Das Pauschalreisegeschäft zeigt Risse: Der gebuchte Umsatz im Kerngeschäft mit Märkten und Flugkapazitäten liegt für den Sommer um fünf Prozent unter Vorjahr, für den Winter sogar sieben Prozent. Gleichzeitig läuft das Hotel- und Kreuzfahrtgeschäft gut genug, dass TUI die Gewinnspanne für das laufende Geschäftsjahr enger fassen kann.

TUI AG

WKN TUAG50 · ISIN DE000TUAG505

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 22. September 2026

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll im Geschäftsjahr 2026 zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen, gerechnet zu konstanten Wechselkursen. Die bisherige Spanne reichte von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro und war damit doppelt so breit. Im Vorjahr hatte TUI rund 1,41 Milliarden Euro erzielt – die neue Spanne liegt damit spürbar darunter. Eine Prognose für den Umsatz bleibt ausgesetzt.

Die engere Spanne stützt sich vor allem auf das Segment Urlaubserlebnisse mit Hotels, Kreuzfahrten und Ausflügen. Dort wächst die Kapazität, und die Durchschnittsraten steigen in beiden Bereichen gegenüber dem Vorjahr. Das Kreuzfahrtgeschäft profitiert vom neuen Schiff Mein Schiff Flow, das im Juni in Fahrt ging und mit rund 4.000 zusätzlichen Betten die verfügbaren Passagiertage im laufenden Quartal um zwölf Prozent ausweitet.

Schwächeres Pauschalreisegeschäft

Im Segment Märkte und Airline setzt sich der Trend zu kurzfristigeren Buchungen fort. TUI hat die Risikokapazität für den Sommer um fünf Prozent gesenkt, um die Auslastung der eigenen Kapazitäten zu schützen. Der gebuchte Umsatz in Großbritannien liegt für den Sommer bei minus sieben Prozent, in Deutschland bei minus zwei Prozent gegenüber der Vorsaison. In den vergangenen vier Wochen vor dem Stichtag 13. September lagen die Buchungen allerdings zwei Prozent über Vorjahr – ein Zeichen dafür, dass ein erheblicher Teil des Geschäfts erst kurz vor Reiseantritt gebucht wird.

Für den Winter 2026/27 ist das Bild früh und entsprechend unsicher. Der gebuchte Umsatz liegt zum Stichtag sieben Prozent unter der Vorsaison, in Großbritannien bei minus neun Prozent, in Deutschland bei minus vier Prozent. TUI führt das auf das geopolitische und wirtschaftliche Umfeld zurück und steuert die Kapazitäten nach eigenen Angaben vorsichtig.

Beim Kreuzfahrtgeschäft drückt ein weiterer Faktor auf die Auslastung: Die überarbeiteten Reiserouten der Mein Schiff Flow gingen durch den Ausbruch des Iran-Krieges später in den Verkauf, was die gebuchte Auslastung für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 aktuell sechs Prozentpunkte unter Vorjahr hält. TUI beschreibt die wöchentliche Entwicklung jedoch als aufholend.

Absicherung und Ausblick

Beim Treibstoff- und Währungsrisiko ist TUI für die laufende Saison weitgehend abgesichert: Für den Sommer 2026 sind 98 Prozent des Treibstoffbedarfs und 93 Prozent des Euro-Bedarfs im Segment Märkte und Airline gesichert. Für den Winter sinken diese Quoten auf 63 beziehungsweise 77 Prozent, für den Sommer 2027 auf rund 39 beziehungsweise 43 Prozent.

Die TUI-Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 6,53 Euro und veränderte sich gegenüber dem Vortag kaum. Die vollständigen Geschäftsjahresergebnisse will TUI am 9. Dezember vorlegen – dann wird sich zeigen, ob das Kurzfristgeschäft die Lücke im Frühjahr noch schließen konnte.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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