Listen to the article
Kernaussagen
🌐 Translate Article
📖 Read Along
💬 AI Assistant
Die wichtigsten Erkenntnisse
-
Verbundene Produkte
WisdomTree Europe Defence UCITS ETF – EUR Acc
Mehr erfahren
Europas Wiederaufrüstung verlagert sich von Plattformen auf Wegbereiter
Der europäische „Wiederaufrüstungszyklus“ bedeutet nicht einfach nur, mehr Plattformen von gestern zu kaufen. Die eigentliche Herausforderung und das Investitionssignal für Europa liegen darin, wo neue Kompetenzen aufgebaut werden: Antrieb und Stromversorgung, ausfallsichere Sensorik und Navigation sowie vernetzte Systeme, die alles miteinander verbinden, von bemannten Flugzeugen bis hin zu unbemannten Schwärmen und Satelliten. Rolls-Royce, Safran und Airbus sind jeweils an diesen Engpässen angesiedelt. Engpässe in der Verteidigung treten normalerweise in den Bereichen auf, in denen Budgets dauerhaft angelegt sind.
Warum also sollten wir uns gerade auf diese drei Titel konzentrieren? Der Grund ist, dass sie die Bereiche des europäischen Verteidigungssektors repräsentieren, in denen sich die Technologie am schnellsten weiterentwickelt und in denen „zukünftige Kompetenzen“ wahrscheinlich zuerst finanziert werden.
Diese Mischung ist wichtig. Mechanismen für gemeinsame Beschaffung und „europäische Präferenz“ (auch wenn sie nicht perfekt sind) begünstigen in der Regel große Integratoren und Lieferanten, die in multinationale Programme eingebunden sind. Das ist Airbus. Die Bereiche fördern Antriebssysteme und Stromversorgung für staatliche Anwendungen. Das ist Rolls-Royce (und, in einer anderen Sparte, Safran). Und sie favorisieren tendenziell eine resiliente Sensorik und Navigation. Das ist Safran.
Drei Engpässe in der europäischen Verteidigung der Zukunft
Rolls-Royce wird oft als „Motorenhersteller“ betrachtet, aber im Bereich der europäischen Verteidigung lässt sich der Konzern besser als Stromversorger für verschiedene staatliche Anwendungen beschreiben: U-Boote, Kampfflugzeuge und die Infrastruktur, die beides unterstützt.
In der Marine unterzeichnete Rolls-Royce einen achtjährigen „Unity“-Verbundvertrag mit dem britischen Verteidigungsministerium über Forschung und Technologie, Konstruktion, Fertigung und Instandhaltung der Kernreaktoren für die U-Boot-Flotte der Royal Navy im Wert von rund 9 Milliarden Pfund1. Das ist kein einmaliger Auftrag. Es ist ein langfristiger industrieller Rahmen. Bezogen auf die Verteidigung bedeutet das „Sichtbarkeit“, und in technologischer Hinsicht bedeutet es kontinuierliche Investitionen in fortschrittliche Nukleartechnik, Sicherheit, Werkstoffe und Produktionsdurchsatz.
In der Luftfahrt ist Rolls-Royce nicht nur für bestehende Plattformen relevant, sondern auch für die „Strom- und Wärmeanforderungen“ der nächsten Generation. Das EJ200-Triebwerk des Eurofighter Typhoon ist ein Konsortialprodukt, bei dem Rolls-Royce als wichtiger Partner fungiert. Der Konzern legt den Schwerpunkt auf integrierte digitale Steuerung und Lebenszyklus-Support – genau die Art von Nachhaltigkeit, die auch bei nachlassenden Neubauzyklen für stabile Margen sorgt.
Engpass 1: Rolls-Royce als Europas Stromversorger für staatliche Anwendungen
Rolls-Royce ist Antriebspartner im Global Combat Air Programme (GCAP) und arbeitet gemeinsam mit IHI und Avio Aero an einem Stromversorgungs- und Antriebssystem der nächsten Generation, wobei der Fokus ausdrücklich auf höheren Stromlasten für Flugzeuge und fortschrittlichen Werkstoffen/Fertigungsverfahren liegt. Dieser letzte Teil ist entscheidend. Luftsysteme der sechsten Generation sind nicht einfach nur schnellere Jets. Sie sind fliegende Kraftwerke, die Sensoren, elektronische Kriegsführung und sichere Netzwerke unterstützen. Rolls-Royce sitzt direkt in diesem Problemkomplex.
Bei Rolls-Royce lohnt es sich, die Entwicklung bei fortschrittlichen Werkstoffen, digitalisierten Design-to-Production-Prozessen und integrierter Stromerzeugung zu beobachten – nicht als Schlagworte, sondern als Anforderungen für Flugzeug- und U-Boot-Programme der nächsten Generation.
Engpass 2: Safran und der Wettlauf um robuste Navigation und Sensorik
Dann kommt Safran. Safran ist ein klarer „Hebel für neue Technologien“ an der Schnittstelle zwischen Präzisionsnavigation, Zeitmessung und moderner Optronik – also in Bereichen, in denen die Art der Konflikte rasche Modernisierungen erfordert.
Safran geht ungewöhnlich direkt auf das operative Umfeld ein: Das Unternehmen positioniert Trägheitsnavigation und sichere Zeitmessung als entscheidend für die Integritätsprüfung von Satellitensignalen und den Schutz wichtiger Kommunikationswege. Jamming und Spoofing sind keine Randfälle mehr, sondern grundlegende Annahmen für Peer-Konflikte. Daraus folgt, dass Trägheitsnavigation und resiliente Zeitmessung von einem „Nice-to-have“ zu einem „Must-have“ für die Beschaffung werden. In einer Welt, in der Europa seine Abhängigkeit verringern und seine Souveränität stärken will, sind diese Aussagen von strategischer Bedeutung.
Besonders interessant wird die Zukunft unbemannter Systeme. Der rote Faden hier ist einfach: Sensoren sind zunehmend softwaredefiniert, und der Wert liegt immer mehr in der Erkennung, Einstufung und Entscheidungsunterstützung. Diese Fähigkeiten kommen Unternehmen zugute, die Optik, Elektronik, Stabilisierung und Onboard-Verarbeitung miteinander verbinden können. Safran befindet sich in einer einzigartigen Position zwischen Resilienz und Sensorik. Die Anwendungen erstrecken sich über Plattformen, bemannte Flugzeuge, unbemannte Flugzeuge, Landfahrzeuge und Marinesysteme, sodass es weniger von einem einzelnen Programm oder „einem einzigen großen Flugzeug“ abhängig ist.
Engpass 3: Airbus als Systemintegrator für ein multidisziplinäres Europa
Wenn es bei Rolls-Royce um Stromversorgung und bei Safran um Resilienz geht, dann geht es bei Airbus um Integration – um den Aufbau der Architektur eines „Systems von Systemen“, die Europa zunehmend anstrebt.
Airbus präsentiert sein Verteidigungsportfolio, das Eurofighter, A400M, A330 MRTT und unbemannte Systeme wie die Eurodrone umfasst, und betont dabei die Interoperabilität zwischen Land-, Luft-, See-, Weltraum- und Cyberdomänen. Das ist von großer Bedeutung. Europa kauft nicht nur Plattformen. Es will das Bindegewebe aufbauen.
An dieser Stelle wird der Technologieausblick weniger spekulativ und eher strukturell:
- Durch vernetzte Kampfführung werden sichere Kommunikation, Datenverbindungen, Verschlüsselung und Cloud-Architektur zu wichtigen Haushaltsposten.
- Der kombinierte Einsatz von bemannten und unbemannten Systemen macht Autonomie und die Integration von Missionssystemen zu einem dauerhaften Forschungs- und Entwicklungsaufwand.
- Angesichts bereichsübergreifender Operationen werden militärische Weltraum- und Satellitenkommunikation nicht als Zusatz, sondern als „kritischer Pfad“ betrachtet.
Die Eurodrone ist die kurzfristige Manifestation dieser Richtung. Airbus beschreibt sie als Europas souveräne Kompetenz im Bereich ferngesteuerter Flugzeuge. Ob man einem einzelnen Drohnenprogramm nun positiv oder skeptisch gegenübersteht – die strategische Botschaft liegt auf der Hand: Europa will Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungskapazitäten (ISR) und Kompetenzen bei unbemannten Systemen internalisieren, anstatt sie extern zu beziehen.
Airbus profitiert vom Wandel von der „Plattformbeschaffung“ hin zu „Kompetenzökosystemen“. Das ist langfristiger ausgelegt, softwarelastiger und dürfte nachfolgende Modernisierungszyklen mit sich bringen, sofern Europa dies umsetzen und mehrjährige Programmverzögerungen vermeiden kann.
Der nächste Schwerpunkt der Ausgaben Europas für Verteidigungstechnologie
Thema 1: Stromversorgung, Wärmemanagement und fortschrittliche Antriebstechnik. Im Überblick lassen sich die Investitionen Europas in Verteidigungstechnologie in den nächsten zehn Jahren in fünf Themenbereiche einteilen:
Stromversorgung, Wärmemanagement und fortschrittliche Antriebstechnik
Sensoren der nächsten Generation und elektronische Kriegsführung benötigen Strom; Strom erzeugt Wärme; Wärme beeinträchtigt die Leistung. Rolls-Royce entwickelt explizit Systeme.
Resiliente Navigation und Zeitmessung
Safran greift dies direkt auf und positioniert seine Lösungen genau für dieses Umfeld.
Combat-Cloud, sichere Konnektivität und kombinierter Einsatz von bemannten und unbemannten Systemen
Airbus arbeitet im Rahmen von FCAS2 ausdrücklich auf eine Combat-Cloud-Architektur und ferngesteuerte Träger hin.
Drei Säulen, eine Richtung: Stromversorgung, Daten und Ausfallsicherheit
Aus diesem Grund sind diese drei Titel in einem Korb wie WDEF von Bedeutung: Sie sind keine „Ein-Produkt-Wetten“. Sie sind Unternehmen der Basistechnologien: Stromversorgung, Sensorik, Integration, die im Zuge der Weiterentwicklung von Doktrinen meist regelmäßig finanziert werden.
Der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) ist ein Portfolioausdruck der europäischen Wiederaufrüstung, der auf Verteidigungserlöse abzielt und entsprechende Gewichtungen vornimmt. Aus dieser Perspektive bilden Rolls-Royce, Safran und Airbus drei der tragfähigsten Säulen für die Modernisierung der europäischen Verteidigung in den nächsten zehn Jahren:
- Rolls-Royce: Stromversorgung für staatliche Anwendungen; Anforderungen an Kernantrieb, Kampfflugzeugantrieb und Stromversorgung der nächsten Generation.
- Safran: ausfallsichere Navigation/Zeitmessung und Optronik; plattformübergreifend skalierbare und in GNSS-verweigerten (Global Navigation Satellite System) Konflikten unverzichtbare Technologien.
- Airbus: Systemintegration; Combat-Cloud, kombinierter Einsatz unbemannter Systeme und militärische Raumfahrt/Konnektivität als „Bindegewebe“ der modernen Verteidigung.
Die Zukunft der europäischen Verteidigung entwickelt sich zunehmend zu einem Wettstreit um Stromversorgung, Daten und Resilienz.
1 Rolls-Royce, Stand: 24. Januar 2025.
2 The Future Combat Air System.(Luftkampfsystem der Zukunft).
Den vollständigen Artikel hier lesen


6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Great insights on ETF-News. Thanks for sharing!
Good point. Watching closely.
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Interesting update on Rolls-Royce, Safran, and Airbus at the centre of Europe’s defence tech future DE. Looking forward to seeing how this develops.