Die Branicks Group AG steckt tief in einer Schuldenrestrukturierung. Als ihre Tochtergesellschaft ist die VIB Vermögen AG unmittelbar betroffen – und steht nun vor fälligen Schuldscheindarlehen, die im September 2026 und im März 2027 zurückgezahlt werden müssen.

VIB Vermögen AG

WKN A2YPDD · ISIN DE000A2YPDD0

Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026

Aus dem Kreis der Gläubiger kommt die Lösung: Mitglieder der beteiligten Ad-hoc-Gläubigergruppe und bestimmte Schuldscheininhaber haben zugesagt, VIB eine Überbrückungsfinanzierung von 60 Millionen Euro bereitzustellen. Der Betrag steigt auf Ebene von VIB durch eine kapitalisierte Bereitstellungsgebühr auf nominal rund 61,9 Millionen Euro. Davon sollen 58 Millionen Euro direkt in die Ablösung der ausstehenden Schuldscheindarlehen fließen.

Branicks hatte gleichzeitig Lock-up-Vereinbarungen mit zwei Gläubigergruppen unterzeichnet: mit Inhabern einer unbesicherten Anleihe über 400 Millionen Euro, die am 22. September 2026 fällig wird, sowie mit Inhabern von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen über zusammen 179,5 Millionen Euro mit Laufzeiten bis 2031. Ob die wesentlichen Bestimmungen dieser Vereinbarungen in Kraft treten, hing vom Eintreten bestimmter Bedingungen bis spätestens 31. Juli 2026 ab.

Die Überbrückungsfinanzierung von VIB soll beim Abschluss der Restrukturierung in eine langfristige Finanzierung umgewandelt werden, die am 30. September 2029 endfällig ist und einen Zinssatz von 10,0 Prozent jährlich trägt. Eine vorzeitige Rückzahlung innerhalb der ersten zwölf Monate unterliegt einer Make-Whole-Klausel, die den Gläubigern entgangene Zinsen ersetzt.

Hinzu kommen zusätzliche Gebühren: Auf jeden zum 31. Dezember 2028 noch ausstehenden Betrag der Finanzierung fällt eine einmalige Gebühr von zwei Prozentpunkten an, zahlbar zu diesem Datum. Bei Rückzahlung oder Refinanzierung ist außerdem eine Abschlussgebühr von einem Prozentpunkt fällig.

Als Sicherheitenpaket sieht die Vereinbarung unter anderem eine doppeltstöckige Holdingstruktur über Luxemburg sowie die Verpfändung von Anteilen an wesentlichen Tochtergesellschaften vor. Begleitend dazu sollen Aufsichtsrat und Unternehmensführung von VIB neu aufgestellt werden. Ein Geschäftsplan bis 2030 zielt darauf ab, den Verschuldungsgrad durch Immobilienverkäufe deutlich zu senken.

Die VIB-Aktie schloss am 21. August bei 6,68 Euro, unverändert gegenüber dem Vortag – das Papier ist markteng, sodass schon einzelne Orders den Kurs bewegen können.

Wie schnell VIB den Verschuldungsgrad tatsächlich senken kann, hängt maßgeblich davon ab, zu welchen Preisen Immobilien in diesem Umfeld verkäuflich sind.

Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

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