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Nach Berichten über die Sperrung der Straße von Hormus durch Irans Revolutionsgarden eskaliert die Lage im Nahen Osten weiter. Für den Ölmarkt und deutsche Autofahrer könnte das spürbare Folgen haben.

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu – mit möglichen Folgen bis an deutsche Zapfsäulen. Laut einem Bericht der „Times of Israel“ haben die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus geschlossen. Ein EU-Beamter habe der Zeitung gesagt, Schiffe in der Region hätten Funkmeldungen erhalten, wonach „kein Schiff erlaubt ist, die Straße von Hormus zu durchqueren“.

Die Meerenge zwischen Persischem Golf und Arabischem Meer gilt als wichtigste Ölroute der Welt. Rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Gaslieferungen passieren normalerweise diese Passage. Eine Blockade hätte unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Energiemarkt.

Was das für den Ölmarkt und Verbraucher bedeutet

Je nach weiterer Entwicklung drohen massive Konsequenzen für den Ölmarkt. Der Iran zählt mit mehr als drei Millionen Barrel pro Tag zu den wichtigen Förderländern innerhalb der Opec. Rund drei Prozent der weltweiten Ölexporte entfallen auf das Land.

Noch gravierender wäre jedoch eine längerfristige Blockade der Straße von Hormus. Würde der Schiffsverkehr dort eingeschränkt, könnte das globale Angebot schlagartig sinken. Das meiste Öl aus der Region fließt nach China. Fällt iranisches Öl weg, müssten chinesische Käufer auf andere Lieferanten ausweichen – was zusätzlichen Preisdruck erzeugen dürfte.

Der Ölpreis reagiert bereits sensibel. Laut dem Handelsdatenportal Trading Economics liegt der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent derzeit (Stand: 28. Februar, 17.30 Uhr) bei rund 73 US-Dollar (etwa 61,77 Euro). In den vergangenen Wochen hatte sich Rohöl bereits deutlich verteuert.

Rückblick zeigt: Konflikte treiben Preise

Ein Blick auf frühere Eskalationen verdeutlicht, wie schnell sich geopolitische Spannungen auf den Ölpreis auswirken. Während des sogenannten Zwölftagekriegs zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits stieg der Preis für Brent-Rohöl innerhalb weniger Tage von rund 62,7 US-Dollar auf mehr als 77 US-Dollar pro Barrel. Auch die US-Sorte WTI legte damals kräftig zu.

Nachdem der Konflikt rasch beendet wurde, gaben die Preise allerdings ebenso schnell wieder nach.

Bereits erste Spuren an deutschen Zapfsäulen

An deutschen Tankstellen ist die Entwicklung bereits spürbar. Nach Angaben des ADAC kostete der Liter Super E10 zuletzt im Wochendurchschnitt 1,776 Euro – ein Plus von 1,8 Cent gegenüber der Vorwoche. Der Dieselpreis legte um 2,9 Prozent zu. So hoch waren die Spritpreise zuletzt im Jahr 2024.

Steigt der Ölpreis weiter, folgen die Spritpreise in der Regel mit zeitlicher Verzögerung.

Was Verbraucher jetzt tun können:

  • Preise vergleichen: Zwischen einzelnen Tankstellen liegen oft mehrere Cent Unterschied pro Liter.
  • Abends tanken: Statistisch sind die Preise am späten Nachmittag und Abend meist niedriger als morgens.
  • Nicht auf Vorrat spekulieren: Panikkäufe treiben Preise zusätzlich.

Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob die Straße von Hormus tatsächlich dauerhaft blockiert bleibt und wie stark sich der militärische Konflikt ausweitet. Klar ist: Der Ölmarkt reagiert empfindlich – und Autofahrer in Deutschland bekommen geopolitische Spannungen häufig schneller zu spüren, als ihnen lieb ist.

Lars-Eric Nievelstein

Hannah Petersohn

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