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Wer über Jahre weniger arbeitet, spart weniger und verliert durch den Zinseszinseffekt oft sechsstellige Beträge fürs Alter.
Wer für die Familie beruflich kürzertritt, zahlt langfristig einen hohen Preis. Das gilt nicht nur beim Einkommen, sondern auch beim Vermögensaufbau. Modellrechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen: Bereits zehn Jahre in Teilzeit können beim Renteneintritt eine Lücke von bis zu 200.000 Euro hinterlassen.
Erwerbsbiografien mit Unterbrechungen oder reduzierter Arbeitszeit wirken sich demnach überproportional stark auf die private Altersvorsorge aus. Der Grund liegt im Zusammenspiel aus geringeren Einzahlungen und dem langfristigen Zinseszinseffekt.
Zehn Jahre weniger Arbeit, sechsstelliger Verlust
Im Basisszenario geht Verivox von einer durchgehend vollzeitbeschäftigten Person aus, die ab dem 30. Lebensjahr monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan investiert. Über 37 Jahre summieren sich die Einzahlungen auf 136.800 Euro. Bei einer unterstellten jährlichen Rendite von 7,5 Prozent ergibt sich daraus ein Vermögen von rund 730.000 Euro zum Renteneintritt.
Anders fällt die Bilanz aus, wenn die Arbeitszeit zeitweise reduziert wird. Wer zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr nur halbtags arbeitet und in dieser Phase entsprechend lediglich 150 Euro monatlich zurücklegt, kommt insgesamt auf Einzahlungen von 118.800 Euro. Das angesparte Vermögen liegt dann bei etwa 529.200 Euro.
Die Differenz ist erheblich: mehr als 200.000 Euro weniger im Vergleich zur durchgehenden Vollzeitbeschäftigung. Selbst eine moderate Reduktion hat spürbare Folgen. Bei einer Dreiviertelstelle verringert sich das Vermögen laut Berechnung um rund 100.000 Euro.
Zinseszinseffekt verstärkt die Lücke
Der zentrale Treiber dieser Entwicklung ist nicht allein die geringere Sparrate. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Einzahlungen. Geld, das in jungen Jahren nicht investiert wird, fehlt über Jahrzehnte im Kapitalstock und damit auch bei den Erträgen.
Mit anderen Worten: Früh entgangene Sparbeträge wirken doppelt negativ. Sie fehlen nicht nur selbst, sondern auch als Grundlage für künftige Renditen.
Teilzeit ist vor allem ein Frauen-Thema
Diese Vorsorgelücke trifft nicht alle gleichermaßen. Laut Statistischem Bundesamt arbeiten 49 Prozent der Frauen in Teilzeit, aber nur 12 Prozent der Männer. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei Eltern: 68 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern sind in Teilzeit beschäftigt.
„Die finanziellen Folgen von Teilzeitphasen werden noch immer häufig unterschätzt“, warnt Verivox-Expertin Melanie Ulbrich. Gerade wenn reduzierte Arbeitszeit unvermeidbar sei, sollten Paare gegensteuern.
Ulbrich empfiehlt, einen Ausgleich innerhalb der Partnerschaft zu organisieren, um die entstehende Vorsorgelücke zumindest teilweise zu schließen. Es dürfe nicht sein, dass Care-Arbeit langfristig zu finanziellen Nachteilen führe.
Trotz der deutlichen Unterschiede zeigen die Berechnungen auch: Selbst geringere Sparraten können langfristig beachtliche Ergebnisse erzielen. Wer über 37 Jahre monatlich 100 Euro investiert, erreicht laut Verivox ein Vermögen von rund 243.300 Euro, bei lediglich 45.600 Euro eigener Einzahlung.
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6 Kommentare
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