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WASHINGTON (dpa-AFX) – US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht bei dem US-Angriff auf Venezuela samt Festnahme des Staatschefs Nicolás Maduro keine Parallelen zum US-Einsatz im Irak. Auf die Frage, ob der Einsatz tatsächlich anders war als beim Intervenieren der US-Streitkräfte im Irak, sagte er beim Sender CBS News: „Es ist genau das Gegenteil. Wir haben jahrzehntelang Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt, ohne wirtschaftlich etwas dafür zu erhalten.“ Präsident Donald Trump habe die Spielregeln geändert.
Hegseth, der sich seit einiger Zeit als Kriegsminister bezeichnet, machte keinen Hehl aus den wirtschaftlichen Absichten der USA in Venezuela. „Wir können ihnen helfen und gleichzeitig die Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre stärken“, sagte er. Er rechtfertigte den Einsatz damit, dass Venezuela eine lange Geschichte als reiches und wohlhabendes Land gehabt habe. „Dies wurde seinen Bürgern durch eine schreckliche Führung gestohlen.“
In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär Venezuela angegriffen. Bei der Operation „Absolute Entschlossenheit“ fassten Eliteeinheiten Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores und brachten beide außer Landes. Inzwischen ist Maduro in einer Haftanstalt in New York angekommen – in der Stadt muss er sich unter anderem wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie „Verschwörung zum Kokainimport“ vor Gericht verantworten.
Die USA waren 2003 unterstützt von einer internationalen Koalition in den Irak einmarschiert und hatten den autoritären Herrscher Saddam Hussein gestürzt. 2011 zogen die amerikanischen Truppen aus dem ölreichen Golfstaat ab, kehrten aber drei Jahre später zurück, um die örtlichen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Terrormiliz IS zu unterstützen. Trotz des langjährigen US-Einsatzes gelang es nicht, im Irak Stabilität oder eine funktionierende Demokratie zu etablieren. Korruption und Misswirtschaft sind weit verbreitet./ngu/DP/he
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26 Kommentare
Die Parallelen zwischen der Destabilisierung des Irak und dem Eingreifen in Venezuela sind doch offensichtlich, auch wenn Hegseth das Gegenteil behauptet. Geht es wirklich nur um Demokratie?
Es ist beunruhigend, dass Hegseth Venezuela als „ehemals reiches und wohlhabendes Land“ beschreibt, als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre, in andere Staaten einzugreifen, um vermeintliche Wohlstände wiederherzustellen.
Die Festnahme von Maduro und seiner Frau, Cilia Flores, birgt das Risiko einer weiteren Destabilisierung der Region – welche Alternativen wurden in Betracht gezogen?
Die Betonung der „wirtschaftlichen Absichten“ durch Hegseth lässt mich befürchten, dass es in Venezuela um die Kontrolle von Ressourcen geht, nicht um die Verbesserung der Lebensbedingungen.
Das ist ein berechtigter Punkt. Die Geschichte zeigt, dass wirtschaftliche Interessen oft hinter solchen Interventionen stehen.
Die Behauptung, der Venezuela-Einsatz sei „genau das Gegenteil“ zum Irak, erscheint gewagt, wenn man bedenkt, dass auch dort wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielten, wenn auch indirekt über Ölförderrechte.
Die Tatsache, dass Maduro in New York vor Gericht gestellt wird, deutet darauf hin, dass die USA eine Rechtfertigung für ihre Handlungen schaffen wollen – aber ist das international anerkannt?
Die schnelle Überführung Maduros nach New York lässt wenig Raum für einen fairen Prozess; könnte das nicht den Eindruck erwecken, dass es sich um eine politische Schau handelt?
Es wäre wichtig zu wissen, welche konkreten Pläne die USA für den Wiederaufbau Venezuelas haben, sofern das überhaupt ihr Ziel ist.
Das Konzept, Venezuela zu helfen und gleichzeitig die USA in der westlichen Hemisphäre zu stärken, scheint mir eine widersprüchliche Motivation.
Maduro wird in New York wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ angeklagt, aber gibt es stichhaltige Beweise, die diese Vorwürfe untermauern, oder handelt es sich um politische Instrumentalisierung?
Die Argumentation, dass Maduro den Bürgern Venezuelas „etwas gestohlen“ wurde, klingt nach einer Vereinfachung komplexer politischer und wirtschaftlicher Probleme.
Die Rückkehr der US-Truppen in den Irak im Jahr 2014 zum Kampf gegen den IS zeigt, dass auch nach dem Abzug die USA weiterhin in die Angelegenheiten des Landes eingreifen.
Die Tatsache, dass Maduro wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ angeklagt wird, könnte ein Versuch sein, ihn international zu diskreditieren und seine Anhänger zu demoralisieren.
Ich frage mich, ob die USA-Erfahrung im Irak, wo trotz Intervention keine Stabilität erreicht wurde, bei der Planung des Venezuela-Einsatzes berücksichtigt wurde.
Die Korruption und Misswirtschaft im Irak nach dem US-Einsatz sind ein Mahnmal; wie will man verhindern, dass sich ein ähnliches Szenario in Venezuela wiederholt?
Die Operation „Absolute Entschlossenheit“ klingt nach einem sehr direkten Vorgehen; wie reagieren die internationalen Partner auf diese unilaterale Aktion, insbesondere im Hinblick auf das Völkerrecht?
Hegseth spricht von „wirtschaftlichen Absichten“ in Venezuela – ist es realistisch anzunehmen, dass die Vereinigten Staaten wirklich nur die Stabilität der westlichen Hemisphäre im Sinn haben und nicht Ölressourcen sichern wollen?
Ich bin skeptisch, ob die Anklagen gegen Maduro hinsichtlich „Kokainimport“ ausreichend belegt sind oder ob es sich um einen Vorwand handelt.
Die Aussage, dass man jahrzehntelang „Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt“ hat, ohne wirtschaftlichen Nutzen im Irak zu sehen, ist eine starke Kritik an der früheren Irak-Politik.
Die Festnahme von Maduro und seiner Frau Flores klingt nach einem Bruch mit diplomatischen Normen; welche Konsequenzen könnten diese Eskalation für die Beziehungen zu anderen lateinamerikanischen Staaten haben?
Ein Angriff auf ein anderes Land, auch wenn es innerstaatliche Probleme gibt, sollte immer das letzte Mittel sein; war die Operation „Absolute Entschlossenheit“ wirklich notwendig?
Wenn die USA wirklich Venezuela helfen wollen, sollten sie sich auf humanitäre Hilfe und diplomatische Lösungen konzentrieren, anstatt auf militärische Interventionen.
Da stimme ich voll und ganz zu. Militärische Lösungen schaffen selten nachhaltigen Frieden oder Wohlstand.
Es ist interessant, dass Hegseth sich selbst als „Kriegsminister“ bezeichnet, was ein sehr offenes Eingeständnis der militärischen Ambitionen der USA darstellt.
„Jahrzehntelang Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt“ – ist das eine ehrliche Selbstreflexion über die Irak-Politik oder nur ein Versuch, den Venezuela-Einsatz zu rechtfertigen?