Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich auf 1,6 Milliarden Euro. Damit hat der Konzern das Ergebnis vor Sondereffekten mehr als verdreifacht. Sämtliche Geschäftsbereiche trugen zu den Verbesserungen bei.

An der Börse führte das nicht zu einer eindeutigen Reaktion. Die Aktie drehte am Mittwoch nach frühen Gewinnen zwischenzeitlich ins Minus und legte im Handelsverlauf eine ausgeprägte Berg- und Talfahrt hin. Der DAX-Titel gehört damit zu den Werten, bei denen ein positives Zahlenwerk nicht unmittelbar in dauerhafte Kursgewinne mündete.

Prognose bestätigt, obere Margenspanne im Blick

Für das Gesamtjahr bleibt das Management bei seiner bisherigen Erwartung. Siemens Energy rechnet weiter mit 14 bis 16 Prozent vergleichbarem Umsatzwachstum sowie einer Ergebnismarge vor Sondereffekten von zehn bis zwölf Prozent. Beim Ergebnis gibt es allerdings eine Präzisierung: Tendenziell soll das obere Ende der Margenspanne erreicht werden. Die Marge vor Sondereffekten beschreibt den Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz, bereinigt um Einmaleffekte wie Restrukturierungskosten.

Analysten heben Profitabilität und Auftragseingang hervor

Die ersten Analystenkommentare fielen überwiegend zustimmend aus. Lucas Ferhani von Jefferies verwies darauf, dass der Konzern deutlich profitabler gearbeitet habe als erwartet. Beim Auftragseingang habe insbesondere die Sparte Gas Services überzeugt. Der Auftragsbestand summiert sich laut Jefferies auf 95 Gigawatt Leistung – eine Kennzahl, die die noch abzuarbeitende installierte Leistung aus bereits vergebenen Aufträgen beschreibt.

Richard Dawson von Berenberg beziffert die Abweichung nach oben konkret: Der Auftragseingang bei Gasturbinen lag 6,4 Prozent über dem Konsens, also über dem Durchschnitt der Analystenschätzungen. Bernstein-Experte Alasdair Leslie hob ebenfalls die Profitabilität hervor. Phil Buller von JPMorgan sieht nach eigener Einordnung keinen Anlass für Skepsis; der Konzern habe auf breiter Front die Erwartungen übertroffen.

Gasgeschäft als Treiber

Auffällig ist, dass die positiven Kommentare mehrheitlich am Gasgeschäft ansetzen. Die Sparte Gas Services gilt bei den Analysten als stärkster Treiber des Auftragseingangs. Der hohe Auftragsbestand dient dabei als Indikator für die Auslastung kommender Quartale, weil Großprojekte im Kraftwerks- und Turbinengeschäft über mehrere Jahre abgearbeitet werden.

Zusammengenommen zeichnen die Kommentare ein einheitliches Bild: Aus Sicht der befragten Analysehäuser hat Siemens Energy die Erwartungen breitflächig übertroffen. Die Diskrepanz zwischen dem Zahlenwerk und dem Kursverlauf am Berichtstag bleibt damit die auffälligste Beobachtung des Handelstages. Wie sich die Aktie weiter entwickelt, hängt unter anderem davon ab, ob der Auftragseingang das im Quartal gezeigte Tempo halten kann und ob die angedeutete Margenentwicklung am oberen Ende der Prognosespanne tatsächlich erreicht wird.

Quelle: DER AKTIONÄR

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