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- Gas Oil/Diesel – WKN: 967781 – ISIN: XC0009677813 – Kurs: 885,60 $/t (ARIVA Indikation)
Update 13:50: Qatar Energy, das staatliche Öl- und Gasunternehmen des Golfstaates, hat nach iranischen Drohnenangriffen auf seine Anlagen die vollständige Einstellung der LNG-Produktion angekündigt. Das ist mehr als eine regionale Störung: Der Konzern steht für nahezu ein Fünftel der weltweiten LNG-Exporte. Ein Ausfall dieser Größenordnung trifft den globalen Energiemarkt ins Mark.
Fortsetzung des Ursprungsartikels von heute Morgen:
Auslöser ist die Eskalation im Nahen Osten, die den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht hat.
Die Meerenge zählt zu den strategisch wichtigsten Energierouten der Welt. Rund ein Fünftel der globalen LNG-Exporte passiert die Passage zwischen Iran und Oman. Fällt dieser Korridor aus, droht eine massive Umleitung der globalen Gasströme. Auch der Ölpreis zog deutlich an. Für die Gasmärkte aber ist die Lage besonders brisant, da sie seit dem russischen Angriff auf die Ukraine strukturell fragiler geworden sind.
Hier können Anleger den Gaspreis und die unterschiedlichen Kontrakte an der ICE Amsterdam verfolgen
Engpass zur Unzeit
Europa trifft die Entwicklung in einer sensiblen Phase. Zwar neigt sich der Winter dem Ende zu, doch die Speicherstände liegen ungewöhnlich niedrig. Nach dem Rückgang der Benchmarkpreise um 19 % im Vormonat, begünstigt durch milde Temperaturen und komfortable Liefermengen, hatten Marktteilnehmer auf eine Phase relativer Entspannung gesetzt. Diese Hoffnung ist abrupt verflogen.
Ein mehrwöchiger Ausfall der Route durch die Straße von Hormus könnte die europäischen Gaspreise mehr als verdoppeln, warnen die Analysten von Goldman Sachs. Die Region ist auf umfangreiche LNG-Importe angewiesen, um die Speicher im Sommer wieder aufzufüllen. Jede Verzögerung verschärft den Wettbewerb mit asiatischen Abnehmern, die traditionell einen Großteil der Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten beziehen.
„Die nächste entscheidende Frage für Händler ist, wie lange die Straße geschlossen bleibt“, sagt Tom Marzec-Manser von Wood Mackenzie. Je länger die Unterbrechung andauere, desto stärker werde der Preisdruck. Auch Simone Tagliapietra vom Brüsseler Thinktank Bruegel warnt vor erheblichen Folgen für die Speicherbefüllung und die Energiekosten der Industrie.
Geopolitik als Preistreiber
Die Eskalation nahm am Wochenende Fahrt auf, nachdem die USA und Israel Ziele im Iran angegriffen hatten. US-Präsident Donald Trump kündigte in einem Interview an, die Bombardierungen sollten über mehrere Wochen fortgesetzt werden. Teheran reagierte mit Gegenschlägen. Katar setzte die maritime Navigation vorübergehend aus, LNG-Tanker verzögerten ihre Beladung oder änderten ihre Routen.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Situation im östlichen Mittelmeer. Israel ordnete aus Sicherheitsgründen die temporäre Stilllegung einzelner Gasförderanlagen an, darunter das große Offshore-Feld Leviathan. Ägypten, ein wichtiger regionaler Importeur, bemüht sich bereits um zusätzliche LNG-Lieferungen.
Marktbeobachter sehen im Gasmarkt eine höhere Sensitivität als im Ölsektor. „Der europäische Gasmarkt reagiert stärker auf eine faktische Schließung der Straße von Hormus als der Ölmarkt“, sagt Arne Lohmann Rasmussen von Global Risk Management. Die physische Knappheit werde rasch spürbar sein, sollte der Engpass anhalten.
Fazit: Während der Ölpreis kurzfristig die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht, liegt das eigentliche Risiko im Erdgasmarkt. Sollte der Konflikt länger andauern, drohen erhebliche Preissteigerungen auch für Verbraucher und Industrie. Das würde nicht nur die Energiekosten spürbar erhöhen, sondern auch Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit belasten. Europas Konjunktur bliebe damit anfällig für einen geopolitischen Schock, dessen wirtschaftliche Folgen weit über die Energiemärkte hinausreichen könnten.
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6 Kommentare
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Interesting update on Europas Achillesferse: Gaspreis steigt jetzt um 50 %!. Looking forward to seeing how this develops.
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