Listen to the article

0:00
0:00

Kernaussagen

🌐 Translate Article

Translating...

📖 Read Along

💬 AI Assistant

🤖
Hi! I'm here to help you understand this article. Ask me anything about the content!

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall meldet erneut Rekordzahlen. Umsatz und operatives Ergebnis steigen deutlich, Aktionäre sollen eine höhere Dividende erhalten. Trotzdem reagiert die Börse zunächst verhalten.

Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall hat seine Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt – und erneut kräftiges Wachstum gemeldet. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 29 Prozent auf rund 9,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis kletterte um 33 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, wie die dpa berichtet. 

Die operative Marge lag damit bei 18,5 Prozent und damit leicht über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich verdiente der Konzern 696 Millionen Euro und damit etwas weniger als ein Jahr zuvor. Grund waren unter anderem Verluste aus Geschäftsbereichen, die Rheinmetall künftig abstoßen will.

Aktionäre sollen trotzdem deutlich stärker am Erfolg beteiligt werden. Der Vorstand schlägt eine Dividende von 11,50 Euro je Aktie vor. Im Vorjahr waren es noch 8,10 Euro. „Wir haben operativ ein neues Rekordergebnis erzielt und werden die Profitabilität des Konzerns weiter steigern“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger.

Börse reagiert zunächst skeptisch

Trotz der starken Zahlen reagierte die Börse zunächst verhalten. Die Rheinmetall-Aktie verlor im frühen Handel zeitweise mehrere Prozent und gehörte damit zu den schwächsten Werten im Dax.

Analysten verweisen darauf, dass Umsatz und operatives Ergebnis leicht unter den Erwartungen lagen. Auch der Ausblick auf die operative Marge fiel etwas niedriger aus als von einigen Marktbeobachtern erhofft.

Hinzu kommt: Die Aktie hat in den vergangenen Jahren bereits eine außergewöhnliche Rally hinter sich. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Kurs um mehr als 1600 Prozent gestiegen. Entsprechend hoch sind inzwischen die Erwartungen vieler Investoren.

Was Anleger jetzt beachten sollten

Für Anleger bleibt Rheinmetall einer der wichtigsten Profiteure steigender Verteidigungsausgaben. Die Reaktion der Börse zeigt jedoch: Ein Teil der Wachstumshoffnungen ist bereits im Kurs enthalten.

Für Investoren sind derzeit vor allem drei Punkte entscheidend:

Erstens: neue Großaufträge der Bundeswehr und anderer Nato-Staaten. Sie treiben den Auftragsbestand und damit die künftigen Umsätze.

Zweitens: die Entwicklung der Margen. Anleger beobachten genau, ob Rheinmetall seine Profitabilität weiter steigern kann.

Drittens: geopolitische Entwicklungen. Konflikte und steigende Verteidigungsbudgets sorgen derzeit für zusätzlichen Rückenwind für die gesamte Branche.

Und so stark die Wachstumsaussichten der Rüstungsindustrie derzeit erscheinen: Kommt es etwa zu Verzögerungen bei Großaufträgen, gegenläufigen politischen Entscheidungen oder schwächeren Quartalszahlen, kann das den Aktienkurs schnell unter Druck setzen.

Einzelaktien wie Rheinmetall bergen für Anleger grundsätzlich auch höhere Risiken. Der Kurs eines einzelnen Unternehmens kann deutlich stärker schwanken als ein breit gestreuter Aktienfonds oder Index. Finanzexperten raten daher vielen Privatanlegern, ihr Geld breit zu streuen – etwa über Fonds oder ETFs – statt stark auf einzelne Titel zu setzen. So lassen sich Risiken einzelner Unternehmen besser abfedern. 

Und auch nach der starken Rally der vergangenen Jahre ist nicht garantiert, dass sich die Entwicklung so fortsetzt. Ein Teil der Erwartungen an steigende Verteidigungsausgaben könnte bereits im Kurs eingepreist sein.

Wer dennoch gezielt auf einzelne Aktien setzt, sollte sich der höheren Schwankungen bewusst sein und nur einen begrenzten Teil seines Vermögens investieren.

Auftragsbücher so voll wie nie

Langfristig setzen dennoch offenbar viele Investoren darauf, dass Europa seine Verteidigungsausgaben weiter erhöht – und Rheinmetall als einer der größten europäischen Anbieter davon profitiert. Und könnten damit recht behalten: Der Rüstungskonzern profitiert stark von steigenden Verteidigungsausgaben in Europa und bei Nato-Staaten. Angesichts des Ukraine-Kriegs und weiterer geopolitischer Spannungen investieren viele Länder massiv in militärische Ausrüstung.

Rheinmetall kann sich vor Aufträgen kaum retten. Ende Dezember lag der Auftragsbestand – der sogenannte Backlog – bei 63,8 Milliarden Euro. Das ist ein Rekordwert. Darin enthalten sind sowohl feste Bestellungen als auch Rahmenverträge.

Auch bei neuen Projekten sieht sich das Unternehmen gut positioniert. Rheinmetall produziert unter anderem Panzer, Artilleriesysteme, Flugabwehrtechnik, Militärlastwagen, Munition und Drohnen. Zudem baut der Konzern seine Aktivitäten weiter aus – etwa durch die Übernahme von Teilen der Bremer Lürssen-Werft im Marineschiffbau.

Iran-Krieg steigert Nachfrage

Zusätzliche Nachfrage könnte aktuell auch durch den Iran-Krieg entstehen. Nach Angaben von Rheinmetall-Chef Armin Papperger steigt insbesondere das Interesse an Flugabwehrsystemen des Konzerns. „Die Telefone standen übers Wochenende nicht still, man will unsere Systeme“, sagte Papperger in Düsseldorf. Details zu möglichen Bestellungen nannte er nicht.

Nach seinen Angaben werden Rheinmetall-Flugabwehrgeschütze im aktuellen Konflikt bereits eingesetzt. Sie hätten dort schon weit über 100 Drohnen abgeschossen. Der Hintergrund: Der Iran setzt laut Papperger im Krieg mit den USA massenhaft Drohnen ein, um US-Stützpunkte, Israel sowie Staaten in der Region anzugreifen.

Die Abwehr solcher Drohnen mit Raketen ist allerdings extrem teuer. Laut Papperger hätten die USA und ihre Verbündeten in den ersten 72 Stunden des Konflikts rund 2000 sogenannte Effektoren – also Raketen und Lenkflugkörper – eingesetzt. Das habe rund vier Milliarden Dollar gekostet.

Ein solcher Abfangflugkörper koste im Schnitt rund zwei Millionen Dollar, während die Drohnen häufig nur 20.000 bis 50.000 Dollar wert seien.

Rheinmetall wirbt deshalb mit Flugabwehrgeschützen als günstigere Alternative. Ein Schuss koste rund 1000 Dollar. „Wenn wir die Drohnen abwehren können mit drei, vier oder fünf Schuss, ist das Bekämpfen dieser Drohnen mit 5000 Dollar möglich – statt mit einer, zwei oder drei Millionen Dollar“, sagte Papperger.

Umsatz soll 2026 deutlich steigen

Für das laufende Jahr zeigt sich das Management weiter optimistisch. Rheinmetall erwartet für 2026 einen Umsatz von 14 bis 14,5 Milliarden Euro. Das entspräche einem Wachstum von 40 bis 45 Prozent.

Die operative Marge soll auf rund 19 Prozent steigen. Mittelfristig peilt der Konzern sogar noch deutlich höhere Ziele an: Bis 2030 will Rheinmetall seinen Umsatz auf etwa 50 Milliarden Euro steigern.

Gleichzeitig stellt sich der Konzern strategisch neu auf. Rheinmetall will sich vollständig auf das Rüstungsgeschäft konzentrieren und die schwächelnde Autozuliefersparte verkaufen. Die Sparte gilt als wenig profitabel und hatte zuletzt rückläufige Umsätze.

Hannah Petersohn

Den vollständigen Artikel hier lesen

Teilen.

Über Finanzen100 Finanzen100 wurde 2009 gegründet und ist eines der führenden Finanzportale Deutschlands. Als Marke von BurdaForward hat sich die Plattform darauf spezialisiert, komplexe Börsennachrichten für Privatanleger und Entscheider verständlich aufzubereiten. Finanzen100 bietet Echtzeitkurse für über 2 Millionen Wertpapiere, fundierte Marktanalysen und personalisierte Portfolio-Tools.

6 Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Exit mobile version