Advanced Micro Devices hat am 17. August vier Tranchen vorrangiger Anleihen abgeschlossen und damit insgesamt 4,75 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Das Unternehmen reichte dazu eine Pflichtmitteilung über ein wesentliches Ereignis bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – ein sogenanntes 8-K, das US-Konzerne zwischen zwei Quartalsberichten einreichen müssen, wenn eine bedeutende Vereinbarung zustande kommt.
ISIN US0079031078
Chart: Nasdaq, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 21. August 2026
Die Mittel sollen für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden, einschließlich möglicher Schuldentilgung. Welche bestehenden Verbindlichkeiten konkret abgelöst werden sollen, lässt die Mitteilung offen. Das ist der Punkt, den Aktionäre im Blick behalten sollten: Ob das Geld Schulden abbaut oder in neue Investitionen fließt, entscheidet, ob sich die Kapitalstruktur verbessert oder die Verschuldung per saldo gleich bleibt.
Die vier Tranchen unterscheiden sich nach Laufzeit und Kupon. 1,25 Milliarden US-Dollar laufen bis 2029 mit einem Kupon von 4,60 Prozent, 1,50 Milliarden US-Dollar bis 2031 mit 5,00 Prozent, 1,00 Milliarde US-Dollar bis 2033 mit 5,25 Prozent und weitere 1,00 Milliarde US-Dollar bis 2036 mit 5,50 Prozent. Alle vier Tranchen sind nicht besicherte, vorrangige Verbindlichkeiten des Unternehmens.
Die Ausgabekurse lagen knapp unter dem Nennwert: Die kürzeste Tranche wurde zu 99,889 Prozent ausgegeben, die beiden mittleren zu 99,921 beziehungsweise 99,919 Prozent, die längste zu 99,757 Prozent. Platziert wurden die Papiere über ein Bankenkonsortium unter Federführung von Barclays, Bank of America, Citigroup, J.P. Morgan, Morgan Stanley und Wells Fargo.
AMD kann jede Tranche vorzeitig zurückzahlen – bis jeweils einen bis drei Monate vor Fälligkeit zu einem Preis, der sich an der aktuellen US-Staatsanleiherendite zuzüglich eines Aufschlags orientiert, danach zum Nennwert. Wechselt die Kontrolle über das Unternehmen, haben Anleihegläubiger das Recht, ihre Papiere zu 101 Prozent des Nennwerts zurückzugeben.
Die Anleihen unterliegen üblichen Einschränkungen: AMD darf bestimmte Vermögenswerte nicht zur Besicherung anderer Schulden verpfänden und kann das Unternehmen nicht ohne Weiteres auf einen Dritten übertragen. Die Aktie schloss am 21. August bei 473,25 US-Dollar, ein Plus von rund einem Prozent gegenüber dem Vortag, ohne erkennbaren Zusammenhang mit der Emission.
Offen bleibt, welche konkreten Projekte oder Verbindlichkeiten AMD mit den Mitteln im Sinn hat. Das Unternehmen nennt keinen Zeitplan und keine Zielgröße für eine etwaige Schuldentilgung.
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