Salzgitter AG XETR: SZG

Die Salzgitter AG hat im ersten Halbjahr 2026 wieder einen Gewinn erzielt. Das um Bewertungseffekte bereinigte Vorsteuerergebnis (EBT VX) lag bei 257,6 Millionen Euro, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Verlust von 83,8 Millionen Euro angefallen war. Das bereinigte EBITDA (EBITDA VX) stieg auf 459,0 Millionen Euro nach 116,8 Millionen Euro. Der Außenumsatz sank leicht auf 4,588 Milliarden Euro, verglichen mit 4,665 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025.

Als wesentliche Treiber nennt der Konzern zwei Faktoren: den Ergebnisbeitrag der Beteiligung an der Aurubis AG sowie operative Verbesserungen in den Geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Handel und Technologie. Die at-equity einbezogene Aurubis-Beteiligung steuerte 193,0 Millionen Euro bei, gegenüber 71,5 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Bei der At-equity-Bilanzierung wird der anteilige Gewinn eines assoziierten Unternehmens im Konzernergebnis erfasst, ohne dass es voll konsolidiert wird.

Umtauschanleihe drückt die unbereinigten Kennzahlen

Deutlich niedriger fallen die nicht bereinigten Zahlen aus. Grund ist die im Oktober 2025 platzierte Umtauschanleihe in Aktien der Aurubis AG: aus deren Bewertung ergab sich ein negativer Ergebniseffekt von 181,3 Millionen Euro. Nach Einbeziehung dieses Effekts weist Salzgitter ein EBITDA von 277,7 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 76,3 Millionen Euro aus. Das Nachsteuerergebnis beträgt 43,5 Millionen Euro nach minus 88,9 Millionen Euro im Vorjahr, das Ergebnis je Aktie 0,74 Euro nach minus 1,68 Euro. Die Kapitalrendite ohne Bewertungseffekte (ROCE VX) verbesserte sich auf 8,6 Prozent nach minus 1,6 Prozent.

Weil die Bewertung der Anleihe zu erheblichen, nicht operativ bedingten Schwankungen führen kann, steuert der Konzern seit dem Geschäftsjahr 2026 nach den bereinigten Kennzahlen EBITDA VX, EBT VX und ROCE VX, in denen diese Effekte herausgerechnet werden.

Segmente: Stahlerzeugung und Handel drehen ins Plus

In der Stahlerzeugung stieg das EBITDA auf 159,0 Millionen Euro (Vorjahr: 65,6 Millionen Euro), das Vorsteuerergebnis auf 50,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 55,6 Millionen Euro. Der Handel verbesserte sein EBITDA auf 50,6 Millionen Euro, obwohl der Umsatz von 1,430 auf 1,266 Milliarden Euro zurückging. Die Technologie kam auf 81,1 Millionen Euro EBITDA bei 876,0 Millionen Euro Umsatz. Die Stahlverarbeitung blieb mit einem EBITDA von minus 12,5 Millionen Euro im Minus, verringerte den Verlust aber gegenüber minus 39,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Auf Ebene des Vorsteuerergebnisses verbuchte der Bereich weiterhin ein Minus von 39,9 Millionen Euro.

Belastend wirkten laut Unternehmen geopolitische Unsicherheiten, insbesondere infolge des Krieges in Nahost, die auf die stahlnahen Aktivitäten drückten.

Sparprogramm P28 weit fortgeschritten

Das Ergebnisverbesserungsprogramm P28 brachte bis Ende Juni zusätzliche nachhaltige Effekte von 97 Millionen Euro. Damit ist nach Angaben von Finanzvorständin Birgit Potrafki der Großteil des für 2026 angestrebten Jahresziels von 122 Millionen Euro bereits zur Jahresmitte erreicht. Seit Programmstart summieren sich die Effekte auf nahezu 350 Millionen Euro; langfristig angestrebt sind 575 Millionen Euro.

Die Nettofinanzposition lag Ende Juni bei minus 792 Millionen Euro und damit auf dem Niveau des Vorjahres – trotz der hohen laufenden Investitionen, unter anderem in die erste Phase des Dekarbonisierungsprogramms SALCOS. Für das Jahresende bestätigte Potrafki die Erwartung einer Nettofinanzverschuldung von knapp über einer Milliarde Euro.

HKM-Übernahme abgeschlossen, DESMA verkauft

Den Erwerb der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) hat Salzgitter kurz nach Ende des zweiten Quartals abgeschlossen. Vorstandschef Gunnar Groebler bezeichnete die ersten sechs Monate als "bedeutend und wegweisend" und verwies zudem auf die Veräußerung der Klöckner DESMA Elastomertechnik als weiteren Schritt im Portfoliomanagement.

Aus der Vollkonsolidierung der HKM erwartet der Konzern – vorbehaltlich einmaliger Effekte aus der Kaufpreisallokation – einen zusätzlichen Ergebnisbeitrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich für EBITDA VX und EBT VX sowie einen um einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag höheren Außenumsatz.

Prognose 2026

Nach der Anhebung der Prognose Mitte Juli erwartet Salzgitter für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz von rund 10,0 Milliarden Euro. Das EBITDA VX soll zwischen 725 und 825 Millionen Euro liegen, das EBT VX zwischen 325 und 425 Millionen Euro; der ROCE VX soll leicht über dem Vorjahreswert liegen.

Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen mit einer lediglich moderaten Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, erwartet aber positive Impulse aus den EU-Handelsschutzmaßnahmen. Die Prognostizierbarkeit bleibt nach Konzernangaben durch geopolitische Unsicherheiten eingeschränkt, auch bei der Bewertung börsennotierter Wirtschaftsgüter. Zudem verweist Salzgitter auf mögliche erhebliche Einflüsse aus Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Währungsschwankungen.

Die Salzgitter-Aktie war am 10. August im Xetra-Handel mit 52,50 Euro unverändert geschlossen worden. Die Zahlen wurden am Morgen des 11. August veröffentlicht.

Quelle: FinanzNachrichten.de: Aktuelle Nachrichten

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