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Kernaussagen
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Im Gegenzug werden die USA die Zölle auf chinesische Waren, die als Strafe für ein Problem mit Fentanyl verhängt wurden, von 20 % auf 10 % senken.
Nach dem Treffen der beiden Staatsoberhäupter sagte Trump, Xi werde „sehr hart daran arbeiten, den Fluss“ von Fentanyl zu stoppen. Die Zölle würden gesenkt, weil er glaube, dass China „wirklich starke Maßnahmen ergreifen“ wird.
Peking hatte eigentlich die vollständige Aufhebung der Zölle in Höhe von 20 % wegen Fentanyl gefordert. Mit dem aktuellen Kompromiss sinken die Zölle auf Waren aus China insgesamt allerdings nur von 57 auf 47 %. Das dürfte den Warenhandel weiterhin stark behindern.
Zum Thema Seltenen Erden sagte Trump: „Sie werden die Kontrollen für Seltene Erden nicht einführen“. Es sei eine einjährige Vereinbarung getroffen worden, die nach einem Jahr verlängert werde.
Selbst verursachte Probleme gelöst
Im Wesentlichen hat US-Präsident Donald Trump damit allerdings lediglich Probleme behoben, die er zuvor selbst geschaffen hatte. Denn mit den Handelsbeschränkungen (Hafengebühren, Ausfuhrkontrolle bei Seltenen Erden, Verzicht auf landwirtschaftliche US-Produkte) hatte China jeweils auf Trumps Handelspolitik reagiert. Lediglich beim Thema Fentanyl scheint Trump ein Problem lösen zu können, das von China verursacht wurde.
Wo blieb die bullische Marktreaktion?
Und so erklärt es sich wohl auch, dass die Börsen kaum auf das Verhandlungsergebnis reagiert haben, zumal dieses bereits als ausgemachte Sache galt und somit in den Kursen wohl schon eingepreist war.
Etwas überraschend ist die (fehlende) Marktreaktion allerdings schon. Denn bislang hatten die Bullen jeden Anlass genutzt, um die Kurse an den Aktienmärkten weiter nach oben zu treiben. Aber auch die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) sowie die Geschäftsberichte von Alphabet, Microsoft und Meta führten nicht mehr zu nachhaltig neuen Rekordkursen bei den US-Indizes.
Fed verpasst Zinssenkungsfantasien einen Dämpfer
Ein möglicher Grund: Fed-Chef Jerome Powell hat am Mittwoch den Zinssenkungsfantasien der Anleger einen Dämpfer verpasst. Zwar wurde der Leitzins wie erwartet zum zweiten Mal in Folge gesenkt, doch sagte Powell auf der Presskonferenz, die Finanzmärkte sollten nicht davon ausgehen, dass es Ende des Jahres zu einer weiteren Zinssenkung kommen wird.
Die Vertreter der US-Notenbank würden sich schwer tun, einen Konsens darüber zu finden, was in der Geldpolitik ansteht. „In den Diskussionen des Ausschusses auf dieser Sitzung gab es sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie im Dezember verfahren werden soll„, so Powell. Und weiter: „Eine weitere Senkung des Leitzinses auf der Dezember-Sitzung ist keine ausgemachte Sache. Ganz im Gegenteil, die Politik ist nicht auf einen bestimmten Kurs festgelegt.“ Nach den jüngsten Zinssenkungen sei eine wachsende Zahl von Währungshütern nun eher geneigt, abzuwarten, erläuterte der Fed-Chef.
Auch die aktuelle Zinsentscheidung war nicht einstimmig. Jeffrey Schmid, der Chef des Notenbankbezirks Kansas City, war angesichts der anhaltenden Inflation gegen eine Zinssenkung. Fed-Direktor Stephen Miran, ein erst kürzlich zur Notenbank entsendeter Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, forderte wie bereits im September eine stärkere Senkung des Leitzinses um 50 Basispunkte.
Da half es auch nicht mehr, dass die Notenbank die Reduzierung ihrer aktuell noch 6,6 Billionen USD schweren Bilanz ab Dezember beenden wird. Denn auch das hatte die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet.
Können Amazon und Apple die Kauflaune wieder anheizen?
Sicherlich, mit den Geschäftszahlen von Amazon und Apple kann die Kauflaune der Anleger noch einmal angeheizt werden. Zumal sie beim Dow Jones auch noch auf beeindruckende Weise erkennbar ist – der Index ging ab Beginn des offiziellen US-Handels binnen weniger Minuten um mehr als 500 Punkte durch die Decke und verwandelte damit leichte Gewinnmitnahmen in neue Spekulationen auf eine Fortsetzung der Rekordjagd. Das zog auch den Nasdaq 100 wenig später wieder mit nach oben. Rücksetzer bleiben damit ein vorübergehendes Phänomen.
Devisenmärkte wesentlich rationaler als Aktienmärkte
Und so erscheinen mir die Aktienmärkte nach wie vor wesentlich weniger rational als die Devisenmärkte. Die aktuellen Kursbewegungen bei Währungen passen aus meiner Sicht weit besser zu den fundamentalen Entwicklungen, auch wenn sich dort derzeit ebenfalls eine Rekordjagd beobachten lässt.
Denn der Yen zeigt jüngst Schwäche, womit der USD/JPY auf ein Acht-Monats-Hoch kletterte.
Dem Wechselkurs ist dabei der bullische Ausbruch aus dem Aufwärtstrendkanal (grün) gelungen, womit sich die Aufwärtsbewegung seit dem Verlassen der engen Seitwärtstendenz unterhalb des ehemaligen Widerstandsbereichs (rot) fortsetzt.
Und wo ist die Rekordjagd? Beim EUR/JPY, der auf ein weiteres Allzeithoch klettern konnte.
Der plausible Grund dafür: Die japanische Notenbank behält ihren Leitzins von 0,5 % bei. Auch damit wurden die Markterwartungen zunächst erfüllt. Zumal die Bank of Japan (BoJ) ankündigte, die Kreditkosten zu erhöhen, sollte sich die Wirtschaft im Einklang mit ihren Prognosen entwickeln. Damit stellen die Währungshüter nach der Zinsanhebung im Januar erneut eine weitere Zinserhöhung in Aussicht, die von den Märkten bereits erwartet wird.
BoJ zögert Zinsanhebung hinaus
Allerdings gab es keinen Hinweis auf den konkreten Zeitpunkt. Angesichts der anhaltend hohen Inflation, der ordentlichen Entwicklung der Wirtschaft und des fiskalischen Rückenwinds durch die Maßnahmen der neuen Regierungschefin wäre eine Zinsanhebung längst fällig. Zumal das Konsumentenvertrauen unter dem Kaufkraftverlust leidet und die Einzelhandelsumsätze seit Monaten rückläufig sind. Dennoch wird ein erneuter Zinsschritt permanent hinausgezögert.
So auch jetzt wieder, indem sich BoJ-Gouverneur Ueda zurückhaltend über den Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung äußerte: „Ich sage nicht, dass wir bis zum endgültigen Ergebnis der Lohnverhandlungen im nächsten Jahr warten müssen. Wir wollen erst einmal mehr Daten über die anfängliche Dynamik der Gespräche sammeln„, sagte Ueda. Er glaube nicht, dass „das Risiko bestehe, bei der Geldpolitik hinter die Kurve zu kommen„. Damit erscheint selbst eine Anhebung im Dezember fraglich.
Und so bleiben die Leitzinsen in den USA zunächst wesentlich höher als in Japan, auch wenn sich die Zinsdifferenz einengt, allerdings nur durch die Zinssenkungen der Fed und nicht durch Zinsanhebungen der BoJ. Und letzteres hat die Anleger wohl enttäuscht, so dass sie sich vom Yen abgewendet haben. Zumal der US-Dollar zugleich an Stärke gewann, weil die Fed im Dezember womöglich auf die bereits eingepreiste Zinssenkung verzichtet.
Allerdings dürfte es über kurz oder lang auch zu der erwarteten Zinsanhebung der BoJ sowie zu weiteren Zinssenkungen der Fed kommen. Insofern halte ich das Aufwärtspotenzial beim USD/JPY für begrenzt. Und das gilt auch für die US-Indizes. Halte also Ausschau nach Umkehrmustern in den Charts. Noch gibt es keine Short-Signale. Aber ich werde womöglich bald über konkrete Möglichkeiten berichten.
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11 Kommentare
Die Aussage, dass Trump im Grunde nur Probleme behebt, die er selbst verursacht hat, stimmt wohl. Die Senkung der Zölle auf chinesische Waren von 20% auf 10% ist im Kontext seiner früheren Handelspolitik fast schon zynisch.
Es ist bemerkenswert, dass trotz der Einigung beim Thema Seltene Erden nur eine einjährige Vereinbarung getroffen wurde. Ist das wirklich eine langfristige Lösung oder nur ein Aufschieben des Problems?
Die Erwähnung von Alphabet, Microsoft und Meta in Bezug auf die Geschäftsberichte ist wichtig. Haben diese Unternehmen die Erwartungen nicht erfüllt, oder ist die Marktreaktion einfach gedämpft?
Ich finde es interessant, dass das Fentanyl-Problem als der einzige Punkt genannt wird, bei dem Trump ein von China verursachtes Problem lösen kann. Bedeutet das, dass China hier tatsächlich kooperativer ist?
Die Tatsache, dass es innerhalb des Fed-Ausschusses „sehr unterschiedliche Ansichten darüber, wie im Dezember verfahren werden soll“ gab, deutet auf interne Uneinigkeit hin. Das könnte die Unsicherheit an den Märkten verstärken.
Mich wundert, dass der Rückgang der Zölle auf chinesische Waren von 57% auf 47% als nicht ausreichend betrachtet wird, um den Handel wesentlich zu beleben. Selbst 10% scheinen ja einen großen Unterschied zu machen.
Ich bin überrascht, dass der Markt so verhalten auf die Zinsentscheidung reagiert hat; Powell hat ja deutlich gemacht, dass weitere Senkungen im Dezember keineswegs sicher sind, was normalerweise für mehr Volatilität sorgen würde.
Die fehlende einstimmige Entscheidung bei der Fed bezüglich der Zinssenkung, mit Jeffrey Schmid als Gegenstimme, ist ein Warnsignal. Es zeigt, dass die Wirtschaftslage komplexer ist als dargestellt.
Die Fokussierung auf die Zölle im Zusammenhang mit Fentanyl ist verständlich, aber wie wirkt sich die allgemeine Handelsbeziehung zwischen den USA und China langfristig auf die US-Aktien aus?
Gute Frage. Eine anhaltend angespannte Handelsbeziehung könnte Investitionen behindern und das Wachstumstempo der US-Wirtschaft verlangsamen.
Die Aussage, dass die Börsen das Ergebnis bereits eingepreist hatten, klingt plausibel. Aber die geringe Reaktion ist dennoch überraschend, angesichts der bisherigen Dynamik der Bullen.