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An den Börsen herrscht hohe Nervosität. Jede Meldung aus dem Iran-Krieg kann die Kurse in den kommenden Tagen einbrechen lassen. Doch keine Panik: Wir haben für jeden Anlagetyp passende Tipps parat.

Für Kleinanleger sind derzeit schwere Zeiten. Seit Beginn des Iran-Krieges vor knapp einem Monat haben die Rohölpreise um 40 Prozent zugelegt. Der europäische Gaspreis stieg um mehr als 70 Prozent und die Spritpreise in Deutschland um bis zu 30 Prozent. Entsprechend reagieren die Börsen auf höhere Kosten für Unternehmen und Angst vor weltweit steigender Inflation und höheren Zinsen. Der Dax steht seit Kriegsbeginn rund 10 Prozent im Minus, beim US-amerikanischen S&P 500 sind es knapp 6 Prozent. Dabei kann jede neue Meldung aus der Golfregion die Preise nach oben und die Kurse nach unten schicken. Noch immer ist die Straße von Hormus größtenteils gesperrt.

„Ruhe an den Märkten kehrt nicht ein“, sagt Stephan Innes von SPI Asset Management in einem aktuellen Börsenbericht. Bei täglichen Meldungen über kriegsbedingte Konjunkturprobleme steigt das Risiko neuer Kursrutsche. Davon sind auch Kleinanleger betroffen, deren Ersparnisse sehenden Auges kleiner werden. Falls also auch bei Ihnen Nervosität herrscht und Sie das Gefühl haben, etwas mit Ihrem Depot machen zu müssen, haben wir hier die passenden Tipps für jeden Anlagetyp.

Typ 1: Anlegen als Altersvorsorge

Wenn Sie Ihr Depot für die Altersvorsorge angelegt haben und der Ruhestand noch mehr als zehn Jahre entfernt ist, sollten Sie ganz entspannt bleiben. Eine Krise wie die aktuelle sieht auf dem Papier unschön aus. Doch solche Rückschläge wird es bei einer Geldanlage über mehrere Jahrzehnte immer wieder geben. Die gute Nachricht ist, dass die Börse danach immer stärker zurückkommt. Das war nach der Energiekrise 2022 so, nach der Corona-Krise 2020/21, nach der Finanzkrise 2008/09 und auch nach der Dotcom-Blase 2003. 

Im Vergleich zu diesen Krisen ist die aktuelle noch harmlos. Gegenüber seinem letzten Rekordstand Mitte Januar hat der Dax bis jetzt genau zwölf Prozent eingebüßt. Allein in diesem Jahrzehnt gab es drei schlimmere Rückschläge. Seit der Jahrtausendwende sind es sogar acht.

Ratschlag für langfristige Anleger: Machen Sie gar nichts. Im besten Fall können Sie die aktuelle Krise nutzen, um Aktien nachzukaufen, die weiterhin gute Aussichten haben.

Typ 2: Anlegen für mittelfristige Gewinne

Falls Sie das Geld aus Ihrem Depot mittelfristig brauchen, ändert sich die Situation. Das gilt etwa, wenn Sie kurz vor dem Ruhestand stehen, einen Hauskauf, ein Auto oder eine andere größere Anschaffung planen. Eventuell haben Sie dann nicht die Zeit, die aktuelle Krise auszusitzen. Dann kann es sinnvoll sein, einen Teil stark schwankender Anlagen zu verkaufen und das Risiko im Depot zu senken. 

Das frei gewordene Geld sollten Sie dann in weniger schwankende Anlagen wie Tagesgeld oder Anleihen umschichten. Für Tagesgeld gibt es zwar nur geringe Zinsen von aktuell durchschnittlich 1,8 Prozent. Bei Anleihen sind auch höhere Zinssätze bei geringem Risiko möglich. Wichtig: Jeder Verkauf kann Steuern auslösen. Prüfen Sie also genau, was sich für Sie lohnt.

Ratschlag für mittelfristige Anleger: Nehmen Sie jetzt Gewinne mit, wo Sie können. Schützen Sie Ihre Geldanlagen, indem Sie sie in sicherere Werte wie Anleihen oder Tagesgeld umschichten.

Typ 3: Day-Trader und kurzfristige Anleger

Wenn Sie fast täglich aktiv traden, um möglichst hohe Profite einzufahren, ist ein Wochenende eine blöde Situation für Sie. Die Börsen schließen am Freitagabend und öffnen Montagmorgen möglicherweise mit deutlichen Verlusten. Selbst Stop-Loss-Orders können in dieser Zeit nicht ausgeführt werden. Hier sollten Sie also weniger auf mögliche Gewinne schielen, sondern mehr darauf, Ihre möglichen Verluste zu reduzieren. 

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Sie können Ihre Positionen teilweise verkaufen und übers Wochenende lieber mehr Cash halten. Ein Wertpapier, das Sie nicht mehr besitzen, kann auch keine Verluste einfahren. Das gilt besonders für gehebelte Papiere mit hohem Verlustrisiko.
  • Zweitens können Sie Ihre Anlagen hedgen. Damit ist gemeint, dass Sie etwa Leerverkäufe machen und auf Verluste bei bestimmten Aktien und Anlagen setzen. Die Gewinne daraus gleichen dann Verluste bei normalen Wertpapieren aus.

Ratschlag für kurzfristige Anleger: Schützen Sie sich übers Wochenende lieber vor Verlusten. Reduzieren Sie Ihre gewinnorientierten Positionen, besonders gehebelte Papiere. Halten Sie stattdessen lieber mehr Cash oder kaufen Sie Short-Positionen als Ausgleich für mögliche Verluste. 

Christoph Sackmann

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