Multiples Myelom kehrt bei einem Teil der Patienten trotz Behandlung zurück oder spricht gar nicht erst an. Genau für diese Gruppe entwickelt Heidelberg Pharma seinen Wirkstoffkandidaten pamlectabart tismanitin – und prüft ihn nun erstmals in einer Kombinationstherapie auf chinesischem Boden.
WKN A11QVV · ISIN DE000A11QVV0
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 26. August 2026
Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA hat eine klinische Phase-Ib/II-Studie mit pamlectabart tismanitin in Kombination mit anderen Wirkstoffen genehmigt. Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das auf das Oberflächenprotein BCMA auf Myelomzellen zielt, soll dabei mit zwei unterschiedlichen Kombinationspartnern untersucht werden: einmal mit Pomalidomid und Dexamethason, einmal mit Daratumumab und Dexamethason. Teilnehmen können erwachsene Patienten, die bereits mindestens eine Vorbehandlung erhalten haben, deren Erkrankung aber zurückgekehrt ist oder auf frühere Therapien nicht angesprochen hat.
Durchgeführt wird die Studie in China durch Huadong Medicine. Die Entwicklungskosten trägt vollständig der chinesische Partner, nicht Heidelberg Pharma. Huadong Medicine hält seit einer strategischen Vereinbarung aus dem Jahr 2022 die exklusiven Entwicklungs- und Vermarktungsrechte für pamlectabart tismanitin in zwanzig asiatischen Märkten und ist zudem zweitgrößter Aktionär des Ladenburgener Unternehmens.
Der Kandidat hat in den USA und Europa bereits klinische Erfahrung gesammelt: Seit 2022 läuft dort eine Phase-I/IIa-Studie als Monotherapie, und seit März 2026 wird er in China zusätzlich in einer Monotherapie-Überbrückungsstudie geprüft. Die US-Arzneimittelbehörde FDA stufte den Wirkstoff im März 2024 als Arzneimittel für seltene Krankheiten ein, im Oktober 2025 folgte der Fast-Track-Status, der eine beschleunigte Prüfung ermöglicht.
Hinter der Kombinationsstrategie steckt ein klinisches Ziel: Heidelberg Pharma will pamlectabart tismanitin künftig früher in der Behandlungsabfolge einsetzen und damit mehr Patienten erreichen als mit einer Monotherapie allein. Ob und wann die Kombinationsstudie Daten liefert, die dafür den Weg ebnen, ließ das Unternehmen offen.
Die Aktie schloss am Tag der Mitteilung bei 2,48 Euro und gab damit gegenüber dem Vortag rund 1,6 Prozent nach, bei einem Tagesumsatz, der im Schnitt im niedrigen vierstelligen Bereich liegt.
Pamlectabart tismanitin ist nicht der einzige Kandidat im Entwicklungsportfolio. Ein weiteres Antikörper-Konjugat, HDP-102, wird in einer klinischen Studie gegen Non-Hodgkin-Lymphome untersucht. Drei weitere Kandidaten befinden sich in früheren Entwicklungsphasen und stehen nach Unternehmensangaben für externe Partnerschaften zur Verfügung.
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