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BERLIN (dpa-AFX) – Am Samstagmorgen fällt in 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen in Berlin der Strom aus – der Grund ist ein Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal. An den meisten der betroffenen Anschlüsse fließt wohl erst am Donnerstag wieder Strom. Viele fragen sich nun: Wieso dauert die Reparatur so lange?

Der Schaden

„Wir haben einen akuten, sehr, sehr großen Schaden“, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Samstag in der RBB-„Abendschau“. Demnach wurden fünf Hochspannungskabel bei dem Brand am frühen Samstagmorgen zerstört, zudem einige Mittelspannungskabel. Man brauche Plusgrade, um sie zu reparieren.

Es seien Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert worden. „Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt ist, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können“, sagte die Senatorin in der RBB-„Abendschau“. Und weiter: „Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben können.“

Die Reparatur

Ein Stromnetz-Sprecher sagte der dpa, dass derzeit an zwei Stellen gearbeitet werde: Zum einen werde die beschädigte Kabelbrücke am Teltowkanal repariert, zum anderen werde an einer provisorischen Lösung für die betroffenen Haushalte gearbeitet. Aktuell gehe man davon aus, dass die provisorische Lösung schneller fertig sei.

Dafür sollen zwei Leitungen, die bisher nicht miteinander verbunden waren, zusammengeführt werden. Das sei allerdings sehr kompliziert, weil hier zwei verschiedene Kabeltechnologien im Einsatz seien: Ein Kunststoffkabel trifft auf ein Ölkabel. Für die Verbindungen der beiden Technologien brauche es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig.

Giffey sagte am Sonntag, dass für solche Arbeiten eigentlich fünf Wochen veranschlagt würden. Um Plusgrade an der Baustelle zu erzeugen, würden Zelte um die Baugrube aufgestellt und beheizt.

Die Sicherheit des Stromnetzes

Das Berliner Stromnetz hat laut Giffey eine Länge von etwa 35.000 Kilometern. 99 Prozent davon seien bereits unter der Erde. „Wir reden über ein Prozent, das noch oberirdisch verläuft. Es ist unser Ziel, auch dieses eine Prozent unter die Erde zu bringen“, sagte Giffey. Man werde aber immer verletzliche Stellen im Netz haben. „Unsere Kabel sind sehr gut gesichert“, sagte die Senatorin.

Kritik kam dagegen von der Gewerkschaft der Polizei. „Wir erleben jetzt binnen kürzester Zeit den zweiten Super-Gau nach einem Brandanschlag auf Stromleitungen in dieser Stadt und sehen einmal mehr, dass unsere kritische Infrastruktur aufgrund von Monopollösungen leicht angreifbar ist“, sagte GdP-Landeschef Stephan Weh. „Wir dürfen keine Zeit verlieren, entsprechende Redundanzen aufzubauen, sowie vorhandene Stromleitungen besser vor derartigen Sabotageakten schützen.“ Dabei müsse auch über Videoüberwachung nachgedacht werden. „Kameras an Strommasten könnten bei der Strafverfolgung helfen, aber auch präventiv wirken“, sagte Weh./nif/DP/zb

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Die Onvista Media GmbH ist ein deutsches Medienunternehmen mit Sitz in Köln. Von 2007 bis 2017 gehörte es zu Boursorama. Während dieser Zeit wurde die Onvista Bank gegründet. 2017 übernahm die Comdirect Bank sowohl Onvista Media als auch die Onvista Bank. Seit der Verschmelzung der Comdirect Bank auf die Commerzbank im November 2020 ist Onvista Media eine Tochtergesellschaft der Commerzbank AG. Die Onvista Bank ist eine Marke der Commerzbank, die bis Ende des Jahres 2025 eingestellt werden soll.

20 Kommentare

  1. Es ist gut zu hören, dass eine provisorische Lösung schneller fertig sein könnte, aber wie stabil wird diese sein, besonders bei steigendem Strombedarf?

  2. Das Problem der unterschiedlichen Kabeltechnologien – Kunststoff und Öl – klingt nach einer wirklichen Herausforderung. Warum wurden hier nicht von Anfang an einheitliche Systeme verwendet?

    • Vermutlich aufgrund historischer Gründe und schrittweisen Ausbaus des Netzes. Kompatibilität zwischen alten und neuen Technologien ist oft schwierig.

  3. Die 35.000 Kilometer lange Leitungslänge des Berliner Stromnetzes ist enorm. Ein Prozent oberirdisch ist zwar wenig, aber offenbar anfällig genug, um massive Störungen zu verursachen.

  4. Sollte in Zukunft eine verstärkte Überwachung der kritischen Infrastruktur in Betracht gezogen werden, um solche Sabotageakte frühzeitig zu erkennen und zu verhindern?

  5. Anna S. Schmidt am

    Ich wohne in der Nähe des Teltowkanals und bin seit Samstag ohne Strom. Die Information, dass es bis Donnerstag dauern kann, ist frustrierend, aber eine transparente Kommunikation ist wichtig.

  6. Die Aussage über die flächendeckende Verlegung der restlichen oberirdischen Kabel ist zwar ambitioniert, aber angesichts der aktuellen Situation vielleicht doch dringender als geplant.

  7. Dass die Reparatur bis Donnerstag dauern soll, ist für die 45.000 Haushalte eine lange Zeit, aber bei fünf zerstörten Hochspannungskabeln und der Komplexität der Verbindung von Kunststoff- und Ölkabeln scheint das realistisch.

  8. Senatorin Giffey erwähnt, dass eigentlich fünf Wochen für solche Arbeiten veranschlagt würden. Dass man versucht, das zu verkürzen, ist verständlich, aber sollte man dabei nicht die Sicherheit gefährden?

  9. Laura Schneider am

    Ich frage mich, ob die Tatsache, dass 99 Prozent des Berliner Stromnetzes bereits unterirdisch verläuft, die Reparatur in diesem Fall tatsächlich verlangsamt, da möglicherweise weniger Erfahrung mit der Reparatur von oberirdischen Beschädigungen vorliegt.

  10. Die Betonung auf eine „rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube“ lässt vermuten, dass die Kabelbrücke eine substanzielle Konstruktion ist und die Reparatur entsprechend aufwendig wird.

  11. Die GdP kritisiert, dass das Stromnetz aufgrund von Monopollösungen angreifbar ist, was ein valider Punkt ist. Wettbewerb könnte ggf. mehr Sicherheitsvorkehrungen generieren.

  12. Die 14 Meter tiefe Baugrube klingt nach einem enormen Aufwand, und die Notwendigkeit einer staubfreien Umgebung erhöht die Komplexität nochmals. Ist das wirklich effizient?

  13. Lukas D. Schneider am

    Die Tatsache, dass die Kabelbrücke am Teltowkanal beschädigt wurde, macht mich etwas nervös. Ist das ein besonders gefährdeter Bereich, der öfter Probleme verursacht?

  14. Anna B. Fischer am

    Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert Monopollösungen und fordert Redundanzen. Ist das nicht eine logische Forderung im Hinblick auf die Sicherheit kritischer Infrastruktur?

    • Peter Hoffmann am

      Absolut, die Abhängigkeit von einzelnen Punkten im Netz macht es anfällig. Redundanz wäre ein wichtiger Schritt zur Erhöhung der Resilienz.

  15. Die Beheizung der Baugrube durch Zelte klingt nach einer provisorischen, aber notwendigen Lösung, um die Reparaturarbeiten überhaupt durchführen zu können.

  16. Es ist beunruhigend zu hören, dass Brandsätze verwendet wurden. Das deutet auf eine gezielte Sabotageaktion hin und erfordert eine gründliche Untersuchung.

  17. Die Aussage von Senatorin Giffey, dass die Hitzeentwicklung durch die Brände größer war als bei einer Kugelbombe, ist wirklich erschreckend und wirft Fragen nach der Schutzbeschaffenheit der Kabel auf.

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