Listen to the article

0:00
0:00

Kernaussagen

🌐 Translate Article

Translating...

📖 Read Along

💬 AI Assistant

🤖
Hi! I'm here to help you understand this article. Ask me anything about the content!

Software-Unternehmen gehen an der Börse gerade durch eine harte Zeit. Die Kurse von Branchenriesen wie SAP oder Salesforce haben sich in den vergangenen zwölf Monaten fast halbiert. Grund dafür ist die Sorge, dass Künstliche Intelligenz eine existenzielle Bedrohung für klassische Unternehmenssoftware darstellt.

Einen neuen Schlag versetzte der Branche am Dienstag die Meldung, dass das KI-Unternehmen Anthropic neue Tools entwickelt hat, die vor allem juristische Prozesse vereinfachen können. Ein von Goldman Sachs zusammengestellter Korb von US-Softwareaktien sank daraufhin um sechs Prozent – der stärkste Tagesverlust seit dem Rücksetzer im April. Gleichzeitig brach ein Index für Finanzdienstleister um fast sieben Prozent ein, während der Nasdaq 100 zeitweise um bis zu 2,4 Prozent nachgab, bevor er die Verluste auf 1,6 Prozent begrenzte.



Bloomberg

Software

Doch hier ist eine differenzierte Betrachtung entscheidend.

Einfache Single-Product-Anwendungen, die lediglich isolierte Aufgaben am Rande von Workflows erledigen, sind tatsächlich gefährdet. Sie lassen sich durch KI-gestützte Tools leicht kopieren oder ersetzen.

Im Gegensatz dazu nehmen missionskritische „Systems of Record“ eine völlig andere Rolle ein. Diese Systeme sind keine bloßen Werkzeuge; sie sind das digitale Rückgrat eines Unternehmens. Diese Plattformen beinhalten die wichtigsten operativen, finanziellen und regulatorischen Daten eines Unternehmens und sind tief in Prozesse und Abteilungen integriert. Zuverlässigkeit, Sicherheit, Compliance, Verfügbarkeit und langfristiger Support sind hier mindestens ebenso bedeutend wie die reine Funktionalität. Mitarbeitende verfügen über jahrelange Erfahrung mit bestimmten Plattformen. Das alles macht einen Wechsel riskant.

Eher ein Miteinander als ein Gegeneinander 

CIOs großer Konzerne signalisieren bereits deutlich: Sie bevorzugen es, KI-Funktionen über ihre bestehenden SaaS-Anbieter zu beziehen, anstatt völlig neue, riskante Infrastrukturen aufzubauen. Das spricht dafür, dass KI die Softwareebene nicht zerstören wird, sondern sich als zusätzliche Intelligenzschicht über sie legt. 

Interessanterweise nutzen selbst die modernsten KI-Labore der Welt weiterhin traditionelle Software wie Salesforce oder Workday. Wenn selbst jene Organisationen, die KI entwickeln, ihre Kernprozesse nicht auf reine GenAI-Lösungen umstellen, unterstreicht dies die Unverzichtbarkeit etablierter „Systems of Record“.

Nicht zu vergessen: Generative KI ist ihrer Natur nach probabilistisch. Ihre zuverlässige Integration in unternehmenskritische Workflows wird Zeit benötigen, da es in Unternehmens-Prozessen keinen Platz für Halluzinationen gibt. Zudem müssen viele Unternehmen überhaupt erst den ersten Schritt gehen: die Migration in die Cloud, die Integration ihrer Systeme und die Bereinigung der Daten. Diese Schritte sind Grundvoraussetzungen für eine sinnvolle KI-Adoption. Anbieter von Infrastruktursoftware (z. B. Snowflake, Datadog) dürften von diesen Investitionen profitieren.

Besser investieren, besser leben

Der Text stammt aus dem Angebot von „Money + Mind“, der Börsen-Community von „René will Rendite“. Wenn Sie regelmäßig aktuelle Kommentare zum Börsengeschehen, Anlagetipps und Denkanstöße für mehr Lebensqualität haben wollen, dann werden Sie jetzt Mitglied. Die ersten 30 Tage sind kostenlos! Hier „Money + Mind“ entdecken



Deutsche Bank

Verluste Software

Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

Den Tiefpunkt eines Marktzyklus genau abzustimmen, ist naturgemäß schwierig. Märkte können länger irrational bleiben, als es die Fundamentaldaten rechtfertigen würden. Fest steht jedoch, dass die Bewertungen bereits deutlich korrigiert haben. Viele Softwareunternehmen sind im Börsenwert deutlich gesunken, während Umsatz und Gewinn weiterhin solide wachsen. Mehrere Titel werden inzwischen zu Markt- oder sogar Abschlagsmultiplikatoren gehandelt – mit Bewertungen, die implizit nur noch ein geringes zukünftiges Wachstum unterstellen. 

Was könnte Wert freisetzen? Mehrere potenzielle Katalysatoren stechen hervor:

  • Margenausweitung: Softwareunternehmen profitieren selbst von KI-getriebenen Produktivitätsgewinnen, insbesondere in der Entwicklung. Dies sollte die Margen unterstützen und anfänglich niedrigere Bruttomargen bei KI-bezogenen Umsätzen ausgleichen.
  • Höhere Transparenz bei KI-Umsätzen: Wenn Kunden Cloud-Migrationen abschließen und Workflows anpassen, werden KI-bezogene Umsätze greifbarer. Wir erwarten, dass sich dies im Laufe des nächsten Jahres in einer klareren Monetarisierung niederschlagen wird.
  • Flexibilität bei Kapitalrückführungen: Die meisten großen Softwareunternehmen verfügen über solide Bilanzen und eine hohe Cashflow-Generierung. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau ermöglicht dies beschleunigte Aktienrückkäufe, die den Kurs nach unten absichern.
  • Stabilisierung der Kapitalflüsse: Sobald die Volatilität nachlässt und sich die Korrelationen normalisieren, werden Investoren aufgrund der stabilisierten Fundamentaldaten zurückkehren.

Fazit

Der jüngste Ausverkauf spiegelt eine Veränderung der Marktdynamik und eine gestiegene Unsicherheit rund um KI wider – nicht jedoch eine fundamental widerlegte Investmentthese. Zwar reift das Wachstum, doch der Markt hat langfristige Risiken wahrscheinlich zu schnell und übermäßig stark eingepreist. Hochwertige Softwareunternehmen bleiben tief in den operativen Abläufen ihrer Kunden verankert und generieren weiterhin starke Cashflows. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau implizieren die Kurse eine strukturelle Beeinträchtigung, die aus meiner Sicht nicht durch die Fundamentaldaten gedeckt ist.

Von volatilen Märkten profitieren

In Zeiten hoher Volatilität, insbesondere wenn die Kurse fallen, steigt die „Action“ an den Märkten massiv an. Panikverkäufe oder schnelle Absicherungsgeschäfte führen zu deutlich höheren Handelsvolumina als in ruhigen Marktphasen. Bei „Money + Mind“ finden Sie ein Unternehmen, das in solchen Phasen dank seines besonderen Geschäftsmodells profitieren. Werden Sie Mitglied bei „Money + Mind“ und erhalten Sie Zugriff auf diese und viele weitere Anlage-Ideen. Die ersten 30 Tage sind kostenlos,

Clemens Schömann-Finck

Den vollständigen Artikel hier lesen

Teilen.

Über Finanzen100 Finanzen100 wurde 2009 gegründet und ist eines der führenden Finanzportale Deutschlands. Als Marke von BurdaForward hat sich die Plattform darauf spezialisiert, komplexe Börsennachrichten für Privatanleger und Entscheider verständlich aufzubereiten. Finanzen100 bietet Echtzeitkurse für über 2 Millionen Wertpapiere, fundierte Marktanalysen und personalisierte Portfolio-Tools.

6 Kommentare

  1. Interesting update on Software-Aktien im Ausverkauf – warum das Chancen für Anleger bietet . Looking forward to seeing how this develops.

Einen Kommentar hinterlassen

Exit mobile version