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Das Pentagon hat Berichten zufolge einen langfristigen Vertrag für das auf Künstlicher Intelligenz basierende System „Maven“ geschlossen. UN-Experten warnen vor ethischen und rechtlichen Risiken.
Weitreichende Entscheidung in Washington: Das US-Verteidigungsministerium, das sich unter Pete Hegseth inzwischen Kriegsministerium nennt, macht das auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierende System „Maven“ von Palantir einem internen Schreiben zufolge zum offiziellen Standardprogramm.
Dies geht aus einem Brief von Vize-Verteidigungsminister Steve Feinberg vom 9. März an die Führung des Pentagons und der US-Truppen hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag (Ortszeit) eigenen Angaben zufolge einsehen konnte. Auch andere Medien berichten über den Schritt.
Der Schritt sichere dem Datenanalyse-Spezialisten Palantir die langfristige Nutzung seiner Technologie zur Zielerfassung im gesamten US-Militär sowie eine stabile Finanzierung. Die Entscheidung solle bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres im September in Kraft treten, hieß es in dem Schreiben Reuters zufolge weiter. Palantir und das Pentagon äußerten sich zunächst nicht dazu.
Palantir weist Kritik am KI-System zurück
„Maven“ ist eine Softwareplattform, die riesige Mengen an Schlachtfelddaten von Satelliten, Drohnen und Sensoren analysiert, um mithilfe von KI potenzielle Ziele wie feindliche Fahrzeuge oder Waffenlager zu identifizieren. Es ist bereits das wichtigste KI-Betriebssystem der US-Streitkräfte.
Experten der Vereinten Nationen (UN) warnen vor ethischen und rechtlichen Risiken beim Einsatz von KI zur Zielerfassung, da die Systeme unbeabsichtigt Vorurteile aus ihren Trainingsdaten übernehmen könnten. Das Unternehmen betont jedoch, dass die Software keine tödlichen Entscheidungen treffe und Menschen weiterhin für die Auswahl der Ziele verantwortlich blieben.
Die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums ist für Palantir ein bedeutender Erfolg. Das Unternehmen hat in der jüngsten Vergangenheit eine Reihe von Regierungsaufträgen erhalten, darunter im vergangenen Sommer einen Vertrag mit dem US-Heer im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar. Dies trieb den Börsenwert des Konzerns auf fast 360 Milliarden Dollar.
Palantir wurde mit der Arbeit für die CIA und NSA groß. Mit ihrer Hilfe soll auch der ehemalige Chef des Terrornetzwerks Al-Qaida ausgeschaltet worden sein. Der eine Gründer ist Tech-Milliardär Peter Thiel. Er ist bekannt für seine libertären und rechtskonservativen Positionen, seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump und seine Kritik an liberalen Demokratien. In Europa sehen viele Thiel deshalb kritisch.
<strong>Der andere Gründer, Alex Karp</strong>, bezeichnet sich selbst als „Neomarxisten“, wie die Agentur KNA in ihrer Berichterstattung über die Dokumentation „Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp“ schreibt. Er hat in Frankfurt in Philosophie promoviert und erwähnt demnach gerne, dass seine Eltern „Hippies“ waren.
Als CEO führt er die größte kommerzielle Überwachungsfirma der Welt. Forbes schätzte sein Vermögen demnach zuletzt auf 9,7 Milliarden US-Dollar. (lem, rtr)
Das Original zu diesem Beitrag „Einsatz von KI-System wird Standard: US-Militär nutzt offenbar künftig Palantir-Software zur Zielerfassung“ stammt von Tagesspiegel.
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6 Kommentare
Solid analysis. Will be watching this space.
Good point. Watching closely.
Interesting update on US-Militär nutzt künftig wohl Palantir-Software zur Zielerfassung. Looking forward to seeing how this develops.
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