In der Industrie wächst die Komplexität von Planungsaufgaben mit jeder neuen Anlage, jedem zusätzlichen Produkt und jedem weiteren Standort. Herkömmliche Optimierungswerkzeuge stoßen bei solchen Problemgrößen an Grenzen und finden häufig keine hinreichend gute Lösung mehr. Genau hier setzt Schaeffler an.

Die Schaeffler Technologies AG & Co. KG hat die Aqarios GmbH beauftragt, in einem Proof of Concept zu untersuchen, ob Quantencomputing bei industriellen Optimierungsaufgaben bessere Ergebnisse liefert als aktuelle Algorithmen. Aqarios GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Aqarios Quantum Technologies AG. Das Projekt läuft über die Plattform Luna, die Aqarios selbst entwickelt hat.

Das Ergebnis dieses Tests entscheidet, ob das Unternehmen seine Planungsprozesse – von der Produktions- und Lagersteuerung bis zur Schichtplanung – künftig auf Quantenverfahren stützen kann. Für Anleger, die Aqarios beobachten, ist der Auftrag ein weiterer Beleg, dass die Luna-Plattform bei großen Industriekunden ankommt: Schaeffler reiht sich ein in eine Kundenliste, die bereits Unternehmen wie BASF, BMW und Siemens umfasst.

Das Besondere an Luna ist seine Hardwareunabhängigkeit. Ein einmal beschriebenes Optimierungsproblem lässt sich auf klassischen Rechnern ebenso ausführen wie auf Quantencomputern verschiedener Anbieter – Aqarios arbeitet unter anderem mit den Systemen von IBM, IonQ und D-Wave. Aqarios misst quantenbasierte Verfahren dabei stets an einer klassischen Referenz auf dem aktuellen Stand der Technik. So soll nachprüfbar werden, wo Quantencomputing tatsächlich einen Vorteil bringt.

Aqarios entstand 2021 als Spin-off der LMU München. Die Aqarios Quantum Technologies AG hält sämtliche Anteile an der operativen Tochtergesellschaft und ist im Freiverkehr in Düsseldorf notiert. Der Freefloat beträgt rund 40 Prozent der insgesamt 2,5 Millionen Aktien.

Ob aus dem Proof of Concept ein Folgeauftrag wird, hängt davon ab, wie überzeugend die Quantenverfahren im direkten Vergleich mit der klassischen Referenz abschneiden.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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