US-Präsident Donald J. Trump hat fünf Proklamationen nach Section 338 des Tariff Act von 1930 unterzeichnet. Damit werden bestimmte Produkte aus Kanada von der Einfuhr ausgeschlossen und der Umfang der am 20. Juli 2026 verhängten Zölle auf kanadische Waren geändert. Die Einfuhrverbote treten am 29. September 2026 in Kraft, die Änderungen an der Zollliste bereits am 15. September 2026.

Vergeltung und Reaktion

Nach dem Abbruch der Handelsgespräche mit den Vereinigten Staaten im vergangenen Monat verhängte Kanada am selben Tag neue Vergeltungszölle auf US-Exporte im Umfang von rund 20 Milliarden Dollar. Betroffen sind laut Mitteilung des Weißen Hauses unter anderem Stahl, Molkereiprodukte und Landwirtschaftsgeräte.

Neue Einfuhrverbote

Das Weiße Haus verweist auf eine fortgesetzte und nach eigener Darstellung verstärkte kanadische Diskriminierung von US-Handel bei alkoholischen Getränken. Auf dieser Grundlage verhängte Trump nach Section 338 Einfuhrverbote für bestimmte kanadische Alkoholprodukte, die bereits von den 50-Prozent-Zöllen aus Proklamation 11046 erfasst waren. Für Molkereiprodukte gilt laut Mitteilung eine vergleichbare Begründung: Wegen fortbestehender Diskriminierung bei Milchprodukten verhängte Trump ein Einfuhrverbot für bestimmte kanadische Molkereierzeugnisse, die zuvor mit den 50-Prozent-Zöllen aus Proklamation 11047 belegt worden waren.

Änderungen im Zollkatalog

Parallel zu den Verboten ändert das Weiße Haus den Umfang der Zölle vom 20. Juli 2026. Bestimmte Produkte, darunter Streusalz und Zement, werden aus dem Geltungsbereich der Section-338-Zölle entfernt. Im Gegenzug kommen neue Produkte hinzu, die von Geländefahrzeugen (ATVs) bis zu zusätzlichen Molkereiprodukten reichen. Das Weiße Haus bezeichnet diesen Schritt als Ausgleich der Belastung für den US-Handel.

Deutschland exportierte 2025 Waren der Gruppe Halbwaren im Wert von 4,0 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.

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