkosten tragen.

Das macht Gas strukturell teurer.

Wechsel findet bisher kaum statt

Trotz der steigenden Kosten wechseln bislang nur wenige Haushalte. Laut Bundesnetzagentur ist die Zahl der Gaskunden zwischen 2022 und 2024 lediglich um 0,3 Prozent gesunken.

Ein Grund: Viele Eigentümer können sich den Umstieg aktuell nicht leisten. Das zeigt auch eine Umfrage der KfW-Bank.

Netzbetreiber wollen Kosten abfedern

Um extreme Belastungen für die letzten Kunden zu vermeiden, plant die Bundesnetzagentur eine Anpassung der Abschreibungsregeln.

Die Versorger sollen Gasnetze bis 2045 abgeschreiben können. Dadurch steigen die Kosten zunächst stärker an, sinken aber später wieder.

„So soll verhindert werden, dass am Ende wenige verbliebene Kunden unverhältnismäßig hohe Kosten tragen“, heißt es von der Behörde.

Haushalte zahlen mehr als die Industrie

Ein weiterer Punkt: „Haushalte zahlen deutlich höhere Netzgebühren als die Industrie und Kraftwerksbetreiber“, sagt ein Verivox-Sprecher zu FOCUS online. Und dass, obwohl sie nicht die größten Nutzer der Gasnetze.

Was Hausbesitzer jetzt prüfen sollten

Für Eigentümer wird die Entscheidung über die Heiztechnik damit immer wichtiger.

Wer langfristig Kosten sparen will, sollte frühzeitig prüfen, ob ein Umstieg sinnvoll ist. Entscheidend sind dabei Verbrauch, Gebäudezustand und Investitionskosten.

Zwei Alternativen im Überblick: 

  • Wärmepumpe: Kosten je nach System etwa 22.000 bis 45.000 Euro. Nutzt Umweltwärme, benötigt aber teils Genehmigungen und gute Gebäudedämmung.
  • Pelletheizung: Laut ADAC zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Abhängig von Hausgröße, Kesselleistung und anderen Systemeigenheiten.

Wichtig: Staatliche Förderung kann die Investition deutlich senken. Über den KfW-Zuschuss sind derzeit bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

Lars-Eric Nievelstein

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6 Kommentare

  1. Lea Schneider am

    Interesting update on Preishammer bei Gas-Netzgebühren: Mehr als 3000 Euro bis 2045. Looking forward to seeing how this develops.

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