Der japanische Versicherungskonzern Sompo Holdings hat für sein erstes Geschäftsquartal einen kräftigen Ergebnisanstieg gemeldet. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Quartalsgewinn auf 181,168 Milliarden Yen, nachdem im Vorjahreszeitraum 118,593 Milliarden Yen ausgewiesen worden waren. Die Zahlen wurden am 14. August veröffentlicht und beziehen sich auf die Rechnungslegung nach GAAP.
Je Aktie ergab sich daraus ein Ergebnis von 203,14 Yen gegenüber 127,41 Yen im Vergleichsquartal des Vorjahres. Der Anstieg beim Gewinn je Aktie fällt damit prozentual etwas geringer aus als beim absoluten Ergebnis – ein Hinweis darauf, dass sich auch die Aktienzahl beziehungsweise die Berechnungsbasis verändert hat. Sompo Holdings zählt zu den großen Versicherungsgruppen Japans und ist im Leitindex Japan 225 vertreten; die Aktie wird zudem in Deutschland gehandelt.
Erlöse wachsen im zweistelligen Bereich
Auf der Umsatzseite verzeichnete der Konzern ebenfalls einen deutlichen Zuwachs. Die Erlöse kletterten um 27,9 Prozent auf 1,616 Billionen Yen, verglichen mit 1,263 Billionen Yen im Vorjahresquartal. Damit wuchsen die Einnahmen prozentual etwas langsamer als das Ergebnis, das sich um mehr als die Hälfte erhöhte. Eine Aufschlüsselung der Erlöse nach Geschäftsbereichen oder Regionen sowie Angaben zu einzelnen Ergebnistreibern enthielt die Mitteilung nicht.
Für Versicherungskonzerne setzen sich die Erlöse in der Regel aus verdienten Prämien und Kapitalanlageergebnissen zusammen. Wie stark die einzelnen Komponenten zum Zuwachs beigetragen haben, geht aus den veröffentlichten Kennzahlen nicht hervor. Sompo machte keine Angaben zu den Ursachen des Ergebnissprungs, sodass sich nicht beurteilen lässt, welchen Anteil das operative Versicherungsgeschäft und welchen Anteil Kapitalmarkteffekte oder Sondereinflüsse hatten.
Prognose für das Gesamtjahr
Zum weiteren Verlauf des Geschäftsjahres nannte das Unternehmen eine Ergebnisprognose je Aktie. Für das Gesamtjahr erwartet Sompo ein Ergebnis von 549,17 Yen je Aktie. Es handelt sich dabei um das unverwässerte Ergebnis je Aktie, also die Berechnung ohne Berücksichtigung potenzieller Verwässerungseffekte etwa durch Wandelanleihen oder Aktienoptionen.
Setzt man den Quartalswert von 203,14 Yen in Relation zur Jahresprognose, entfällt auf das erste Quartal ein überproportionaler Anteil des erwarteten Jahresergebnisses. Bei Versicherern verteilen sich Ergebnisbeiträge über das Jahr allerdings häufig ungleichmäßig, unter anderem wegen der Schadensaisonalität und wegen Bewertungseffekten im Kapitalanlageportfolio. Weitere Prognosegrößen – etwa zu Erlösen, Nettogewinn oder Dividende – waren der Mitteilung nicht zu entnehmen.
Aktie kaum verändert
An der Börse blieb die Reaktion zunächst überschaubar. Auf Tradegate notierte die Sompo-Aktie am 14. August bei 38,72 Euro und damit 0,23 Prozent oder 9 Cent unter dem Vortagesschluss. Im Handelsverlauf lagen Geld- und Briefkurse mit 37,53 zu 38,48 Euro relativ weit auseinander, was bei ausländischen Titeln im deutschen Handel nicht unüblich ist. Das Papier ist unter der WKN A1CTAF und der ISIN JP3165000005 gelistet und wird der Branche Finanzdienstleistungen zugerechnet.
Weitere Schritte im Rückversicherungsgeschäft
Neben den Quartalszahlen war der Konzern in den Wochen zuvor mit mehreren Meldungen aus dem Rückversicherungs- und Underwriting-Geschäft präsent. So hat die Einheit Sompo Life Re nach Unternehmensangaben eine Lizenz der Bermuda Monetary Authority (BMA) erhalten und ihren Betrieb aufgenommen. Sompo Life Re nahm mit Tetsuya Morito an der Spitze den Geschäftsbetrieb auf. Bermuda ist ein etablierter Standort für Rückversicherungsgesellschaften; die Aufsichtsbehörde BMA erteilt dort die erforderlichen Zulassungen.
Im Zusammenhang mit dem Aufbau der Plattform meldete zudem der Dienstleister Agam Capital eine mehrjährige Vereinbarung mit Sompo Life Re. Agam Capital und Sompo Life Re schlossen ein mehrjähriges Dienstleistungsabkommen, mit dem Agam die Plattform unterstützen soll. Finanzielle Details zu der Vereinbarung wurden nicht mitgeteilt.
Darüber hinaus berichtete der britische Assekuradeur Pen Underwriting, seine Kapazität im Segment der Gebäudeeigentümer im Rahmen einer Vereinbarung mit Sompo verdoppelt zu haben. Pen Underwriting verdoppelte seine Kapazität im Segment Property Owners. Auch hier blieben Angaben zum Volumen der zusätzlichen Kapazität offen.
In Summe zeigen die Meldungen ein Unternehmen, das sein internationales Geschäft ausbaut und im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sowohl bei den Erlösen als auch beim Ergebnis über den Vorjahreswerten lag. Wie belastbar diese Entwicklung ist, dürfte sich erst mit den weiteren Quartalsberichten und einer detaillierteren Aufschlüsselung der Ergebnisbeiträge zeigen.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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