Das Analysehaus Jefferies hat seine Einschätzung für den niederländischen Lebensmittelhändler Ahold Delhaize nach den Zahlen zum zweiten Quartal bestätigt. Jefferies belässt Ahold Delhaize auf „Buy“ mit einem Kursziel von 43 Euro, wie aus einer am Mittwoch vorliegenden Studie von Analyst Frederick Wild hervorgeht. Die Original-Studie wurde nach Angaben des Nachrichtendienstes dpa-AFX am 5. August 2026 veröffentlicht und erstmals weitergegeben.
Wild ordnet die Quartalszahlen in ein schwieriges Marktumfeld ein: die Zahlen seien in eine turbulente Zeit für den US-Lebensmittelhandel gefallen. Die Sorgen der Anleger kreisten dabei um zwei Themen – eine belastete Verbrauchernachfrage und einen verschärften Preiswettbewerb in den Vereinigten Staaten. Beides spiegele sich nach seiner Darstellung auch im Bericht der Supermarktkette wider.
Marktanteile und Kostenkontrolle als Gegengewicht
Gleichzeitig verweist der Analyst auf Punkte, die aus seiner Sicht für eine gewisse Robustheit des Geschäfts sprechen. Genannt werden steigende Marktanteile, eine starke Kostenkontrolle sowie ein überzeugendes Marken- und Preisangebot. Diese Faktoren stünden den belastenden Rahmenbedingungen gegenüber.
Ahold Delhaize betreibt Supermarktketten in Europa und in den USA, wo der Konzern einen erheblichen Teil seiner Umsätze erzielt. Damit wirkt sich die Wettbewerbsintensität im amerikanischen Lebensmitteleinzelhandel unmittelbar auf die Ergebnisentwicklung aus. Der Konzern selbst hatte seine Quartalspräsentation am Mittwoch veröffentlicht.
Bernstein bleibt zurückhaltender
Eine andere Sicht auf denselben Zahlenkranz hat Bernstein Research. Das US-Analysehaus belässt Ahold Delhaize auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 38 Euro – eine neutrale Einstufung, die weder zum Kauf noch zum Verkauf tendiert. Beide Häuser äußerten sich am selben Tag zu dem Unternehmen, kommen jedoch zu unterschiedlichen Bewertungen des Kurspotenzials.
Die Differenz zwischen den beiden Kurszielen beträgt fünf Euro. Zum Vergleich: Die Aktie notierte am 5. August 2026 auf Tradegate bei 34,64 Euro und lag damit 0,61 Prozent beziehungsweise 21 Cent im Plus. Beide Kursziele liegen somit über dem zuletzt gehandelten Niveau, wobei das Bernstein-Ziel deutlich näher am aktuellen Kurs liegt.
Zum Hintergrund von Analystenurteilen
Kursziele und Einstufungen von Investmentbanken beschreiben die Erwartung eines Analysehauses zur Kursentwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums, üblicherweise zwölf Monate. Sie sind keine Prognosen mit Garantiecharakter und können nach neuen Unternehmensmeldungen angepasst werden. Dass zwei Häuser dieselben Quartalszahlen unterschiedlich einordnen, ist im Analystengeschäft nicht ungewöhnlich – die Bewertung hängt unter anderem von den zugrunde gelegten Annahmen zu Margen, Absatzmengen und Wettbewerbsdruck ab.
Hinweise zur Offenlegungspflicht bei möglichen Interessenkonflikten der Analysehäuser im Sinne von § 85 Abs. 1 WpHG und Art. 20 der EU-Verordnung 596/2014 stellt dpa-AFX auf seiner Website bereit. Weder Jefferies noch Bernstein haben ihre bisherigen Einstufungen verändert; in beiden Fällen handelt es sich um eine Bestätigung der zuvor vergebenen Urteile.
Das europäische Marktumfeld war am Mittwoch insgesamt zurückhaltend. Nach den Kursgewinnen zum Wochenbeginn mit neuen Rekordhochs tendierten die Aktienmärkte gegen Mittag kaum verändert.
Quelle: FinanzNachrichten.de: Aktuelle Empfehlungen
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

