Die beiden börsennotierten Töchter der United Internet AG stellen sich neu auf. 1&1 AG und IONOS Group SE haben am 10. September Transformationsprogramme beschlossen, die zusammen rund 800 Arbeitsplätze kosten und einmalige Restrukturierungsaufwendungen von insgesamt rund 95 Millionen Euro nach sich ziehen – beide Belastungen fallen im Geschäftsjahr 2026 an.
WKN 508903 · ISIN DE0005089031
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 10. September 2026
Nach vollständiger Umsetzung sollen die Programme jährlich rund 55 Millionen Euro freisetzen, die laut United Internet in die weitere Unternehmensentwicklung fließen sollen. Wie schnell sich dieser Betrag erreichen lässt, hängt vor allem davon ab, wie viele Beschäftigte die angebotenen Freiwilligenprogramme annehmen.
1&1 Versatel im Umbau
Bei 1&1 betrifft das Programm die Geschäftskundentochter 1&1 Versatel. Deren Belegschaft soll von derzeit rund 1.350 auf rund 1.000 Vollzeitkräfte sinken. Neben dem Stellenabbau sollen Führungsstrukturen vereinfacht und Hierarchieebenen abgebaut werden. Der einmalige Aufwand wird auf rund 60 Millionen Euro beziffert. Ab dem Geschäftsjahr 2028 rechnet 1&1 mit einem jährlichen Ergebnisbeitrag von rund 25 Millionen Euro aus dem Programm.
IONOS setzt auf KI und Cloud
IONOS plant, die Mitarbeiterzahl von rund 3.800 auf rund 3.350 zu verringern. Der Abbau soll hälftig auf In- und Ausland verteilt werden. Parallel konsolidiert IONOS technische Plattformen und setzt stärker auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die einmaligen Restrukturierungsaufwendungen belaufen sich auf rund 35 Millionen Euro. Ab 2027 erwartet IONOS jährliche Kosteneinsparungen von bis zu 30 Millionen Euro, deren genaue Höhe von den Annahmequoten der Freiwilligenprogramme abhängt. Die frei werdenden Mittel sollen in die KI-Produktentwicklung und den Ausbau des Cloud-Geschäfts reinvestiert werden.
Jahresprognose bleibt stehen
United Internet weist darauf hin, dass die 95 Millionen Euro Restrukturierungsaufwand als einmaliger Sondereffekt ausgewiesen und beim operativen Ergebnis herausgerechnet werden. Die Prognose für das operative EBITDA 2026 von rund 1,45 Milliarden Euro bleibt unverändert, ebenso die Umsatzerwartung von rund 6,45 Milliarden Euro. Auch der Investitionsplan – Cash-Capex zwischen 600 und 650 Millionen Euro – ändert sich nicht.
Die United Internet-Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 27,86 Euro und veränderte sich gegenüber dem Vortag kaum. Ob die angekündigten Einsparungen tatsächlich ab 2027 beziehungsweise 2028 fließen, entscheiden erst die Beschäftigten mit ihrer Bereitschaft, die Freiwilligenprogramme anzunehmen.
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